„Gar­ten der Re­li­gio­nen“

Der Sonntag (Karlsruhe) - - Die Region - SO Mehr über das Pro­gramm fin­det man im In­ter­net www.gar­ten­der­re­li­gio­nen-karls­ru­he.de

Der „Gar­ten der Re­li­gio­nen“in der Karls­ru­her Süd­stadt-Ost (Ecke Stutt­gar­ter Stra­ße/ Ma­rie-Ju­ach­acz-Stra­ße) wird zwei Jah­re alt und aus die­sem An­lass fin­det heu­te von 11 bis 18 Uhr ein Fest statt. Es be­ginn um 11 Uhr mit Mu­sik für Groß und Klein auf der Dreh­or­gel (Jo­chen Freiberger, Frei­re­li­giö­se Ge­mein­de), be­vor um 11.30 Uhr Mir­ja KonThe­deran, Vor­sit­zen­de des Ver­eins Gar­tens der Re­li­gio­nen, die Gäs­te be­grüßt. Wei­te­re Mit­wir­ken­de sind un­ter an­de­rem Micha­el Bei­sel vom Re­li­gi­ons­päd­ago­gi­schen In­sti­tut der Evan­ge­li­schen Lan­des­kir­che in Ba­den, der Mu­sik­ver­ein Gos­pel­ho­me Ett­lin­gen und Karls­ru­he und Pfar­re­rin Ul­ri­ke Krumm. Die Ver­an­stal­ter be­to­nen, es sei ihr Ziel, zur fried­li­chen Viel­falt in Karls­ru­he bei­zu­tra­gen. Frei nach dem Mot­to: Je mehr ver­schie­de­ne Men­schen sich fried­lich be­geg­nen, um­so mehr Be­geg­nung und Frie­den gibt es jetzt und in Zu­kunft. Des­halb soll es am heu­ti­gen „Viel­falt­fest“zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten zur Be­geg­nung mit und zwi­schen Re­li­gio­nen ge­ben. Ne­ben früh­herbst­li­chen Köst­lich­kei­ten so­wie Tanz und Ge­sang gibt es auch ein kos­ten­lo­ses Klein­kin­der­ka­rus­sell und wei­te­re Kin­der­an­ge­bo­ten so­wie in­for­ma­ti­ve Be­geg­nungs­an­ge­bo­te. Mein Fri­seur ist ein jun­ger Mann mit ge­pfleg­ten Haa­ren und ei­nem schwar­zen Hemd. Über der of­fe­nen Brust bau­melt an ei­nem lan­gen Le­der­band ein gro­ßes sil­ber­far­be­nes Kreuz. „Ist das ein Schmuck­stück, oder hat es mehr zu be­deu­ten?“will ich wis­sen. Erst zö­gert er, dann er­klärt er mir, er sei gläu­big, zwar nicht in der Kir­che, aber es ge­be so vie­les in der Welt, was man nicht er­klä­ren kön­ne, da müs­se es ei­ne hö­he­re Macht ge­ben. Im üb­ri­gen sei der Je­sus, der ja ein­mal an ei­nem sol­chen Kreuz ge­han­gen ha­be, für ihn ein Vor­bild. Ob al­le, die ein Kreuz als Schmuck­stück um den Hals tra­gen, dies ver­bin­den mit dem Je­sus Chris­tus, der nach der bi­bli­schen Über­lie­fe­rung am Kreuz ge­stor­ben ist? Ich emp­fin­de es im­mer wie­der als ei­ne Pro­vo­ka­ti­on, wenn ich ein Kreuz se­he: es er­in­nert mich an den Ur­sprung des christ­li­chen Glau­bens. Ver­mut­lich gilt das für vie­le Men­schen nicht mehr, die die­ses Schmuck­stück tra­gen. Sie tun das , weil es zur Klei­dung passt, weil es ei­ne da­zu pas­sen­de Ket­te gibt, weil es gut aus­sieht und ein­fach schick ist. Es ist eben nur noch Schmuck. Aber nie­mand wird voll­stän­dig die lan­ge Tra­di­ti­on los, die mit dem Kreuz ver­bun­den ist. So wie für vie­le Weih­nach­ten vor al­lem An­lass für Ge­schen­ke und Os­tern ein Fest für die Eier su­chen­den Kin­der ist, so wird auch für vie­le die Er­in­ne­rung an den Ur­sprung des Kreu­zes ver­lo­ren ge­gan­gen sein, und aus dem Sym­bol für Kar­frei­tag und Os­tern ist ein Mit­tel zur De­ko­ra­ti­on ge­wor­den. Trotz­dem schim­mert der ei­gent­li­che Grund für das Kreuz im­mer wie­der durch: Tod und Au­fer­ste­hung von Je­sus Chris­tus. Es ist ganz gut, wenn dies ei­nem ab und zu wie­der ein­fällt. Un­se­re Kul­tur ist ge­prägt von Jahr­hun­der­te lan­ger christ­li­cher Über­lie­fe­rung, und da­zu ge­hört das Kreuz als zen­tra­les Sym­bol für den Grund des christ­li­chen Glau­bens. Das Kreuz ist nicht nur De­ko­ra­ti­on.

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