Mehr als Guin­ness und U2

Ir­lands hip­pe Haupt­stadt bie­tet mehr

Der Sonntag (Karlsruhe) - - Reise & Urlaub - Mar­co Wehr (srt)

Du­blin ge­hört zu den Trend-Städ­te­zie­len in Eu­ro­pa. Be­son­ders jun­ge Leu­te nut­zen die ak­tu­el­len Bil­lig­flug­an­ge­bo­te von Rya­nair und Co, um in nur rund zwei St­un­den Flug­zeit an Ir­lands Ost­küs­te zu ge­lan­gen. Ein gro­ßes Kul­tur­an­ge­bot und das kos­mo­po­li­ti­sche Flair ma­chen be­son­ders in der war­men Jah­res­zeit ei­ne Rei­se zum Ri­ver Lif­fey zum Er­leb­nis. Hier sind sechs At­trak­tio­nen, die bei ei­nem som­mer­li­chen Kurz­trip nach Du­blin nicht feh­len dür­fen.

Ja­mes Joy­ce Cent­re

Für die ei­nen ist es ei­ne li­te­ra­ri­sche Of­fen­ba­rung, für an­de­re ein schwer durch­schau­ba­res Ge­wirr über­kom­ple­xer Hand­lungs­strän­ge. Doch ganz gleich, wie man da­zu steht: Mit „Ulys­ses“schrieb der Schrift­stel­ler Ja­mes Joy­ce „das“Buch Ir­lands. Wer sein Le­ben und Werk so­wie sei­ne Wir­kungs­stät­ten ken­nen­ler­nen möch­te, kommt am Ja­mes Joy­ce Cent­re in der 35 North Gre­at Ge­or­ge’s Street nicht vor­bei. Ne­ben un­ter­halt­sa­men Stadt­füh­run­gen auf den Spu­ren des Ulys­sesProt­ago­nis­ten Leo­pold Bloom er­war­ten Be­su­cher zahl­rei­che Ex­po­na­te rund um die Per­son Ja­mes Joy­ce, dar­un­ter Skur­ri­les wie ei­ne Ko­pie sei­ner To­ten­mas­ke.

Dol­ly­mount Beach

Zu­ge­ge­ben: Es ist nicht der Wai­ki­ki Beach im fer­nen Ha­waii, son­dern nur der Dol­ly­mount Beach vor den To­ren Du­blins. Doch in der oft stür­mi­schen Iri­schen See sind Wind und Wel­len genau­so an der Ta­ges­ord­nung wie im Pa­zi­fik, wenn­gleich der Him­mel öf­ter grau als blau ist. Kein Wun­der, dass Sur­fen auch vor Du­blins Haus­tür ein be­lieb­ter Zeit­ver­treib ist. Kur­se und die kom­plet­te Aus­rüs­tung gibt es vor Ort zu mie­ten.

Phoenix Park

Was ha­ben der iri­sche Prä­si­dent, der ame­ri­ka­ni­sche Bot­schaf­ter und der Du­bli­ner Zoo ge­mein­sam? Das Trio hat sei­ne of­fi­zi­el­le Adres­se in Eu­ro­pas zweit­größ­ter Park­an­la­ge. Nur gut drei Ki­lo­me­ter nord­west­lich vom Zen­trum ent­fernt, schlägt im Phoenix Park das grü­ne Herz der Stadt. Auf den ge­pfleg­ten Ra­sen­flä­chen rund um das Wel­ling­ton Mo­nu­ment tum­meln sich Pick­ni­cker mit ih­ren Grills, kämp­fen Schü­ler um das brau­ne Rug­by-Ei oder ren­nen Hun­de flie­gen­den Fris­bees hin­ter­her.

Mol­ly Ma­lo­ne

An die­sem Fi­sch­weib kommt nie­mand vor­bei: Seit Ge­ne­ra­tio­nen wer­den die zu­pa­cken­de Mu­schel­händ­le­rin Mol­ly Ma­lo­ne und ihr Holz­kar­ren in der in­of­fi­zi­el­len Na­tio­nal­hym­ne Du­blins, „Cock­les and Mus­sels“, be­sun­gen. So ist es nicht ver­wun­der­lich, dass die schö­ne Mol­ly – die wirk­lich im 17. Jahr­hun­dert leb­te – vor der Tou­ris­ten­in­for­ma­ti­on in der Suf­folk Street als Denk­mal ent­schlos­sen bli­ckend auf ih­re Kund­schaft war­tet. Der Le­gen­de nach irr­lich­tert ihr Geist seit ih­rem tra­gi­schen Fie­ber-Tod durch die nächt­li­chen Gas­sen.

Gra­vi­ty Bar

Zu gu­ter Letzt gibt es am dunk­len, fast schwar­zen Na­tio­nal­ge­tränk der Iren doch kein Vor­bei­kom­men. Und dar­an trägt die Gra­vi­ty Bar ge­hö­rig Mit­schuld. Du­blins schöns­ter Pan­ora­ma­blick öff­net sich in al­le Rich­tun­gen vom Dach des Guin­ness Sto­re Hou­se, wo na­tür­lich das ei­ne oder an­de­re Pint frisch ge­zapft auf den Tisch kommt. Auf den sechs Stock­wer­ken dar­un­ter dreht sich al­les um das Bier­brau­en im All­ge­mei­nen und die Ge­schich­te der welt­be­rühm­ten Braue­rei im Spe­zi­el­len. Aber auch wei­te­re Ca­fés und Re­stau­rants so­wie Even­träu­me ma­chen ei­nen Be­such in­ter­es­sant.

Wick­low Moun­ta­ins

Die Haupt­stadt Du­blin liegt zwar nur et­wa 20 Me­ter hoch über dem Mee­res­spie­gel, aber nur we­ni­ge Ki­lo­me­ter hin­ter der Stadt­gren­ze öff­net sich der Blick schon auf ein ber­gi­ges, länd­li­ches Ir­land wie aus dem Bil­der­buch. Die Wick­low Moun­ta­ins sind ei­ner der schöns­ten Ge­birgs­zü­ge der iri­schen In­sel und rei­chen bis auf 925 Me­ter Hö­he. Der Po­wers­court Was­ser­fall, das Glet­scher­tal von Glenda­lough mit sei­nem mit­tel­al­ter­li­chen Klos­ter­turm und die Pan­ora­ma­stra­ße Sal­ly Gap ge­hö­ren in das Iri­sche Ta­ge­buch ei­nes je­den Du­blin-Rei­sen­den.

Voll im Trend: Du­blin ist als Städ­te­tour vor al­lem bei jun­gen Leu­ten sehr be­liebt. Aber ne­ben Guin­ness und U2 gibt es auch ar­chi­tek­to­ni­sche Se­hens­wür­dig­kei­ten wie die Half Pen­ny Bridge, die über den Ri­ver Lif­fey führt. Fo­to: Ra­ab

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