Pe­ter Satt­mann (F.): „Seit mei­nem 54. Ge­burts­tag ha­be ichAngst vor de­mÄl­ter­wer­den!“

Der Schau­spie­ler wird im De­zem­ber 70

Das Neue - - LIEBESNEST -

Ei­gent­lich wünsch­te sich sein Va­ter für ihn, dass er ei­nes Ta­ges Zahn­arzt wird, doch dann ent­schied sich Pe­ter Satt­mann (69) für ei­ne Kar­rie­re als Schau­spie­ler. Im De­zem­ber wird er 70 Jah­re alt. Ei­ne Zahl, die ihm ganz und gar nicht ge­fällt. Re­si­gniert sagt er: „Seit mei­nem 54. Ge­burts­tag ha­be ich Angst da­vor, äl­ter zu wer­den!“Sie ha­ben mal ge­sagt, Sie fän­den Alt­wer­den schreck­lich ...

Ja, das Jahr, in dem ich 54 Jah­re alt ge­wor­den bin, war wirk­lich ein Hor­ror­jahr, weil ich nicht wuss­te, wie es aus­geht. In der Zeit hat­te ich der­ma­ßen ho­hen Blut­druck, dass ich um­ge­kippt bin. Dann war das Fi­nanz­amt hin­ter mir her. Ich dach­te, das Le­ben ist jetzt wirk­lich zu En­de. Dar­um bin ich in­zwi­schen auch eher ein ängst­li­cher Mensch.

Wie­so dach­ten Sie, das Le­ben sei zu En­de?

Als Jun­ge dach­te ich, ich ster­be mit 54 Jah­ren. Da­mals ha­be ich mir zum ers­ten Mal Ge­dan­ken dar­über ge­macht, wie alt man wohl wird und ei­ne in­ne­re Stim­me ant­wor­te­te mir, ich wür­de 54 Jah­re alt. Ich hat­te die­se Zahl wohl im Kopf, weil man das Jahr 1954 schrieb. Als jun­ger Mensch hielt ich mich al­so für un­sterb­lich bis zum 54. Le­bens­jahr.

Das ha­ben Sie ja Gott sei Dank über­lebt ...

Ja, na­tür­lich will ich nicht früh ster­ben. Ich hat­te das mit dem Alt­wer­den auch dar­auf be­zo­gen, dass ich im­mer so gern Sport ge- trie­ben ha­be und dar­um ein­fach be­daue­re, dass der Kör­per so ab­baut, selbst wenn man et­was für sei­ne Fit­ness tut.

Wird man mit zu­neh­men­dem Al­ter ei­gent­lich ru­hi­ger?

Das ist so ei­ne Sa­che. Bei mir fing das mit dem Alt­wer­den mit En­de vier­zig an, da ha­be ich ge­merkt, wie die Au­gen nach­las­sen und der Kör­per und die Kno­chen ab­ge­baut ha­ben. Jetzt mit 69 bin ich wirk­lich schon rich­tig alt. Und ich ha­be den ho­hen Blut­druck. Mein Va­ter be­kam ir­gend­wann ei­ne Form von Jäh­zorn, die ich so ein biss­chen ge­erbt ha­be. Manch­mal ha­be ich Angst vor mei­nem ei­ge­nen Jäh­zorn! Ihr Va­ter war wohl ei­ne ziem­lich prä­gen­de Fi­gur für Sie?

Bei­de El­tern­tei­le wa­ren sehr prä­gend für mich. Mein Va­ter war ein tol­ler Hand­wer­ker, bei dem ich al­les ge­lernt ha­be – vom Laub­sä­gen bis hin zum Schu­he­be­soh­len. Und von mei­ner Mut­ter ha­be ich die künst­le­ri­sche Mu­se mit­be­kom­men. Sie war ei­ne her­vor­ra­gen­de Sän­ge­rin und Lai­en­dar­stel­le­rin. Ih­ret­we­gen bin ich wohl über­haupt Schau­spie­ler ge­wor­den.

Ihr Va­ter woll­te, dass Sie Zahn­arzt wer­den ...

Ja, er hat­te als Hilfs­ar­bei­ter auf dem Bau ge­ar­bei­tet und zeig­te mir ei­nes Ta­ges sei­ne Hän­de. Dann sag­te er: „Pe­ter, sol­len dei­ne Hän­de spä­ter mal so aus­se­hen? Geh aufs Gym­na­si­um und wer­de Zahn­arzt!“Lei­der hat er nicht mehr mit­er­lebt, dass ich we­nigs­tens im Film Zahn­arzt wur­de. C. B.

Zu sei­nen El­tern Ger­da und Fer­di­nand Satt­mann hat­te der Schau­spie­ler ein sehr lie­be­vol­les Ver­hält­nis. Nach­denk­lich: Pe­ter Satt­mann lebt al­lein in Ber­lin. Zu sei­nen Ex-Freun­din­nen und den Töch­tern Pau­la (24) und Katrin (47) hat er re­gel­mä­ßig Kon­takt.

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