Neue Ret­tungs­wa­che wei­ter­hin um­strit­ten

SPD und Grü­ne: 1,7-Mil­lio­nen-Pro­jekt in Hu­de „Fall für Steu­er­zah­ler­bund“

Delmenhorster Kreisblatt - - GANDERKESEE · LANDKREIS - Von Rei­ner Haase

Im Rat­haus Hu­de sind die Plä­ne für ei­nen Neu­bau für Po­li­zei und Ret­tungs­dienst vor­an­ge­trie­ben wor­den. SPD und Grü­ne leh­nen das Pro­jekt wei­ter­hin ab.

HU­DE. Ein Drit­tel des Ar­na­ge-Parks ne­ben dem Rat­haus in Hu­de soll dem Neu­bau ei­ner Ret­tungs­wa­che und Po­li­zei­sta­ti­on wei­chen. Das 1,7-Mil­lio­nen­Pro­jekt mit der Ge­mein­de als Bau­herrn ist um­strit­ten: Von CDU, FDP und Frei­en Wäh­lern gab es ges­tern im Aus­schuss für Ge­mein­de­ent­wick­lung acht Ja-Stim­men. SPD und Grü­ne, zu­sam­men sechs Stim­men, sag­ten Nein.

An­ge­sichts iden­ti­scher Mehr­heits­ver­hält­nis­se im Ge­mein­de­rat, der im Sep­tem­ber ent­schei­den soll, kön­nen die Ar­chi­tek­ten Achim Wiech­mann und Her­mann Dunk­ler-Gron­wald wohl in die Fein­ar­beit ge­hen. Die Ver­wal­tung kann wohl auch dem Land­kreis Ol­den­burg für die Ret­tungs­wa­che und dem Land Nie­der­sach­sen für die Po­li­zei schon weit­ge­hend ab­ge­spro­che­ne Miet­an­ge­bo­te un­ter­brei­ten.

Für die Mehr­heits­grup­pe ist das The­ma nun durch; im Fach­aus­schuss dreh­ten sich die Wort­bei­trä­ge vor al­lem um die Au­ßen­an­sicht. Ein ge­neig­tes Dach passt für CDU-Frak­ti­ons­chef Dirk Vor­lauf bes­ser ins Orts­bild als ein bil­li­ge­res Flach­dach. Zur Ge­schmacks­sa­che wur­de die Ent­schei­dung für ein Walmdach oder al­ter­na­tiv ei­nen ein­fa­chen oder dop­pel­ten Gie­bel an dem zwei­ge­schos­si­gen Bau­kör­per zur Stra­ßen­sei­te hin er­klärt. „Ent­schie­den wird, wenn wir die ge­nau­en Kos­ten ken­nen“, er­klär­te Wilfried Siems (CDU).

Für die SPD und die Grü­nen ist das Pro­jekt eher ein Fall für den Steu­er­zah­ler­bund als für bauäs­the­ti­sche Er­wä­gun­gen. „30 Me­ter ne­ben ei­ner der mo­derns­ten Ret­tungs­wa­chen Deutsch­lands bau­en wir ei­ne Ret­tungs­wa­che“, mo­nier­te SPD-Frak­ti­ons­chef Dr. Niels Wel­ler, „und das nur we­gen Ak­teu­ren, die nicht in der La­ge sind, mit­ein­an­der zu re­den.“Da­mit spiel­te er auf die funk­ti­ons­fä­hi­gen Rä­um­lich­kei­ten an, die seit dem Aus­boo­ten des DRK-Kreis­ver­bands Ol­den­burg-Land aus dem Ret­tungs­dienst in Hu­de und Gan­der­ke­see zum Jah­res­an­fang 2017 brach­lie­gen.

Der DRK-Kreis­vor­sit­zen­de Ul­rich Gam­har­ter be­stä­tig­te auf Nach­fra­ge des dk Wel­lers Aus­sa­ge, dass das Ver­mie­tungs­an­ge­bot nach wie vor steht. Der Miet­zins sei mit den Be­din­gun­gen der Kos­ten­trä­ger kom­pa­ti­bel. Bür­ger­meis­ter Hol­ger Le­be­din­zew zi­tier­te da­ge­gen in­di­rekt Land­rat Ha­rings: Der DRK-Kreis­ver­band sei für den Land­kreis nach dem auf­ge­flo­ge­nen Abrech­nungs­be­trug kein ver­läss­li­cher Ver­hand­lungs­part­ner. „Da muss ein Mo­de­ra­tor ein­ge­schal­tet wer­den“, for­der­te Wel­ler.

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