Das gab es 1947 schon so

Delmenhorster Kreisblatt - - DELMENHORST -

Zu „Hass ge­gen Ge­flüch­te­te darf kei­nen Platz ha­ben“:

Sehr ge­ehr­ter Herr Blauth, sie soll­ten sich den Le­ser­brief vom 2. Ok­to­ber von Herrn Dr. Al­brecht We­ber noch mal ganz lang­sam durch­le­sen! Die­ses Vi­deo dau­er­te Se­kun­den. Wo­her, Herr Blauth, wol­len wir wis­sen, ob das Aus­län­der wa­ren? Auch wir Deut­sche ha­ben schwar­ze Haa­re (ich auch). Kei­ner wuss­te, was da vor­aus­ge­gan­gen war. Da­von wur­de nichts ge­zeigt.

Ih­re Ge­dan­ken und Wün­sche: Nächs­ten­lie­be, To­le­ranz und welt­wei­te Chan­cen­gleich­heit. Hass und Wut ge­gen­über an­de­ren Men­schen, be­son­ders Ge­flüch­te­ten, dür­fen kei­nen Platz in un­se­rer Gesellschaft ha­ben, (ein

Traum).

1947 kam mein Va­ter mit sei­ner Fa­mi­lie von Schle­si­en, sie sind hier­her ge­flüch­tet. Mei­ne Mut­ter war von Del­men­horst und hat sich in mei­nen Va­ter ver­liebt! Wis­sen Sie, Herr Blauth, was mei­ne Oma zu mei­ner Mut­ter ge­sagt hat? „Der Flücht­ling kommt und will Dich zum Tan­zen ab­ho­len. Aber er kommt nicht in mein Haus“.

Al­so, Herr Blauth, das gab es 1947 schon! Die Flücht­lin­ge von 1947 wur­den in Holz­ba­ra­cken auf dem Förs­ter­hof und so wei­ter ge­steckt! Das ist Gott­lob heu­te nicht mehr so. Heu­te sind es St­ein­häu­ser.

Sie sa­gen: Wir sind un­se­rer Ver­gan­gen­heit ver­pflich­tet! – Es war Kriegs­zeit. Was da ge­sche­hen ist, kann man nicht ver­ges­sen und das tun die Deut­schen auch nicht. Aber al­le, die noch Kin­der wa­ren oder nach dem Krieg ge­bo­ren sind, sind nicht un­se­rer Ver­gan­gen­heit ver­pflich­tet.

Und wenn es ei­nen Gott gibt, dann wä­ren un­se­re Kir­chen auch wie­der voll. So ha­ben vie­le den Glau­ben an Ge­rech­tig­keit ver­lo­ren.

Den­ken Sie nur ein­mal an die Po­li­ti­ker, das reicht, die nächs­ten Wah­len kom­men be­stimmt. As­trid Schwarz-Mahn­ke Del­men­horst

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