Lie­be Fach­händ­ler!

Der Fachhandler - - News -

Wie­der ist ein Jahr vor­bei. Uns geht’s gut wie nie – sa­gen die ei­nen. Uns geht’s Jahr für Jahr schlech­ter – sa­gen die an­de­ren. Uns wird’s bald viel schlech­ter ge­hen – sa­gen die nächs­ten. Und man sitzt da­zwi­schen, ob als Re­dak­teur oder als Fach­händ­ler, und hat ei­gent­lich we­nig Zeit, über den Lauf der Jah­re zu phi­lo­s­phie­ren. Da sind noch die Weih­nachts­ver­käu­fe zu pus­hen, dort ist noch schnell ein wei­te­res Heft vor dem Jah­res­en­de an den Ki­osk zu brin­gen. Da hofft man auf die Kun­den, die mit lan­gem Wunsch­zet­tel in den La­den kom­men, dort wünscht man sich noch ein paar Käu­fer und Le­ser mehr, für das, was man mit viel Auf­wand und Herz­blut auf die Bei­ne ge­stellt hat.

Aber egal wie es läuft, die Zeit zwi­schen den Jah­ren soll­te ge­nutzt wer­den, auch mal wie­der zur Ru­he zu kom­men, sich über das zu freu­en, was man ge­schafft hat, über das, was ei­nen au­ßer Pro­duk­t­or­der­lis­ten oder Heft­sei­ten­plä­ne noch um­gibt – die Fa­mi­lie, Freun­de, ein­fach da zu sein.

Der All­tag holt ei­nen dann eh schnell ge­nug ein.

Das neue Jahr kommt oh­ne Zwei­fel mit Schwung und al­lem, von dem das al­te auch schon so viel hat­te. Schon im Win­ter gibt es die ers­ten Mes­sen, die ers­ten Road­shows der gro­ßen Her­stel­ler, auf de­nen das Pro­dukt- und Kam­pa­gnen­jahr schon wie­der durch­ge­plant wird. Und wäh­rend die ei­nen Kun­den ih­re Weih­nachts­ge­schen­ke mit bö­ser Mi­ne zu­rück zum Händ­ler tra­gen, fan­gen die an­de­ren an, von ih­rer neu­en Woh­nung zu träu­men und mit ers­ten Be­stell­zet­teln durch die Bau- und Elek­tro­märk­te zu ge­hen – und bes­ten­falls auch den Händ­ler ih­res Ver­trau­ens in die Spur schi­cken, et­was Tol­les, aber „nicht ganz so Teu­res“zur Er­fül­lung des Woh­nungs­trau­mes bei­zu­tra­gen. Al­les wie ge­habt, im Gu­ten wie im Bö­sen, man freut sich, är­gert sich, schöpft Kraft, die man an an­de­ren Stel­len wie­der fast bis zum Tank­bo­den aus­schöpft.

Ich wün­sche Ih­nen für das neue Jahr, dass Ihr Jah­res­pen­del dann doch eher in den grü­nen Be­reich aus­schlägt, dass die Wirt­schaft nicht ins Strau­cheln kommt und die Kun­den Ih­nen und auch uns er­hal­ten blei­ben. Si­cher wer­den wir da­zu ler­nen müs­sen – Ge­schäfts­mo­del­le än­dern sich und ent­spre­chen­de Ent­schei­dun­gen sind zu tref­fen. Ri­si­ken sind ein­zu­ge­hen, die uns kei­ner ab­neh­men kann. Und wenn es dann doch ein we­nig zu pro­ble­ma­tisch wird mit all dem, dann ma­chen wir das so, wie es die TV-Bran­che tut, und set­zen auf ei­nen Ter­min 2018, der al­les wie­der ge­ra­de­biegt – denn 2018 ist wie­der ein Fuß­ball-WM-Jahr. Und da­mit steht fest: Al­les wird gut!

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