Aus in To­kio

Ker­ber ver­passt ihr zwei­tes WTA-Fi­na­le des Jah­res

Der Sonntag (Karlsruhe) - - Sport - Jür­gen Magh

Dem Hoch­ge­fühl folg­te die Er­nüch­te­rung: Ei­nen Tag nach ih­rem Er­folg ge­gen die Welt­rang­lis­ten­vier­te Ka­ro­li­na Plis­ko­va ver­pass­te die fa­vo­ri­sier­te Kie­le­rin An­ge­li­que Ker­ber beim WTA-Tur­nier in To­kio ihr zwei­tes End­spiel des Jah­res. Die zwei­ma­li­ge Grand-Slam-Ge­win­ne­rin muss­te sich im Halb­fi­na­le nach schwa­chem Start der Rus­sin Ana­st­a­sia Pawl­jut­schen­ko­wa mit 0:6, 7:6 (7:4), 4:6 ge­schla­gen ge­ben. „Das war ein Dra­ma für bei­de Sei­ten. Ich hat­te nicht da­mit ge­rech­net, so gut ins Match zu kom­men“, sag­te Pawl­jut­schen­ko­wa, die auch im zwei­ten Durch­gang schon mit 3:0 und 5:2 führ­te. Doch Ker­ber kam zu­rück, hol­te sich den Satz und lag im ent­schei­den­den Durch­gang ih­rer­seits 3:0 vorn. Und wie­der wen­de­te sich das Blatt. Pawl­jut­schen­ko­wa glich aus und schaff­te das Break zum 4:3. Ker­ber drosch vor Wut auf den Ball ein. Die Ge­fühl­s­ent­la­dung nutz­te nichts mehr. Mit dem ers­ten Match­ball hol­te sich die Rus­sin Satz und Sieg. Ker­ber, die im Ran­king am Mon­tag von Po­si­ti­on 14 auf 12 klet­tern wird, pack­te schnell ih­re Ta­sche und ver­schwand im Eil­tem­po in den Ka­ta­kom­ben. Ih­ren nächs­ten Auf­tritt hat sie ab mor­gen beim Tur­nier im chi­ne­si­schen Wu­han. „Sie ist ei­ne groß­ar­ti­ge Kämp­fe­rin, sie ver­dient al­ler­größ­ten Re­spekt. Es ist nie­mals

Hoch­ge­fühl folg­te die Er­nüch­te­rung

leicht ge­gen sie. Sie ist im­mer in der La­ge, ein Spiel zu dre­hen“, mein­te Ana­st­a­sia Pawl­jut­schen­ko­wa, die im zehn­ten Du­ell mit der Deut­schen zum fünf­ten Sieg kam. Sie trifft im Fi­na­le auf Ca­ro­li­ne Woz­ni­a­cki (Dä­ne­mark/Num­mer drei). Die Ti­tel­ver­tei­di­ge­rin setz­te sich ge­gen die top­ge­setz­te Bran­chen­füh­re­rin Gar­bi­ne Mu­guru­za aus Spa- nien un­er­war­tet und deut­lich mit 6:2, 6:0 durch. Die zwei­ma­li­ge Grand-Slam-Ge­win­ne­rin Ker­ber hat in die­sem Jahr erst ein­mal ein WTA-End­spiel er­reicht. Im April ver­lor sie im me­xi­ka­ni­schen Mon­ter­rey eben­falls ge­gen Pawl­jut­schen­ko­wa. Hoff­nung kann An­ge­li­que Ker­ber je­doch aus ih­rem Sieg im Vier­tel­fi­na­le am Frei­tag schöp­fen. Das Du­ell der ehe­ma­li­gen Welt­rang­lis­ten­ers­ten ge­gen Ka­ro­li­na Plis­ko­va ent­schied die Deut­sche mit 7:6 und 7:5 für sich und fühl­te sich in ih­rer Selbst­ein­schät­zung be­stä­tigt. „Ich weiß, dass ich im­mer noch die bes­ten Spie­le­rin­nen schla­gen kann“, hat­te die Kie­le­rin er­klärt und selbst­be­wusst an­ge­fügt: „Ich ha­be heu­te ge­zeigt, dass ich noch so spie­len kann wie im letz­ten Jahr.“2016 war ihr Jahr: Grand-Slam-Tri­um­phe in Mel­bourne und New York, Fi­nals in Wim­ble­don und bei den Olym­pi­schen Spie­len in Rio, da­zu der Sprung an die Spit­ze des Ran­kings.

Das hat­te sich die fa­vo­ri­sier­te An­ge­li­que Ker­ber si­cher an­ders vor­ge­stellt: Doch nach schwa­chem Start muss­te sich die zwei­ma­li­ge Grand-Slam-Ge­win­ne­rin im Halb­fi­na­le des Ten­nis­tur­niers von To­kio der Rus­sin Ana­st­a­sia Pawl­jut­schen­ko­wa mit 0:6, 7:6 (7:4), 4:6 ge­schla­gen ge­ben. Fo­to: avs

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.