Re­kord­sie­ger Vet­tel ei­ne Macht

Start­platz eins ge­holt und Re­van­che im Blick

Der Sonntag (Karlsruhe) - - Sport - Chris­toph Kös­ter

Se­bas­ti­an Vet­tel schrie sei­ne Freu­de in die Nacht von Sin­ga­pur. Zwei Wo­chen nach der Schmach von Mon­za hat der Fer­ra­ri-Star den ers­ten Schritt Rich­tung in Re­van­che ge­macht und die Po­le Po­si­ti­on für das Nach­tren­nen in Süd­ost­asi­en (14 Uhr MESZ/RTL) er­obert – da­mit kann er sei­nem Ri­va­len Le­wis Ha­mil­ton die WM-Füh­rung wie­der ab­ja­gen.

For­mel 1 in Sin­ga­pur: Ha­mil­ton auf der Fünf

Die Er­leich­te­rung stand dem Hep­pen­hei­mer ins Ge­sicht ge­schrie­ben. „Ich bin noch vol­ler Ad­re­na­lin, ich muss erst mal run­ter­kom­men“, sag­te der im­mer noch zit­tern­de Vet­tel nach sei­ner Traum­run­de, mit der er sich zum 49. Mal in sei­ner Kar­rie­re auf Start­platz eins ka­ta­pul­tier­te: „Wir hat­ten die gan­ze Zeit Pro­ble­me mit dem Au­to. Kei­ne Ah­nung, wo­her die­se Run­den­zeit jetzt kam. Das Au­to war schwie­rig, aber es wur­de bes­ser und bes­ser über die Nacht. Ich lie­be die­se Stre­cke, jetzt bin ich nur glück­lich.“In 1:39,491 Mi­nu­ten dis­tan­zier­te Vet­tel das zu­vor so star­ke Re­dBull-Duo Max Ver­stap­pen (Nie­der­lan­de) und Da­ni­el Ric­ci­ar­do (Aus­tra­li­en) um mehr als drei Zehn­tel­se­kun­den. Bis zum Qua­li­fy­ing hat­ten die Red Bulls al­le Trai­nings-Ses­si­ons do­mi­niert, doch Vet­tel schlug im rich­ti­gen Mo­ment zu­rück und ver­hin­der­te die ers­te Red-Bull-Po­le seit Mo­na­co 2016. Auf Platz vier schob sich sein Team­kol­le­ge Ki­mi Räik­kö­nen (Finn­land), Ha­mil­ton wird das Ren­nen nur als Fünf­ter in An­griff neh­men. Auf der High­speed-Stre­cke in Mon­za war Fer­ra­ri Mer­ce­des vor zwei Wo­chen noch hoff­nungs­los un­ter­le­gen ge­we­sen, da­durch ver­lor Vet­tel die WM-Füh­rung erst­mals in die­ser Sai­son an Ha­mil­ton und liegt nun drei Punk­te hin­ter dem Bri­ten. Der en­ge Stadt­kurs in der asia­ti­schen Fi­nanz­me­tro­po­le kommt der Scu­de­ria al­ler­dings deut­lich mehr ent­ge­gen, Vet­tel gilt als Fa­vo­rit – und hat oh­ne­hin ei­ne ganz be­son­de­re Be­zie­hung zu Sin­ga­pur: Mit bis­lang vier Tri­um­phen ist der Deut­sche hier Re­kord­sie­ger, schon zum vier­ten Mal steht er nun auf der Po­le. Und die­se ist in Sin­ga­pur im­mens wich­tig. Sie­ben von neun Sie­gen gin­gen bis­lang an den Po­le-Set­ter, selbst mit den fast ga­ran­tier­ten Sa­fe­ty-Car-Pha­sen ist das Über­ho­len auf­grund der 23 Kur­ven und sehr kur­zen Ge­ra­den ex­trem schwer. Den­noch glaubt Vet­tel noch nicht dar­an, dass er die WM-Füh­rung heu­te Abend si­cher in­ne­ha­ben wird: „Das wird ein lan­ges Ren­nen, und auch die Mer­ce­des-Jungs sind sehr schnell.“Wo­mög­lich ist Sin­ga­pur für Vet­tel da­her auch die letz­te Chan­ce, im Kampf um sei­ne fünf­te Welt­meis­ter­schaft ent­schei­dend zu­rück­zu­schla­gen. Die üb­ri­gen sechs Ren­nen sind von den Stre­cken­pro­fi­len her zwar nicht ein­deu­tig ei­nem Team zu­zu­schrei­ben, soll­ten aber eher Mer­ce­des ent­ge­gen­kom­men. In den ers­ten bei­den Qua­li­fy­ing-Ab­schnit­ten lag Vet­tel hin­ter Ver­stap­pen. „Wir wa­ren in je­der Session am Schnells­ten, au­ßer in der ent­schei­den­den. Aber wir sind trotz­dem glück­lich mit den Plät­zen zwei und drei. Hof­fent­lich kön­nen wir Fer­ra­ri mor­gen ei­nen har­ten Kampf lie­fern“, sag­te Red-Bull-Te­am­chef Chris­ti­an Hor­ner. Dass es für Vet­tel un­ge­müt­lich wird, kün­dig­te auch Red Bulls Mo­tor­sport­be­ra­ter Hel­mut Mar­ko an: „Un­se­ren bei­den Fah­rer wis­sen, dass sie ein Au­to ha­ben, mit dem sie ge­win­nen kön­nen. Und an­ders als Vet­tel kann ih­nen der WM-Kampf egal sein.“Re­nault-Pi­lot Ni­co Hül­ken­berg aus Em­me­rich war – wie zu­vor er­hofft – der bes­te Fah­rer au­ßer­halb der drei Top­teams und wird von Rang sie­ben star­ten.

Dau­men hoch: Vier Mal hat Se­bas­ti­an Vet­tel in Sin­ga­pur ge­won­nen. Heu­te zum fünf­ten Mal? Fo­to: AFP

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