FCB: Nur noch ein Spiel zählt

0:1 ge­gen FC Augs­burg, na und?!

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Nor­ma­ler­wei­se wä­re jetzt Feu­er un­term Dach. Vier Spie­le nach­ein­an­der hat der FC Bay­ern lan­ge nicht mehr ver­lo­ren – ge­nau ge­nom­men seit Ok­to­ber 1991 nicht. Aber die­se vier­te Nie­der­la­ge, die­ses 0:1 (0:0) ge­gen den hell­auf be­geis­ter­ten FC Augs­burg, war den Münch­nern dann doch ziem­lich wurscht. Nein, ver­si­cher­te Trai­ner Pep Guar­dio­la, „die Spie­ler wa­ren nicht im Ur­laub“. Aber ja, sie wa­ren mit ih­ren Ge­dan­ken be­reits beim Spiel am Di­ens­tag, bei Barcelona. Wäh­rend der FC Augs­burg im Kampf um ei­nen Platz in der Eu­ro­pa Le­ague mit fast kind­li­chem Ge­müt ei­nen Big Po­int fei­er­te, nahm der FC Bay­ern die Nie­der­la­ge mit ver­ständ­li­chem Gleich­mut hin. Dass Tor­hü­ter Pe­pe Rei­na in der 13. Mi­nu­te nach ei­nem Check im Straf­raum ge­gen Raul Bo­ba­dil­la vom Platz ge­flo­gen war, dass da­nach Paul Ver­ha­egh den Foul­elf­me­ter an den Pfos­ten setz­te (15.), dass die Bay­ern auch in Un­ter­zahl über­le­gen wa­ren, aber durch den Tref­fer von Bo­ba­dil­la (71.) ver­lo­ren – al­les ge­schenkt. Beim FC Bay­ern dreh­te sich nach dem Spiel al­les nur um ei­nes: das Rück­spiel im Halb­fi­na­le der Cham­pi­ons Le­ague am kom­men­den Di­ens­tag (20.45 Uhr/ZDF) ge­gen den FC Barcelona. Noch weiß kei­ner, wie es ge­hen soll, aber die­ses 0:3 vom Mitt­woch, die ein­zi­ge die­ser vier Nie­der­la­gen, die in Mün­chen zu zäh­len scheint, sie soll, muss um­ge­bo­gen wer­den. „Im Fuß­ball pas­sie­ren manch­mal un­glaub­li­che Din­ge. Wir hof­fen, dass wir ei­nen die­ser Ta­ge er­wi­schen“, sag­te Bas­ti­an Schwein­stei­ger. Nur: Auf Teu­fel komm raus ein Tor er­zie­len zu wol­len, das kom­me am Di­ens­tag nicht in­fra­ge, be­ton­te Guar­dio­la: „Wenn wir uns nur dar­auf fo­kus­sie­ren, To­re zu schie­ßen, dann wer­den wir wie im letz­ten Jahr ge­gen Ma­drid ver­lie­ren.“Das mit dem To­re­schie­ßen ist ge­ra­de oh­ne­hin nicht die her­aus­ra­gen­de Dis­zi­plin des FC Bay­ern: Seit 361 Spiel­mi­nu­ten hat der deut­sche Meis­ter nun kei­nen Tref­fer mehr er­zielt. Es ge­lang ihm auch ges­tern nicht. Trotz Un­ter­zahl hat­ten die Münch­ner 70 Pro­zent Ball­be­sitz, sie be­sa­ßen auch ei­ne Rei­he gu­ter Chan­cen – ge­nutzt wur­den sie nicht. Aber: Das Du­ell ge­gen Augs­burg war eher ein Trai­ning mit Wett­kampf­cha­rak­ter. Guar­dio­la woll­te die Be­geg­nung of­fen­sicht­lich da­zu nut­zen, ein biss­chen was aus­zu­pro­bie­ren. Be­son­ders auf­fäl­lig: Philipp Lahm spiel­te mal wie­der ei­ne neue Rol­le, er be­gann als zen­tra­ler Auf­bau­spie­ler ei­ner Drei­er-Ab­wehr zwi­schen Je­ro­me Boateng und Dan­te. Das ließ sich gut an, al­ler­dings war das Ex­pe­ri­ment mit dem Platz­ver­weis von Rei­na

Münch­ner Ne­ga­tiv­lauf wie zu­letzt im Jahr 1991

be­en­det. Eben­so auf­fäl­lig: Ma­rio Göt­ze war be­müht, der Kri­tik der ver­gan­ge­nen Ta­ge zu be­geg­nen. Das sah pha­sen­wei­se gut aus. Der FC Augs­burg mach­te sich un­ter­des­sen ver­gnügt auf den kur­zen Weg nach Hau­se. Drei Punk­te ge­won­nen, die wohl nicht un­be­dingt ein­ge­plant wa­ren – die Eu­ro­pa Le­ague ist zum Grei­fen na­he. Aber „lei­der“, mein­te Gäs­te-Trai­ner Mar­kus Wein­zierl, „gibt es für die­sen Sieg auch nur drei Punk­te.“Noch, er­gänz­te er, „ha­ben wir zwei Spie­le, in de­nen wir Voll­gas ge­ben müs­sen“. Im­mer­hin: Auf Rang sie­ben hat der FC Augs­burg drei Punk­te Vor­sprung. Tho­mas

Al­les ge­schenkt: Dass Bo­ba­dil­la (grü­nes Tri­kot) Bay­ern-Kee­per Neu­er über­wand und Augs­burg in Mün­chen 1:0 ge­wann, in­ter­es­sier­te bei den Gast­ge­bern vier Ta­ge vor dem Barcelona-Spiel nun wirk­lich kei­nen. Foto: AFP

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