Ha­ben Sie ein Herz für Trach­ten?

Der Sonntag (Karlsruhe) - - Aktuell - Er/Fo­tos: Fa­b­ry

„Ja, das ist schön an­zu­schau­en“, meint Cor­ne­lia Bar­ros (59), Kauf­frau Großund Ein­zel­han­del aus Ett­lin­gen. „Vor al­lem die Schwarz­wald-Tracht mit dem Bol­len­hut fin­de ich wun­der­bar. Dass es Dirndl und Le­der­ho­sen mitt­ler­wei­le über­all gibt, liegt wohl an den deutsch­land­wei­ten Ok­to­ber­fest-Ab­le­gern.“ „Das kommt dar­auf an“, sagt Ri­go Fay (70), Rent­ner aus Karls­ru­he. „Wenn Trach­ten zur Kul­tur- und Brauch­tums­pfle­ge ge­tra­gen wer­den, fin­de ich das toll. Ein Dirndl oder ei­ne Le­der­ho­se nur we­gen des Ok­to­ber­fests an­zu­zie­hen, ist nicht mein Fall. Ich war vor Jah­ren mal auf dem Cann­stat­ter Wa­sen – in All­tags­klei­dung.“ „Ich fin­de Trach­ten in­ter­es­sant“, er­zählt Ibra­him Al­mus­lim (22), Schü­ler aus Ba­den-Ba­den. „In mei­ner Hei­mat Sy­ri­en gibt es so et­was nicht. Nur wirkt die­se Klei­dung, ge­ra­de beim Ok­to­ber­fest, manch­mal ein we­nig wie Kar­ne­val auf mich – viel­leicht auch, weil dort so viel ge­fei­ert und ge­trun­ken wird.“ „Ja, denn Trach­ten sind ein Teil un­se­res Kul­tur­gu­tes“, be­tont Jür­gen Hö­nisch (49), Kauf­mann aus Karls­ru­he. „Ich be­grü­ße es, wenn man sie zur Brauch­tums­pfle­ge trägt. Am schöns­ten fin­de ich das klas­si­sche ‚Schwarz­wald­mä­del‘ mit Bol­len­hut. Beim Ok­to­ber­fest ist mir Tracht da­ge­gen oft zu auf­ge­setzt.“ „An­schau­en: Ja, selbst tra­gen: Nein“, sagt Alex­an­dra Ray­her (43), Mit­ar­bei­te­rin in ei­nem Kin­der­gar­ten aus Karls­ru­he. „Mein letz­tes Dirndl hat­te ich als Kind. Wo ich das ge­tra­gen ha­be, weiß ich aber nicht mehr. Ich bin heu­te mehr der Ho­sen­typ und wür­de, wenn über­haupt, eher zur Le­der­ho­se grei­fen.“ „Nein, ich mag den Stil ein­fach nicht“, ant­wor­tet Lu­na Mei­er (21), Haus­frau und Mut­ter aus Karls­ru­he. „Aber na­tür­lich kann je­der tra­gen, was er will. Ich per­sön­lich ken­ne aber nie­man­den, der Trach­ten an­zieht. Mein Stil ist dem An­lass an­ge­passt. Mal sport­lich oder be­quem, mal schi­cker.“

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