KARL WIL­HELM – GANZ PERSÖNLICH

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region -

Fal­sche Haar­pracht: Mark­graf Karl Wil­helm von Ba­den-Dur­lach be­saß 13 graue, drei blon­de, zwei schwar­ze, ei­ne brau­ne und zwei „na­tür­li­che“Pe­rü­cken. Das un­ge­wöhn­lichs­te Stück war sei­ne „Tag-und-Nacht“-Pe­rü­cke: halb schwarz und halb weiß.

Ein star­ker Rau­cher: Der Grün­der Karls­ru­hes war ein gro­ßer Freund des Ta­baks. In sei­nem Nach­lass fan­den sich al­lein 73 Pfei­fen und 342 Päck­chen Ta­bak in „blau Pa­pier“. Im Jahr 1718 grün­de­te Karl Wil­helm ei­ne Ta­bak­ma­nu­fak­tur. Al­ler­dings war der Ta­bak von schlech­ter Qua­li­tät – den Rau­chern wur­de schlecht da­von.

Der Al­che­mist: Hin­ter dem Schloss hat­te Karl Wil­helm ein al­che­mis­ti­sches La­bor ein­ge­rich­tet. Er hoff­te dar­auf, den St­ein der Wei­sen zu fin­den und ei­nes Ta­ges uned­le Me­tal­le in Gold ver­wan­deln zu kön­nen. We­gen er­wie­se­ner Er­folg­lo­sig­keit wech­sel­te das fürs Gold­ma­chen zu­stän­di­ge Per­so­nal ziem­lich häu­fig.

Ein Freund des Kar­ne­vals: Karl Wil­helm von Ba­den-Dur­lach ver­klei­de­te sich für sein Le­ben gern. Er be­saß 70 Kar­ne­vals­kos­tü­me – dar­un­ter ein Pil­ger­kleid, ein Schif­fer­kleid, ein hol­län- di­sches Bau­ern­kleid, ein bra­si­lia­ni­sches Tän­zer­kleid und so­gar ei­ne Non­nen­tracht – sehr be­mer­kens­wert für ei­nen Lu­the­ra­ner.

Die Mät­res­se sei­nes Le­bens: Für sei­ne Ge­mah­lin, die aus Würt­tem­berg stam­men­de Mark­grä­fin Mag­da­le­ne Wil­hel­mi­ne, hat­te der Grün­der Karls­ru­hes nicht viel üb­rig. Da­für ver­lieb­te er sich bis über bei­de Oh­ren in Eber­har­di­ne Lui­se von und zu Mas­sen­bach. Er schloss mit der Da­me so­gar ei­nen „Lie­bes­ver­trag“ab, wo­nach sie ihm ewig treu sein muss­te. Als Ge­rüch­te auf­ka­men, dass sie ihn be­tro­gen ha­be, ver­hei­ra­te­te er Eber­har­di­ne Lui­se an ei­nen an­de­rem Mann. Doch dann be­sann sich der Mark­graf ei­nes Bes­se­ren und sorg­te da­für, dass sei­ne Liebs­te wie­der ge­schie­den wur­de. Trotz­dem wur­de ih­re Be­zie­hung nie mehr das, was sie mal war. Eber­har­di­ne Lui­se hei­ra­te­te er­neut ei­nen an­de­ren – dies­mal auf ei­ge­nen Wunsch.

Ga­lan­te Aben­teu­er: Mit et­li­chen sei­ner Hof­sän­ge­rin­nen hat­te Karl Wil­helm Af­fä­ren. Der preu­ßi­sche Sol­da­ten­kö­nig echauf­fier­te sich sehr dar­über, dass „der Mark­graf vie­le Hu­ren hält“.

Der un­ehe­li­che Nach­wuchs: Mehr als 20 „na­tür­li­che“Kin­der hat Karl Wil­helm ge­zeugt. Sie wur­den al­le auf die Na­men Karl oder Kar­li­na ge­tauft. bo

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