Nord­deut­sche See­le mit Sinn für Ge­schich­ten

Ehe­ma­li­ge Del­men­horste­rin Ke­na Hü­sers ge­winnt Li­te­ra­tur­preis

Delmenhorster Kreisblatt - - DELMENHORST - Von Mar­co Ju­li­us

Ke­na Hü­sers hat den Ehm-Welk-Li­te­ra­tur­preis des Land­krei­ses Ucker­mark ge­won­nen. Die Au­to­rin liebt den Nor­den – und ih­re Hei­mat Del­men­horst.

DEL­MEN­HORST Als die Nach­richt bei ihr an­ge­kom­men ist, hat sie vor­sichts­hal­ber di­rekt noch ein­mal nach­ge­fragt. „Ich ha­be das nicht gleich be­grif­fen“, sagt Ke­na Hü­sers. Die ehe­ma­li­ge Del­men­horste­rin, die heu­te in An­ger­mün­de lebt, hat den Ehm-Welk-Li­te­ra­tur­preis 2018, ei­nen mit 2000 Eu­ro do­tier­ten Li­te­ra­tur­wett­be­werb, der seit 1992 al­le zwei Jah­re vom Land­kreis Ucker­mark aus­ge­lobt wird, ge­won­nen. „Das ist ei­ne gro­ße Eh­re für mich“, sagt die Au­to­rin und freie Jour­na­lis­tin. Ge­won­nen hat die 48-Jäh­ri­ge den Preis mit ih­rer Kurz­ge­schich­te „Die Chris­tan­je“, in der die nord­deut­sche Hei­mat und die platt­deut­sche Spra­che wich­ti­ge Rol­len spie­len. Die Ver­lei­hung in der Dorf­kir­che Bie­sen­brow, dem Ge­burts­ort des Au­tors Ehm Welk (18841966), sei ein be­son­ders schö­ner Mo­ment ge­we­sen.

Ke­na Hü­sers ist und bleibt ei­ne nord­deut­sche See­le, auch wenn sie un­ter an­de­rem sehr lan­ge in Ber­lin ge­wohnt hat und jetzt auch schon wie­der län­ge­re Zeit in der Ucker­mark zu­hau­se ist. Ih­ren Mann üb­ri­gens, den hat sie über die Lie­be zur platt­deut­schen Spra­che ken­nen­ge­lernt. In Ber­lin. Da hat sie per Face­book-Auf­ruf nach Men­schen ge­sucht, die mal wie­der Platt schna­cken wol­len. „Dar­aus ist die Grup­pe ,Mu­schel­schub­ser‘ ent­stan­den. Men­schen aus dem Nor­den, die es nach Ber­lin ver­schla­gen hat“, sagt Ke­na Hü­sers. Platt­deut­sches Thea­ter, Boß­el- und Kohl­tou­ren – die „Mu­schel­schub­ser“ha­ben sich ein Stück Hei­mat nach Ber­lin ge­holt. Nor­bert Hü­sers aus dem Ems­land, der erst in der Schu­le Hoch­deutsch ge­lernt hat, war auch da­bei.

Ke­na Hü­sers, ge­bo­re­ne Mai­er, hat ei­ne be­weg­te Ge­schich­te hin­ter sich. Sie hat sich als Ma­le­rin pro­biert, war Gra­fik-De­si­gne­rin und Wer­be­tex­te­rin, hat sich dann zu ei­ner Um­schu­lung im Be­reich der Al­ter­na­tiv­me­di­zin ent­schlos­sen und zehn Jah­re als Heil­prak­ti­ke­rin in Ber­lin ge­ar­bei­tet. 2010 hat sie noch ein Jour­na­lis­mus­stu­di­um drauf­ge­sat­telt. Die Ver­bun­den­heit mit der Na­tur ist ihr stets ge­blie­ben.

„Ge­schrie­ben ha­be ich ei­gent­lich im­mer“, sagt Ke­na Hü­sers. „Post­fak­tisch bin ich ei­ne Nie­te“heißt ihr ak­tu­el­ler Ro­man. „Mon­d­rausch“, ein Ro­man mit Nä­he zum ma­gi­schen Rea­lis­mus, hieß der Vor­gän­ger. Auch Kin­der­bü­cher hat sie schon ge­schrie­ben. „Ak­tu­ell ar­bei­te ich an ei­nem Ucker­mark-Kri­mi“, sagt die Au­to­rin. „Ich mag es, un­ter­schied­li­che Din­ge aus­zu­pro­bie­ren.“

Die Nä­he zu Del­men­horst hat sie nie ver­lo­ren. Ih­re El­tern le­ben wie­der in der Stadt, ei­ne Kin­der­gar­ten-Freun­din in Gan­der­ke­see. „Ich kom­me im­mer gern zu­rück.“Beim nächs­ten Mal dann als aus­ge­zeich­ne­te Au­to­rin.

FO­TO: UTE LUD­WIG

Ke­na Hü­sers, in Del­men­horst auf­ge­wach­sen, hat den bun­des­weit aus­ge­schrie­be­nen Ehm-Welk-Li­te­ra­tur­preis ge­won­nen.

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