Eg­ge­stein lobt Koh­feldt

Ma­xi­mi­li­an Eg­ge­stein hat schon knapp 100 Spie­le un­ter dem neu­en Wer­der-Trai­ner be­strit­ten

Delmenhorster Kreisblatt - - VORDERSEITE - Von Da­ni­el Cot­tä­us

dco BRE­MEN. Am Sonn­tag (18 Uhr) be­strei­tet Flo­ri­an Koh­feldt ge­gen Han­no­ver 96 das ers­te Spiel nach sei­ner Be­för­de­rung von der In­te­rims­lö­sung zum Chef­trai­ner bei Wer­der Bre­men. Ei­ner, der den Coach lan­ge kennt, ist Ma­xi­mi­li­an Eg­ge­stein. Der 21-Jäh­ri­ge sagt, dass Koh­feldt die „rich­ti­ge Lö­sung“ist.

Als Ma­xi­mi­li­an Eg­ge­stein mit 14 Jah­ren ins Wer­derIn­ter­nat zog, dau­er­te es nicht lan­ge, und er hat­te ei­ne wich­ti­ge Be­zugs­per­son ge­fun­den. Ei­nen Trai­ner, der ihn in den fol­gen­den Jah­ren so­wohl sport­lich wei­ter­ent­wi­ckeln als auch mensch­lich un­ter­stüt­zen soll­te.

BRE­MEN. Der ihm zu­nächst da­bei half, den Start in der neu­en Um­ge­bung zu meis­tern und ihn dann zum Leis­tungs­trä­ger mach­te. Erst in der U 17, dann in der U 23. Auch bei Eg­ge­steins Sprung in den Pro­fiKa­der hat­te der Trai­ner sei­ne Fin­ger im Spiel. Er heißt: Flo­ri­an Koh­feldt. Seit ei­ni­gen Ta­gen ist der 35-Jäh­ri­ge nun Chef­trai­ner der Bun­des­li­ga-Mann­schaft – und da­mit auch wie­der von Ma­xi­mi­li­an Eg­ge­stein, der in all den Jah­ren rund 100 Spie­le un­ter Koh­feldts Lei­tung ab­sol­viert hat. Heißt: Es gibt kei­nen Ak­teur im Ver­ein, der Koh­feldt bes­ser kennt. Der sei­ne Art zu ar­bei­ten bes­ser be­schrei­ben und ein­schät­zen kann. Es darf al­so als gu­tes Zei­chen ge­wer­tet wer­den, wenn Eg­ge­stein sagt: „Flo­ri­an ist ge­nau der rich­ti­ge Trai­ner für uns.“

Der 20-jäh­ri­ge Mit­tel­feld­spie­ler war ges­tern der ers­te Bre­mer Pro­fi, der sich of­fi­zi­ell und öf­fent­lich zur Ent­schei­dung des Clubs in der Trai­ner­fra­ge äu­ßer­te. Dass Eg­ge­stein als Mus­ter­pro­fi, der er nun ein­mal ist, kei­ne Kri­tik üb­te, son­dern sich als treu­er An­ge­stell­ter des Ver­eins prä­sen­tier­te, war kei­ne Über­ra­schung. Sei­ne Freu­de über die Be­för­de­rung von Koh­feldt war aber weit mehr als pro­fes­sio­nel­le Höf­lich­keit. Sie war echt. „Ich bin da­von über­zeugt, dass wir mit ihm aus die­ser schwie­ri­gen Si­tua­ti­on her­aus­kom­men“, sag­te Eg­ge­stein, ehe er be­schrieb, was den Trai­ner Koh­feldt in der all­täg­li­chen Ar­beit ei­gent­lich aus­macht.

So sei der neue Chef ein „sehr of­fe­ner und kom­mu­ni­ka­ti­ver Typ“– ein Ein­druck, den Koh­feldt auch im Um­gang mit den Me­di­en be­stä­tigt hat. „Er sucht das Ge­spräch mit je­dem Spie­ler und hat kla­re Vor­stel­lun­gen da­von, was er auf dem Platz se­hen will.“Die bis­he­ri­gen Spie­le un­ter Koh­feldts Re­gie ge­gen Frank­furt in der Bun­des­li­ga (1:2) so­wie ge­gen Hee­ren­veen (2:2) und Reh­den (4:1) of­fen­bar­ten zwar noch ei­ni­ge Pro­ble­me. „Es kann aber auch noch nicht al­les klap­pen“, be­ton­te Eg­ge­stein, der es als „klei­nen Vor­teil für mich“sieht, dass er Koh­feldt so lan­ge kennt. „Man soll­te aber nicht ver­ges­sen, dass es jetzt ei­ne ganz an­de­re Li­ga ist.“

Wäh­rend Eg­ge­stein un­ter Koh­feldts Vor­gän­ger Alex­an­der Nou­ri über­wie­gend als Sech­ser zum Ein­satz kam, scheint der neue Coach den jun­gen Pro­fi auch in an­de­rer Rol­le zu se­hen: als Ach­ter. In Frank­furt ließ Koh­feldt den 20-Jäh­ri­gen et­was wei­ter vor­ne agie­ren. Auch in der U 23 hat­te er Eg­ge­steins Spiel­wei­se of­fen­siv be­grif­fen, bot ihn als zen­tra­len Mann hin­ter den Spit­zen auf.

So oder so – Ma­xi­mi­li­an Eg­ge­stein darf sich si­cher sein, dass er un­ter sei­nem lang­jäh­ri­gen För­de­rer auch jetzt wie­der ei­ne wich­ti­ge Funk­ti­on ein­neh­men wird. Für sei­nen jün­ge­ren Bru­der Jo­han­nes gilt das vor­erst nicht. Koh­feldt schick­te den 19-Jäh­ri­gen zu­rück in die U23, wo er Spiel­pra­xis sam­meln soll. „Na­tür­lich ist es im ers­ten Moment schwer, wenn man ei­nen Schritt zu­rück ma­chen muss“, sag­te Ma­xi­mi­li­an Eg­ge­stein. „Wich­tig ist aber die Spiel­pra­xis.“Der äl­te­re der bei­den Eg­ge­steins hat­te in der Vor­sai­son ei­ne ganz ähn­li­che Er­fah­rung ge­macht – nun ist er wie­der da. „Man hat ja bei mir ge­se­hen, dass so ei­ne Ent­schei­dung für die Ent­wick­lung von Vor­teil sein kann.“

FO­TO: WIT­TERS

Bre­mer Mit­tel­feld­mo­tor: Ma­xi­mi­li­an Eg­ge­stein (rechts) spielt sich mehr und mehr in die Stamm­elf.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.