Kei­ne Lö­sung für Müll­ber­ge

Sperr­müll sta­pelt sich an Pro­blem­blö­cken im Wol­le­park / Für Ent­sor­gung fehlt das Geld

Delmenhorster Kreisblatt - - DELMENHORST - Von Sa­scha Se­bas­ti­an Rühl

Gro­ße Ber­ge an Sperr­müll tür­men sich an ei­ni­gen Wohn­blö­cken Am Wol­le­park. Die Stadt ist nicht zu­stän­dig, dem Haus­ver­wal­ter fehlt das Geld für die Ent­sor­gung.

DEL­MEN­HORST Das Wohn­quar­tier Wol­le­park macht er­neut Ne­ga­tiv­schlag­zei­len. Ein gro­ßer Berg aus Fern­se­hern, Au­to­rei­fen, Kühl­schrän­ken und sons­ti­gem Sperr­müll hat sich hin­ter den Blocks Am Wol­le­park 11 und 12 an­ge­häuft. Auch rund um die Müll­ton­nen vor dem Block 14 wur­de Sperr­müll ab­ge­la­den.

In bei­den Fäl­len steht der Ab­fall nicht an der Stra­ße und so­mit nicht im Ver­ant­wor­tungs­be­reich der Stadt, wie Stadt­spre­cher Ti­mo Frers auf dk-Nach­fra­ge er­klär­te. „Der Ab­fall liegt auf ei­ner pri­va­ten Flä­che. Die Stadt­ver­wal­tung hat den Grund­stücks­ei­gen­tü­mer be­reits an­ge­schrie­ben und zur Auf­rei­ni­gung auf­ge­for­dert. Da es ei­nen fes­ten Ver­wal­ter gibt, be­steht die be­rech­tig­te Hoff­nung, das Pro­blem der­art lö­sen zu kön­nen.“

Der Ver­tre­ter der Haus­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft Am Wol­le­park 11 und 12, Mat­thi­as Voll­mer, sieht das an­ders. „Das Pro­blem bleibt be­ste­hen, bis ich Ein­nah­men er­hal­te.“Das Pro­blem aus sei­ner Sicht: Er ha­be für die Müll­hau­fen an den un­be­wohn­ten Blö­cken be­reits Sperr­müll be­an­tragt, was je­doch ab­ge­lehnt wur­de. „Es gibt ja kei­ne Be­woh­ner, al­so zahlt auch nie­mand Müll­ge­büh­ren“, sagt Voll­mer.

In den ver­gan­ge­nen zwölf Mo­na­ten ha­be er be­reits 3000 Eu­ro aus­ge­ge­ben, um Müll ab­ho­len zu las­sen. „Der Müll, der jetzt da liegt, wird mehr. Zum Teil durch Leu­te, die Müll aus den Fens­tern wer­fen.“Die­se Leu­te wür­den un­be­fugt in die Ge­bäu­de ein­drin­gen. Es ge­be ei­nen Haus­meis­ter, der die­sen Müll zu gro­ßen Hau­fen auf­tür­me. „Aber ich ha­be nicht die Fi­nan­zen, um den Müll ab­ho­len zu las­sen.“Oh­ne Mie­ter kei­ne Ein­nah­men.

An der Front der aus­ste­hen­den Gel­der der Stadt­wer­ke Del­men­horst für Strom und Gas be­we­ge sich auch we­nig. Der An­walt der Stadt­wer­ke pfän­det nach Voll­mers Aus­sa­ge mitt­ler­wei­le bei ei­ni­gen Ei­gen­tü­mern. Wel­cher Ei­gen­tü­mer wel­che Sum­me schul­det, weiß Voll­mer noch im­mer nicht, da sich der An­walt der Stadt­wer­ke auf Da­ten­schutz be­ru­fe.

„Ich ha­be jetzt die Abrech­nung für 2015 und 2016 fer­tig. Bald auch die für 2017 bis zur Räu­mung, dann ist für al­le er­sicht­lich, wer ge­zahlt hat, und wer nicht.“Dann ver­fü­ge er end­lich über Zah­len, mit de­nen er „los­schla­gen“kön­ne. „Dann weiß ich, wo die Ge­mein­schaft in Schief­la­ge ge­ra­ten ist. Dann kann ich Mahn­be­schei­de an Ei­gen­tü­mer ver­schi­cken.“

Die Ge­bäu­de Am Wol­le­park 13 und 14 be­fin­den sich laut Stadt­spre­cher Ti­mo Frers wei­ter­hin nicht im Ei­gen­tum der Stadt Del­men­horst. Bei den Ge­bäu­den Am Wol­le­park 13 und 14 hat die Stadt – wie be­reits mehr­fach mit­ge­teilt – ihr Vor­kaufs­recht auf Grund­la­ge der Fest­set­zun­gen des Be­bau­ungs­pla­nes Nr. 339 aus­ge­übt. Auf­grund ei­ner Kla­ge des Ver­käu­fers liegt die Ent­schei­dung über die Kauf­preis­hö­he wei­ter­hin beim Land­ge­richt Han­no­ver, das noch nicht ent­schie­den hat. Der Er­werb der Im­mo­bi­lie durch die Stadt ist so­mit noch nicht voll­zo­gen.

FO­TO: SA­SCHA SE­BAS­TI­AN RÜHL

Vom Kühl­schrank bis zum Kin­der­sitz: Ne­ben den Blö­cken Am Wol­le­park 11 und 12 sta­pelt sich der Müll.

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