Rat­ge­ber: Was ist beim Au­to­fah­ren er­laubt und was nicht?

Gut zu wis­sen: Rich­tig ver­bo­ten ist er­staun­lich we­nig. Was trotz­dem je­der be­ach­ten soll­te

Das Neue - - LIEBESNEST -

Schnell mal an der ro­ten Am­pel die Wim­pern­tu­sche auf­fri­schen? Wäh­rend der Fahrt Mu­sik hö­ren? Oder ein­fach mal die Schu­he aus­zie­hen? Laut Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung (StVO) ist all das nicht ver­bo­ten. Wenn man nach ih­rem Wort­laut geht, darf man im Prin­zip so­gar frei­hän­dig fah­ren – nur Rad­lern und Mo­tor­rad­fah­rern ist das Los­las­sen des Len­kers ver­bo­ten.

Mit San­da­len fah­ren

Für Au­to­fah­rer da­ge­gen re­gelt die Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung vie­le Din­ge ein­fach gar nicht. Zum Bei­spiel steht kein Wort dar­über, was ge­eig­ne­te Schu­he zum Fah­ren sind. Theo­re­tisch darf man al­so bar­fuß oder in Flip­flops fah­ren. Aber: Die StVO schreibt vor, dass sich je­der Ver­kehrs­teil­neh­mer so zu ver­hal­ten hat, dass kein an­de­rer ge­schä­digt, ge­fähr­det oder un­nö­tig be­läs­tigt wird. Ver­hakt sich al­so ei­ne lo­cke­re San­da­le am Brems­pe­dal und es kommt zum Un­fall, hat man sei­ne Sorg­falts­pflicht ver­letzt und trägt zu­min­dest ei­ne Teil­schuld.

Kei­ne Mu­sik vom Han­dy

Das glei­che Prin­zip greift auch bei an­de­ren ei­gent­lich er­laub­ten Hand­lun­gen. So darf man et­wa auf ei­ner Au­to­bahn oh­ne Tem­po­li­mit so schnell fah­ren, wie es die Ver­kehrs­la­ge her­gibt. Doch wer schnel­ler als mit der Richt­ge­schwin­dig­keit von 130 km/h un­ter­wegs ist und un­ver­schul­det in ei­nen Un­fall ge­rät, haf­tet für den Scha­den mit. 20 Pro­zent hält der BGH da­bei für an­ge­mes­sen. Ein­deu­tig ver­bo­ten ist am Steu­er die Han­dy­nut­zung – wenn man es da­zu in die Hand nimmt. Da­bei ist es egal, ob man tat­säch­lich te­le­fo­niert. Ku­ri­os: Mit ei­nem MP3-Play­er darf man Mu­sik hö­ren (wenn sie nicht so laut ist, dass man ein Mar­tins­horn nicht mehr hö­ren kann), aber nicht mit dem Han­dy. Auch das Na­vi darf man wäh­rend der Fahrt be­die­nen, nicht aber das Han­dy an­fas­sen, um des­sen Na­vi­ga­ti­ons­funk­ti­on zu nut­zen.

Licht­hu­pe? Kein Pro­blem!

Vie­le füh­len sich ge­nö­tigt, wenn ein schnel­le­rer Fah­rer die Licht­hu­pe be­tä­tigt. Doch laut StVO ist das au­ßer­halb von Ort­schaf­ten er­laubt. Zur Nö­ti­gung wird das Gan­ze aber, wenn man dicht auf­fährt und wie­der­holt auf­blen­det. Und was ist mit dem Fah­ren auf der Mit­tel­spur der Au­to­bahn? Zwar gilt nach wie vor das Rechts­fahr­ge­bot. Man muss sich aber nicht in je­de Lü­cke ein­fä­deln. Fah­ren rechts Au­tos oder Lkw, darf man ru­hig in der Mit­te blei­ben – das hat kürz­lich ein Ge­richt ent­schie­den.

Schmin­ken ist nicht ver­bo­ten, aber si­cher­heits­hal­ber soll­te man da­für an­hal­ten und ei­nen Park­platz su­chen.

Das kann teu­er wer­den: Hän­de weg vom Han­dy beim Au­to­fah­ren.

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