„He­xen­jagd“ist plötz­lich wie­der hoch­ak­tu­ell

Klassiker des Thea­ters am Di­ens­tag im Klei­nen Haus

Delmenhorster Kreisblatt - - DELMENHORST -

DEL­MEN­HORST Mit dem Schau­spiel „He­xen­jagd“aus der Fe­der von Ar­thur Mil­ler steht am kom­men­den Di­ens­tag, 16. Ok­to­ber, ab 20 Uhr ein Klassiker des Thea­ters auf dem Spiel­plan im Klei­nen Haus, dar­ge­bo­ten von der Kon­zert­di­rek­ti­on Land­graf. Mit der He­xen­ver­fol­gung des 17. Jahr­hun­derts in Ame­ri­ka be­han­delt „He­xen­jagd“vor­der­grün­dig zwar ei­nen his­to­ri­schen Stoff, die Zu­sam­men­hän­ge zwi­schen re­li­giö­sem und po­li­ti­schem Fa­na­tis­mus wur­den aber vom Au­tor be­wusst auch auf sei­ne Ge­gen­wart – die Kom­mu­nis­ten­hatz des be­rüch­tig­ten Se­na­tors Jo­seph McCar­thy in den USA der 1950er Jah­re – be­zo­gen. Und jetzt ist klar: 65 Jah­re nach der Urauf­füh­rung ist Mil­lers Klassiker the­ma­tisch plötz­lich wie­der hoch­ak­tu­ell in Zei­ten, in de­nen Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit in vie­len Welt­ge­gen­den zu­neh­men­de Ein­schrän­kung er­fah­ren und Macht­ha­ber tat­säch­li­che oder ver­meint­li­che po­li­ti­sche Geg­ner un­ter fa­den­schei­ni­gen Grün­den ver­fol­gen und in­haf­tie­ren las­sen.

Kurz zum In­halt des Stücks: Sa­lem, Mas­sa­chu­setts, im Jahr 1692. Der pu­ri­ta­ni­sche Pas­tor Sa­mu­el Par­ris über­rascht sei­ne halb­wüch­si­ge Nich­te Abi­ga­il und ei­ni­ge an­de­re Mäd­chen zu nächt­li­cher St­un­de beim Tanz im Wald. Als am nächs­ten Mor­gen ei­ni­ge der Mäd­chen auf­fäl­li­ges Ver­hal­ten zei­gen, ver­brei­ten sich in der Stadt Ge­rüch­te, dass He­xe­rei im Spiel war. Par­ris, der um sei­nen Ruf fürch­tet, holt sich Hil­fe in Per­son des Pas­tors John Ha­le, ei­nes Ex­per­ten in Sa­chen He­xe­rei. Un­ter Ha­les und Par­ris‘ Be­fra­gung be­haup­ten die Mäd­chen schließ­lich, vom Teu­fel be­ses­sen zu sein, und be­zich­ti­gen auch an­de­re, mit dem Teu­fel im Bund zu ste­hen. Da­mit tre­ten sie ei­ne Wo­ge der Hys­te­rie los, die schnell au­ßer Kon­trol­le ge­rat. Dem ei­lends ein­be­ru­fe­nen He­xen­ge­richt un­ter dem Vor­sitz von Rich­ter Dan­forth gel­ten die Aus­sa­gen der Mäd­chen als Be­weis der Schuld, nur wer ge­steht und selbst wei­te­re Na­men nennt, kann dem Tod durch den Strang ent­ge­hen. Das Un­heil nimmt sei­nen Lauf.

Zum En­sem­ble ge­hö­ren un­ter an­de­rem Wolf­gang Sei­den­berg, Cars­ten Klemm, Ralf Gro­bel und Han­nah Pras­se. juls

Kar­ten gibt es bei der der Kon­zert- und Thea­ter­di­rek­ti­on so­wie an der Abend­kas­se.

FO­TO: DIETRICH DETTMANN

Ar­thur Mil­lers Schau­spiel „He­xen­jagd“wird am kom­men­den Di­ens­tag im Klei­nen Haus ge­zeigt.

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