Ita­li­en im Pa­vil­lon

Der his­to­ri­sche Im­biss im Her­zen der „Markt­hal­le acht“am Domshof wird be­lebt

Delmenhorster Kreisblatt - - REGION - Von Tho­mas Ku­zaj

Es ist wie­der Le­ben im Pa­vil­lon! Das Herz­stück der „Markt­hal­le acht“im frü­he­ren Bre­mer-Bank-Bau am Domshof, der his­to­ri­sche Kie­fert-Pa­vil­lon, ist jetzt Hei­mat der ers­ten Bre­mer Ape­ri­tivo-Bar nach ita­lie­ni­schem Vor­bild.

BRE­MEN. Cap­puc­ci­no und Es­pres­so, mit Oli­ven­öl ge­ba­cke­nes Fla­den­brot (Fo­cac­cia) und Cor­net­ti (Ita­li­ens Ant­wort auf das Crois­sant – aber ge­füllt): To­masz Wi­ni­ar­ski bie­tet all das und ei­ni­ges mehr im Pa­vil­lon an, der nun den Na­men „M8“trägt. Wi­ni­ar­ski ist aus der Ber­li­ner „Markt­hal­le neun“(kein Scherz) in die Bre­mer „Markt­hal­le acht“ge­wech­selt. Und steht hier nun gleich in ei­nem ur­bre­mi­schen All­tags­kul­tur­denk­mal mit ho­hem Er­in­ne­rungs- und Wie­der­er­ken­nungs­wert.

„Ich wer­de je­den Tag dar­auf an­ge­spro­chen“, sagt Wi­ni­ar­ski. Fast 70 Jah­re lang hat­te der Pa­vil­lon mit der cha­rak­te­ris­ti­schen Oval­form vor dem Haupt­bahn­hof ge­stan­den. Er war 1931 nach Plä­nen des Bre­mer Ar­chi­tek­ten Eber­hard Gil­de­meis­ter (1897 bis 1978) ge­baut wor­den. Die Ar­chi­tek­tin Lo­re Kra­je­w­ski – ei­ne Gil­de­meis­ter-Schü­le­rin – hat ihn nach den Zer­stö­run­gen des Zwei­ten Welt­kriegs re­kon­stru­iert, 1949 war das. Kie­fert-Brat­wurst gab es hier, aber auch Sup­pen, Back­wa­ren, Ge­trän­ke. His­to­ri­sche Schrift­zü­ge über den Fens­tern prei­sen „Mock­turt­le“und „Rei­se­pro­vi­ant“an. 1999 ist der Pa­vil­lon vom Haupt­bahn­hof ver­schwun­den, als dort die Hal­te­stel­len­be­rei­che neu an­ge­legt wur­den. In­zwi­schen ge­hört er dem Fo­cke-Mu­se­um, das ihn der „Markt­hal­le acht“ge­lie­hen hat – die ihn da­für in Ab­stim­mung mit der Denk­mal­pfle­ge re­stau­rie­ren ließ. Brat­wurst­ver­kauf ist nicht mehr mög­lich – schon weil die heu­te gül­ti­gen Vor­schrif­ten die Brut­ze­lei auf der­art en­gem Raum gar nicht mehr zu­las­sen.

Statt­des­sen kommt ja nun Ita­li­en ins Spiel – und das schon zur Früh­stücks­zeit. Die Ape­ri­tivo-Bar hat diens­tags bis sonn­abends in der Zeit von 8 bis 20 Uhr ge­öff­net.

Zu­dem hat die „Markt­hal­le acht“ei­ne neue Ver­an­stal­tungs­rei­he ins Le­ben ge­ru­fen, die Ku­li­na­ri­sches mit Mu­sik kom­bi­nie­ren soll: „Wal­king Din­ner meets Sound­kit­chen“– so heißt es zum ers­ten Mal am Frei­tag, 8. Sep­tem­ber, 19 Uhr. Wäh­rend DJ Frank Ko­op­mann Dan­ce-Clas­sics, Soul und Hou­se auf­legt, kön­nen die Gäs­te im „M8“für 15 Eu­ro ei­ne „Wal­king Din­ner Card“kau­fen – und da­mit dann wie­der­um ver­schie­de­ne Markt­hal­len-Stän­de be­su­chen und bis zu fünf un­ter­schied­li­che Spei­sen pro­bie­ren. Das Mot­to lau­tet: „Die bes­ten Par­tys fin­den so­wie­so im­mer in der Kü­che statt“– wo auch sonst?

Die als Pas­sa­ge an­ge­leg­te „Markt­hal­le acht“, die vom Park­haus Vio­len­stra­ße bis zum Domshof führt, ist im No­vem­ber 2016 er­öff­net wor­den. Zu­vor hat­te im Alt­bau­teil des frü­he­ren Bank­ge­bäu­des das „Ma­nu­fac­tum“Wa­ren­haus auf­ge­macht. Die „Markt­hal­le acht“ver­eint auf 1200 Qua­drat­me­tern Hand­wer­ker und Händ­ler, Koch­künst­ler und Ma­nu­fak­tu­ren aus der Re­gi­on.

FO­TO: THO­MAS KU­ZAJ

Neu­es Le­ben im al­ten Wurst­pa­vil­lon: Der ova­le Bau bil­det das Herz­stück der „Markt­hal­le acht“.

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