Frust und Furcht

Dis­kus­si­on um Bau­stel­len / Bür­ger­meis­ter-Smidt-Brü­cke dicht / Her­den­tor­stein­weg fast fer­tig

Delmenhorster Kreisblatt - - REGION - Von Stef­fen Kol­ler

Auf­ge­stemm­te Stra­ßen, dröh­nen­de Press­luft­ham­mer, Stau an vie­len Ecken: Frei nach dem Mot­to „Al­les neu macht der Herbst“wer­den die­ser Ta­ge gleich meh­re­re Ver­kehrs­kno­ten­punk­te in Bre­men sa­niert, um­ge­baut und er­wei­tert. Ein Über­blick zu Ar­bei­ten und Re­ak­tio­nen.

BRE­MEN Bre­men droht ein Ver­kehrs­cha­os, ver­mu­te­ten vie­le. Bis­lang ist es an vie­len Ecken ver­gleichs­wei­se ru­hig ge­blie­ben, was auch mit den Herbst­fe­ri­en zu tun ha­ben kann. Den­noch: Ganz glau­ben will man das nicht, zei­gen doch Zah­len der Ver­kehrs­ma­nage­ment Zen­tra­le Bre­men (VMZ), dass es ak­tu­ell knapp 190 Bau­stel­len in der Han­se­stadt gibt.

Jüngs­tes Bei­spiel: die Bür­ger­meis­ter-Smidt-Brü­cke. Die mehr als 220 Me­ter lan­ge Stahl­kon­struk­ti­on ist noch bis 29. Ok­to­ber stadt­aus­wärts ge­sperrt, da­nach fol­gen wei­te­re drei Wo­chen bis 17. No­vem­ber, in de­nen die Stre­cke stadt­ein­wärts dicht ist. Auf Hö­he Schlach­te und an der Stra­ße Am Deich sol­len Fuß­gän­ger­que­run­gen samt Am­pel­an­la­gen ent­ste­hen. Bis spä­tes­tens April 2019 soll ein wei­te­rer Über­weg auf Hö­he „Am Brill“ge­baut wer­den, so Jens Titt­mann, Spre­cher des grü­nen Bau­res­sorts. Kos­ten pro Über­weg: rund 50 000 Eu­ro, Pla­nungs­kos­ten nicht ein­ge­rech­net. Auf der Brü­cke war es En­de Ju­ni zu ei­nem schwe­ren Ver­kehrs­un­fall ge­kom­men, zwei Men­schen star­ben. Die Über­we­ge sol­len nun ein si­che­res Über­que­ren der Stra­ße mög­lich ma­chen.

We­ni­ge Stra­ßen­zü­ge wei­ter die nächs­te Groß­bau­stel­le. Seit Wo­chen stem­men Ar­bei­ter We­ge am Her­den­tor­stein­weg auf, ver­brei­tern Geh- und Rad­weg, auf de­nen bis­her et­wa 2000 Fuß­gän­ger und 600 Rad­ler pro St­un­de un­ter­wegs wa­ren. Künf­tig gibt es für Au­to­fah­rer Rich­tung Wall nur noch ei­ne Spur, den Rest neh­men Rad­ler und Fuß­gän­ger ein. Für den Fein­schliff wird die Stre­cke heu­te Abend ab 20 Uhr bis mor­gen ge­gen 18 Uhr voll ge­sperrt. Am Mon­tag soll al­les fer­tig sein. Hin­zu ge­sel­len sich Ar­bei­ten am Os­ter­deich, der Fin­dorff-Tun­nel ist dicht, auch die Fahrt am Rem­ber­ti­ring ent­lang der Dis­comei­le stellt die Ner­ven von Au­to­fah­rern auf die Pro­be. Ganz da­von ab­ge­se­hen, dass auch rund um Bre­men, ins­be­son­de­re im Sü­den, vie­le Au­to­bahn­ab­schnit­te nur be­dingt für Ent­las­tung sor­gen.

Ins­be­son­de­re die Viel­zahl der Bau­stel­len und ver­meint­lich man­geln­de Kom­mu­ni­ka­ti­on des Bau­res­sorts sorg­te in jüngs­ter Ver­gan­gen­heit für Är­ger. Jens Eck­hoff, Vor­sit­zen­der der CDU Bre­men-Stadt, sprach von „Un­fä­hig­keit“bei der Pla­nung und da­von, dass Bau­vor­ha­ben die­ses Aus­ma­ßes vie­le Men­schen aus der In­nen­stadt fern­hal­ten wür­den. FDP-Frak­ti­ons­che­fin Lencke St­ei­ner nann­te die Pla­nun­gen „di­let­tan­tisch“und sprach von ei­nem „An­ti-Au­to­fah­rer-Pro­gramm“. „Be­su­cher­fre­quenz und Um­sät­ze ha­ben sich spür­bar zum Ne­ga­ti­ven ver­än­dert“, hieß es von Han­dels­kam­mer-Prä­ses Ha­rald Emig­holz. Er füg­te an, dass ins­be­son­de­re die In­nen­stadt-Ein­zel­händ­ler „re­gel­mä­ßig vor voll­ende­te Tat­sa­chen“ge­stellt wür­den.

Mit­glie­der der City-Initia­ti­ve mach­ten ih­rem Un­mut eben­falls Luft. Aus ih­rer Sicht wä­re es sinn­voll ge­we­sen, zu­nächst die Zu­kunft des Park­hau­ses Mit­te zu klä­ren, be­vor Zu­fahr­ten auf­wen­dig sa­niert wür­den.

FO­TO: STEF­FEN KOL­LER

Die Bür­ger­meis­ter-Smidt-Brü­cke ist bis 29. Ok­to­ber stadt­aus­wärts ge­sperrt, da­nach wird die Brü­cke noch mal 17. No­vem­ber stadt­ein­wärts dicht­ge­macht. für drei Wo­chen bis zum

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