Pfar­rer Gui­do Wach­tel ern­tet Lob für Of­fen­heit

Nach dk-In­ter­view zur Miss­brauchs­stu­die

Delmenhorster Kreisblatt - - VORDERSEITE -

DEL­MEN­HORST Pfar­rer Gui­do Wach­tel von der ka­tho­li­schen St.-Ma­ri­en-Ge­mein­de wird für sein of­fe­nes In­ter­view zur Miss­brauchs­stu­die der ka­tho­li­schen Kir­che im dk vom Don­ners­tag die­ser Wo­che von ver­schie­de­ner Sei­te ge­lobt. Er hat­te dar­in Scham für die Ge­scheh­nis­se und das jahr­zehn­te­lan­ge Schwei­gen der Kir­che ein­ge­stan­den.

„Wir sind be­geis­tert von der Of­fen­heit“, sag­te Pfar­rei­rats­vor­sit­zen­der Micha­el Gel­ler­mann und er­gänz­te: „Sol­che Aus­sa­gen hät­ten wir uns frü­her ge­wünscht.“Als die Miss­brauchs­fäl­le ei­nes Del­men­hors­ter Pfar­rers 2011 ans Licht ka­men, sei die Kir­che nicht so of­fen­siv da­mit um­ge­gan­gen. Es sei Pfar­rer Gui­do Wach­tel hoch an­zu­rech­nen, dass er sich nicht scheue, sen­si­ble The­men wie Miss­brauch, Se­xu­al­mo­ral, Ho­mo­se­xua­li­tät und Zö­li­bat öf­fent­lich an­zu­spre­chen.

Im In­ter­view hat­te Wach­tel mit Blick auf den Miss­brauchsskan­dal jah­res­lan­ges Sys­tem­ver­sa­gen an­ge­klagt. Von sei­ner Kir­che wünsch­te sich Wach­tel mehr Of­fen­heit. „Er hat nicht auf an­de­re ge­zeigt und war des­we­gen sehr glaub­wür­dig“, be­ton­te Gel­ler­mann. Der Pfar­rei­rats­vor­sit­zen­der ist froh, ei­nen mo­der­nen Pfar­rer in der Ge­mein­de zu ha­ben: „Er tut der Kir­che gut.“

Ne­le Scho­ma­kers, Pas­to­rin bei der evan­ge­li­schen Ge­mein­de St. Ste­pha­nus, zoll­te Wach­tel eben­falls An­er­ken­nung: „Ich per­sön­lich fin­de das mu­tig“, stell­te sie klar. Er ha­be die Op­fer in den Mit­tel­punkt ge­rückt und je­de Ver­harm­lo­sung ver­ur­teilt. „Er hat deut­lich ge­macht, dass es ein Wei­ter so nicht ge­ben kann.“

Pfar­rer Nor­bert Lach, ka­tho­li­scher Pfar­rer in Gan­der­ke­see, steht hin­ter Gui­do Wach­tel. „Ich tei­le sei­ne Scham“, sag­te er. Er selbst ha­be eben­falls Pre­dig­ten zum The­ma Miss­brauch ge­hal­ten. „Wir kön­nen als katholische Kir­che kei­ne an­de­re Li­nie fah­ren“, mach­te er deut­lich.

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