Wie im Mär­chen

Glad­bach rüs­tet sich für Cham­pi­ons Le­ague / 3:0 ge­gen Le­ver­ku­sen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Erik Roos/Jür­gen Ze­lus­tek

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Max Kru­se warf ei­nen kur­zen Blick auf die Ta­bel­le, grins­te zu­frie­den und nahm dann Reiß­aus. „Nein, heu­te nicht“, sag­te der Na­tio­nal­spie­ler kurz an­ge­bun­den, flüch­te­te in die Ka­bi­ne und brüll­te erst dort sei­ne gan­ze Freu­de her­aus. Da­bei hät­te Kru­se nach dem rie­si­gen Schritt von Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach in Rich­tung Cham­pi­ons Le­ague wahr­lich ge­nug zu er­zäh­len ge­habt. Zum drit­ten Mal in Fol­ge er­ziel­te Kru­se beim 3:0 (0:0) im „Mil­lio­nen­spiel“ge­gen Bay­er Le­ver­ku­sen das wich­ti­ge 1:0 für die Bo­rus­sia, sein An­teil an der fast schon mär­chen­haf­ten Au­fer­ste­hung des fünf­ma­li­gen Meis­ters ist be­trächt­lich. Und doch schwieg der 27-Jäh­ri­ge er­neut über sei­ne Zu­kunft. Kl­ar­text sprach da­für Sport­di­rek­tor Max Eberl, zu­mal Kru­ses Ab­gang nach Wolfs­burg ein of­fe­nes Ge­heim­nis ist. „Vor­aus­sicht­lich wird es nächs­te Wo­che ver­kün­det“, sag­te Eberl und lob­te dann die Ein­stel­lung sei­nes Stür­mers in höchs- ten Tö­nen: „Es ist her­aus­ra­gend, wie Max sich ver­hält. Wir sind stolz, so ei­nen Jun­gen in un­se­rer Mann­schaft zu ha­ben.“Stolz sein durf­te Eberl in­des auch auf sei­ne ei­ge­ne Ar­beit. Denn nach den To­ren von Kru­se (50.), Patrick Herrmann (81.) und Ibra­hi­ma Trao­re (88.) steht die Bo­rus­sia mit ei­nem Bein in der Cham­pi­ons Le­ague. „Ich müss­te mei­nen Va­ter fra­gen, wann das das letz­te Mal der Fall war. Das ist schon et­was ganz Be­son­de­res“, sag­te Eberl an­ge­sichts von fünf Punk­ten Vor- sprung auf Le­ver­ku­sen bei noch aus­ste­hen­den zwei Spie­len: „Jetzt kann man wirk­lich sa­gen: Wir ha­ben es in der ei­ge­nen Hand.“Un­mit­tel­bar nach Schluss­pfiff gli­chen die Sze­nen im Bo­rus­sia-Park dann auch ein we­nig ei­ner Meis­ter­fei­er. Die Mann­schaft dreh­te ei­ne Eh­ren­run­de, meh­re­re Spie­ler tru­gen ih­re Kin­der auf den Schul­tern, die Fans san­gen „Auf, auf, auf in die Cham­pi­ons Le­ague“und woll­ten ein­fach nicht ge­hen. Al­le schie­nen zu spü­ren: Hier ist so­eben ein klei­nes Mär­chen wahr ge­wor­den. Noch vor vier Jah­ren kämpf­te die Bo­rus­sia ge­gen den Ab­stieg, da­nach ge­lang zwei­mal die Qua­li­fi­ka­ti­on für die Eu­ro­pa Le­ague und nun als Krö­nung wohl der größ­te Er­folg seit dem Po­kal­sieg 1995. Und das al­les oh­ne neu­rei­chen Spon­sor, so­gar der Sta­di­on­na­me ist noch im­mer nicht ver­kauft. Der fünf­ma­li­ge deut­sche Meis­ter er­lebt ei­ne nicht für mög­lich ge­hal­te­ne Wie­der­ge­burt. Mit 63 Punk­ten hat der VfL schon jetzt die bes­te Sai­son seit dem Bei­na­he-Ti­tel 1983/84 ge­spielt und so­gar mehr Zäh­ler ge­sam­melt als in zwei sei­ner fünf Meis­ter­jah­re. „Die Früch­te un­se­rer Auf­bau­ar­beit zu ern­ten ist wun­der­schön“, sag­te Eberl und riss sich dann wie­der zu­sam­men: „Wir brau­chen noch ei­nen Punkt. Wir müs­sen das jetzt se­ri­ös zu En­de spie­len.“Ei­ne ähn­li­che Pa­ro­le gab Le­ver­ku­sens Trai­ner Ro­ger Schmidt aus, wenn auch et­was lei­ser. „Wir wer­den wei­ter al­les ge­ben, das sind wir un­se­ren Fans schul­dig“, sag­te er: „Rech­ne­risch ist es noch mög­lich.“Zwei Sät­ze spä­ter er­kann­te aber auch Schmidt, dass Platz drei wohl end­gül­tig an die Glad­ba­cher ver­lo­ren ist. „Ich den­ke, dass wir in die Qua­li­fi­ka­ti­on müs­sen. Das wird gleich zu Sai­son­be­ginn ein ex­trem wich­ti­ges Spiel“, sag­te Schmidt und ver­sprach: „Wir wer­den uns su­per vor­be­rei­ten und al­les da­für ge­ben, uns durch­zu­set­zen.“

„Auf, auf, auf in die Cham­pi­ons Le­ague: Das san­gen die Fans nach dem Ab­pfiff im Bo­rus­sia-Park und auf dem Spiel­feld fei­er­te der Glad­ba­cher Os­car Wendt den 3:0-Sieg im „Mil­lio­nen­spiel“ge­gen Bay­er Le­ver­ku­sen. Al­le schie­nen zu spü­ren: Hier ist so­eben ein klei­nes Fuß­ball-Mär­chen wahr ge­wor­den. Je­den­falls hat Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach schon jetzt sei­ne bes­te Sai­son seit dem Bei­na­he-Ti­tel 1983/84 ge­spielt. Foto: avs

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