Die gro­ße Un­ge­wiss­heit

Ver­bands­li­ga Frau­en: Bleibt VfB Unzhurst drin – und will er’s über­haupt?

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Micha­el Höl­le

Groß ist sie der­zeit, die Un­ge­wiss­heit beim Da­men­team des VfB Unzhurst. Und al­les dreht sich da­bei um den Ver­bleib in der Ver­bands­li­ga. „Sport­lich ist der fast nicht mehr mög­lich“, räumt die für den Spiel­be­trieb ver­ant­wort­li­che Kim Lang ein. Rein rech­ne­risch könn­te zwar schon noch was ge­hen, doch es wä­re ei­ne Her­ku­les­auf­ga­be: In den ver­blei­ben­den vier Par­ti­en müss­te ein Neun­Punk­te-Rück­stand auf den SV Got­ten­heim wett­ge­macht wer­den. Prak­ti­scher­wei­se steht heu­te (14 Uhr) in Unzhurst gleich das di­rek­te Du­ell an. Doch selbst im Fal­le ei­ner er­folg­rei­chen Auf­hol­jagd hin­ge der end­gül­ti­ge Li­ga­ver­bleib von der Zahl der Ab­stei­ger ab. „Mög­li­cher­wei­se gibt es nur zwei“, hofft Kim Lang, und dann – aber nur dann – reicht es für den Neu­ling VfB. Deut­lich hö­her lie­gen die Chan­cen auf ein wei­te­res Jahr in Süd­ba­dens höchs­ter Frau­en­klas­se am grü­nen Tisch. „Mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit mel­den ein, zwei Ver­ei­ne ih­re Teams ab“, glaubt die Spiel­aus­schuss­vor­sit­zen­de. Den­noch: Selbst wenn die­ser Fall ein­tritt, stellt sich im La­ger des VfB Unzhurst die Fra­ge: „Wol­len wir über­haupt in die­ser Li­ga blei­ben?“Ein kla­res Mei­nungs­bild gibt es noch nicht. De­fi­ni­tiv ent­schei­den müs­sen sich die Ver­ant­wort­li­chen bis Mit­te Ju­ni, dann en­det die Mel­de­frist beim Ver­band. Die Ten­denz von Kim Lang geht in Rich­tung Ver­bands­li­ga, wenn gleich sie die da­mit ver­bun­de­nen Pro­ble­me kennt. „Sie­ben Spie­le­rin­nen ver­las­sen stu­di­en- oder be­rufs­be­dingt auf je­den Fall den Ver­ein.“Man­geln­de Ver­ein­bar­keit von Sport und Be­ruf ist be­reits in die­ser Sai­son der Haupt­grund da­für, dass es ak­tu­ell nur zum vor­letz­ten Ta­bel­len­rang reicht. „Zehn Spie­le­rin­nen kön­nen des­halb nie am Trai­ning teil­neh­men“, sagt Kim Lang und er­gänzt: „In der Lan­des­li­ga lie­ße sich das noch durch die in­di­vi­du­el­le Klas­se aus­glei­chen.“Hin­zu kam wäh­rend der Run­de noch ei­ne Ver­let­zungs­se­rie, so dass Kim Lang in der Rück­run­de ein Come­back gab und die Num­mer eins im Tor ver­trat. Da half es auch nicht, dass die Geg­ner re­gel­mä­ßig Kom­pli­men­te an den VfB Unzhurst für die cou­ra­gier­ten Auf­trit­te ver­teil­ten. „Das Po­ten­zi­al reicht für ei­nen Mit­tel­feld­platz“, ist sich die Fuß­ball­ver­ant­wort­li­che si­cher. Wel­che Mög­lich­kei­ten in der Elf ste­cken, zeig­te un­ter an­de­rem der Sieg über den Ta­bel­len­drit­ten SV Ti­ti­see. Ein Grund mehr, um vi­el­leicht doch die Mög­lich­keit wahr­zu­neh­men, ei­ne wei­te­re Run­de im süd­ba­di­schen Fuß­ball-Ober­haus zu ver­brin­gen. Zu­mal in ei­nem Jahr ein „wirk­lich star­ker Jahr­gang aus der ei­ge­nen Ju­gend nach­rückt“. Aber das ist Zu­kunfts­mu­sik beim Pio­nier des Frau­en­fuß­balls in der Re­gi­on.

Kampf um Klas­sen­er­halt: Me­li­sa Zu­kic (links) und Ron­ja Ber­be­rich (Mit­te) vom VfB Unzhurst. Noch könn­ten es die Frau­en des Ver­bands­li­ga-Auf­stei­gers rech­ne­risch schaf­fen. Oder weil Teams ab­mel­den. Foto: Steue­rer

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