Die Re­gi­on

Sand­korn-Che­fin St­ef­fi Lack­ner führt die in­klu­si­ven „Sp!nner“zur Pre­mie­re

Der Sonntag (Karlsruhe) - - Erste Seite - Tho­mas Liebs­cher D!e Sp!nner! im Ca­fé Bab­bel: Pre­mie­re Di­ens­tag, 19. Sep­tem­ber, 19 Uhr, Sand­korn-Thea­ter Karls­ru­he , Kai­ser­al­lee 11. Wei­te­re Ter­min täg­lich bis Frei­tag. Te­le­fon (07 21) 84 89 84

Paul „Scruf­fy“Bur­ke: Ein Ire in Karls­ru­he

Wenn sie auf dem Re­gie­stuhl sitzt kann St­ef­fi Lack­ner noch la­chen. Ge­ra­de mar­schie­ren die Ak­teu­re ih­res Her­zens­pro­jekts „D!e Sp!nner!“wie wat­scheln­de Pin­gui­ne von der Büh­ne des Sand­korn-Fa­b­rik­thea­ters. Nur soll­te sich die Ab­schluss-Po­lo­nai­se nicht in ver­schie­de­ne Aus­gän­ge auf­tei­len, das wirkt zu ko­misch. Je­den Tag probt Re­gis­seu­rin Lack­ner der­zeit mit den be­hin­der­ten und nicht­be­hin­der­ten Schau­spie­lern für das Stück „D!e Sp!nner im Ca­fé Bab­bel“. (Ganz of­fi­zi­ell schreibt sich die in­klu­si­ve Trup­pe, um ih­re Be­son­der­heit zu be­to­nen, mit je­weils ei­nem Aus­ru­fe­zei­chen an­statt des Buch­sta­bens „i“.) Je­den Tag ste­hen der­zeit Pro­ben an, am Di­ens­tag er­lebt die vier­zehn­te Pro­duk­ti­on des in Ba­den-Würt­tem­berg ein­zig­ar­ti­gen Pro­jekts Pre­mie­re. Wie im­mer ha­ben die Be­tei­lig­ten den Text selbst er­ar­bei­tet. Dies­mal ist der Schau­platz ein Ca­fé. Dort ge­hö­ren Speed Da­ting, Poe­try Slam oder ein po­li­ti­scher Abend zum Pro­gramm. Das bringt viel Ge­le­gen­heit, Spiel­freu­de zu le­ben – und die we­ni­ger an­ge­neh­men Hin­ter­grün­de im Sand­korn zu­rück­zu­drän­gen. Das Thea­ter ist in fi­nan­zi­el­len Schwie­rig­kei­ten und muss­te In­sol­venz be­an­tra­gen. „Ich war sehr ge­schockt, als ich das ge­hört ha­be“, sagt die blin­de Schau­spie­le­rin Sa­bi­ne Lam­perts­dör­fer. „Wir sind doch schon so lan­ge da­bei bei den „Spin­nern“, es wä­re scha­de, wenn es nicht wei­ter­geht.“Seit 2003 sind be­hin­der­te Teil­neh­mer auf Au­gen­hö­he in­te­griert in das Büh­nen­pro­jekt. Es setzt ein deut­li­chen Zei­chen, wel­che krea­ti­ves Leis­tun­gen mit Han­di­cap mög­lich sind. „Es han­delt sich nicht um ein Be­treu­ungs­pro­jekt, son­dern um ein künst­le­ri­sches“, sagt Hans Pe­ter Dö­rig über die be­hin­der­ten Mit­spie­ler. Na­tür­lich nimmt der festan­ge­stell­te Schau­spie­ler die Kol­le­gen mal im wört­li­chen oder im über­tra­ge­nen Sinn an die Hand. Aber das Lam­pen­fie­ber be­wäl­ti­gen Pao­lo di Bo­no, Gind­rat, Ralph Har­tung, Ca­mil­la Häuß­ler und Sas­kia Ste­pha­ny schon al­lein. Und vie­le Fans ha­ben „D!e Sp!nner!“mit den Jah­ren ge­won­nen. Das Sand­korn ar­bei­tet bei die­sem nach­hal­ti­gen Pro­jekt eng mit der Le­bens­hil­fe zu­sam­men. „Die Trup­pe hier ret­tet mich ge­ra­de“meint St­ef­fi Lack­ner an­ge­sichts ih­res Ge­müts­zu­stand mit Blick auf die Ab­wick­lung des „al­ten“Sand­korn. Bis Sep­tem­ber läuft der ge­wohn­te Spiel­be­trieb auf je­den Fall noch. Thea­ter­all­tag und Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung sind un­ter ei­nen Hut zu brin­gen. In­ten­dan­tin Lack­ner bangt um die Zu­kunft ih­rer Mit­ar­bei­ter. Aber an der Über­zeu­gungs­Co­let­te kraft auch der neu­es­ten „Sp!nner“hat sie kei­ner­lei Zwei­fel.

Kann es sein, dass der Wirt ei­nes Ca­fés mit ei­ner Tor­te auf sei­ne Gäs­te wirft? Je­den­falls geht es im Ca­fé Bab­bel ganz schön tur­bu­lent zu. Das zeigt die in­klu­si­ve Thea­ter­grup­pe „D!e Sp!nner!“in ih­rem neu­es­ten Stück am Sand­korn-Thea­ter. Es ist von Di­ens­tag bis Frei­tag zu se­hen. Fo­to: Patrick Wer­ner

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.