Das Pech als treu­er Be­glei­ter

Ex-Frei­bur­ger Ca­li­gi­uri trifft zum 1:0-Sieg der Schal­ker im Breis­gau

Der Sonntag (Karlsruhe) - - Sport - Alexander Sar­ter

Vor dem Gang in die alt­be­kann­te Ka­bi­ne hat­te Da­ni­el Ca­li­gi­uri ein we­nig Bam­mel. „Ich hof­fe, ich wer­de trotz­dem gut auf­ge­nom­men“, sag­te der Match­win­ner von Schal­ke 04 nach dem glück­li­chen 1:0 (0:0) beim SC Frei­burg mit ei­nem Au­gen­zwin­kern. Dass aus­ge­rech­net ein ab­ge­fälsch­ter Schuss des ge­bür­ti­gen Schwarz­wäl­ders sei­nen Ex-Club in die Knie zwang, war Ca­li­gi­uri dann doch fast ein we­nig un­an­ge­nehm. „Ich ha­be nur kurz ge­ju­belt, denn ich ha­be viel Re­spekt vor dem SC. Hier in der Hei­mat hat al­les be­gon­nen, ich hat­te hier ei­ne wun­der­ba­re Zeit. Ich ha­be Frei­burg viel zu ver­dan­ken“, äu­ßer­te der Tor­schüt­ze, des­sen Dis­tanz­schuss von sei­nem frü­he­ren Team­kol­le­gen Chris­ti­an Gün­ter ins SC-Tor ab­ge­lenkt wur­de (62.): „Ich ha­be ein biss­chen Mit­leid mit Frei­burg, sie ha­ben vor al­lem in der ers­ten Hälf­te sehr gut ge­spielt.“Am be­sann sich Ca­li­gi­uri al­ler­dings doch dar­auf, dass er mitt­ler­wei­le das Schal­ke-Tri­kot trägt. Eben je­ner Club hat seit sechs Pflicht­spie­len nicht mehr ver­lo­ren und ist mit 20 Punk­ten auf dem Kon­to in der Spit­zen­grup­pe der Fuß­ball-Bun­des­li­ga an­ge­kom­men. An­ge­sichts die­ser Zah­len freu­te sich auch Ca­li­gi­uri auf ent­spann­te St­un­den. „Ich ge­he nach Hau­se zu mei­ner Frau und ge­nie­ße den Abend“, sag­te der 29-Jäh­ri­ge. Rich­tig ge­nie­ßen konn­ten die Schal­ker das Spiel vor den ins­ge­samt 24 000 Zu­schau­ern im aus­ver- kauf­ten Schwarz­wald­sta­di­on nicht. Der ver­letz­te Na­tio­nal­spie­ler Le­on Go­retz­ka (knö­cher­ne Stress­re­ak­ti­on im Un­ter­schen­kel) fehl­te an al­len Ecken und En­den – Frei­burg war die bes­se­re Mann­schaft. Den­noch stand am En­de der ers­te Schal­ker Sieg ge­gen den Sport-Club nach vier er­folg­lo­sen Ver­su­chen. „Frei­burg hat uns über­rascht. Wir brauch­ten Plan B. Und am En­de war es ein glück­li­cher Sieg“, ge­stand der Schal­ker Trai­ner Do­me­ni­co Te­des­co ein: „Ich bin trotz des Er­folgs mit un­se­rem Auf­tritt nicht kom­plett glück­lich. Wir neh­men Haus­auf­ga­ben von die­sem Spiel mit – und für den SC tut es mir ehr­lich ge­sagt ein biss­chen leid.“Chris­ti­an Streich be­dank­te sich zwar ar­tig für die war­men Wor­te des Geg­ners – trös­ten konn­ten sie den Frei­bur­ger Trai­ner al­ler­dings nicht. „Die Punk­te­si­tua­ti­on ist furcht­bar“, sag­te der Coach, des­sen Klub mit le­di­gEn­de lich acht Zäh­lern auf den Re­le­ga­ti­ons­platz ab­ge­rutscht ist. Zu­dem ver­lor der SC, der erst ei­nen Drei­er ge­holt hat, sein ers­tes Heim­spiel nach elf Pflicht­spie­len oh­ne Nie­der­la­ge. Doch da­mit nicht ge­nug. Laut Streich er­litt Mit­tel­feld­spie­ler Mi­ke Frantz ei­nen In­nen­band­riss im Knie und fällt meh­re­re Wo­chen aus. Die Ver­let­zung des 31-Jäh­ri­ge ver­schärft die an­ge­spann­te per­so­nel­le La­ge bei den Breis­gau­ern. Schon ge­gen Schal­ke fehl­ten acht Pro­fis. Den­noch hat­te Nils Pe­ter­sen (32. an die Lat­te und 50.) die Füh­rung auf dem Fuß und auch Bar­tosz Ka­pust­ka schei­ter­te aus der Dis­tanz an der Lat­te (37.). „Ich hat­te die Mög­lich­kei­ten, ma­che sie aber nicht – und dann wird das Spiel durch so ei­ne Gur­ke ent­schie­den“, ha­der­te Pe­ter­sen: „Wir ha­ben ei­ne bru­tal gu­te Par­tie ge­macht, aber im Ab­stiegs­kampf pas­siert so et­was. Das ist jetzt kei­ne ein­fa­che Si­tua­ti­on, die wir ver­dau­en müs­sen.“

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Des ei­nen Leid ist des an­de­ren Freud – wäh­rend Bar­tosz Ka­pust­ka (links) für den SC ge­nau­so wie sein Team­kol­le­ge Nils Pe­ter­sen nur die Lat­te traf, mach­te der ehe­ma­li­ge Frei­bur­ger Da­ni­el Ca­li­gi­uri (rechts) mit dem ein­zi­gen Tref­fer der Par­tie den Schal­ker Aus­wärts­sieg im Breis­gau per­fekt. Für das Team von Coach Chris­ti­an Streich war es die ers­te Heim­nie­der­la­ge der Sai­son. Fo­to: avs

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