„Un­heim­lich viel zu ver­dan­ken“

Handball: TV Sandwei­er schafft im letz­ten Jahr mit Trai­ner Ralf Abe­le den Klas­sen­er­halt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Ekart Kin­kel

Vor dem letz­ten Heim­spiel ei­ner Sai­son gibt es für die Ak­teu­re, die den Ver­ein ver­las­sen, üb­li­cher­wei­se noch ei­nen Blu­men­strauß, ein Wein­prä­sent und ei­nen kräf­ti­gen Hän­de­druck vom Vor­sit­zen­den so­wie die fäl­li­gen Ova­tio­nen der treu­en Fange­mein­de. Als beim TV Sandwei­er vor zwei Wo­chen Trai­ner Ralf Abe­le auf die­se Wei­se ver­ab­schie­det wur­de, wa­ren aber weit mehr Emo­tio­nen im Spiel als nor­ma­ler­wei­se üb­lich und der ei­ne oder an­de­re Ver­eins­funk­tio­när so­wie Abe­le selbst muss­ten so­gar die ei­ne oder an­de­re Trä­ne ver­drü­cken. „Wir ha­ben ihm ein­fach un­heim­lich viel zu ver­dan­ken“, bringt Ab­tei­lungs­lei­ter Fa­bi­an Hoch­stuhl die Ver­diens­te Abe­les auf den Punkt. Be­reits von 2009 bis 2011 war er Trai­ner beim Tra­di­ti­ons­club im Ba­den-Ba­de­ner Stadt­teil und schaff­te da­mals den Durch­marsch von der Lan­des­li­ga bis in die Ober­li­ga Ba­den-Würt­tem­berg. Im Ok­to­ber 2012 lös­te er als Rück­keh­rer sei­nen Nach­fol­ger Sven Ur­ban ab, schaff­te da­nach drei­mal in Se­rie den Klas­sen­ver­bleib. Be­reits vor der Weih­nachts­pau­se hat­te Ralf Abe­le sei­nen Ent­schluss auf­zu­hö­ren, der Ver­eins­füh­rung mit­ge­teilt und mit Ralf Lud­wig vom ASV Ot­ten­hö­fen wur­de schnell ein Nach­fol­ger ge­fun­den. „Sandwei­er ist in punc­to Handball schließ­lich die Top-Adres­se in der gan­zen Re­gi­on“, weiß Hoch­stuhl. Auch sonst hat man die Wei­chen für die nächs­te Run­de früh­zei­tig ge­stellt. Ne­ben Abe­le wur­de beim 28:28-Un­ent­schie­den im ab­schlie­ßen­den Sai­son­spiel ge­gen die SG Pforz­heim/Eu­tin­gen auch noch To­bi­as Zaum ver­ab­schie­det. We­gen lang­wie­ri­ger Rü­cken­pro­ble­me kam der Ab­wehr­re­cke in der Rück­run­de kaum noch zum Ein­satz und will im wohl­ver­dien­ten „Hand­bal­lRu­he­stand“nun die Bles­su­ren sei­ner lan­gen Ak­ti­ven­lauf­bahn aus­ku­rie­ren. An­sons­ten blei­be die Mann­schaft aber zu­sam­men, be­tont Fa­bi­an Hoch­stuhl „und da­zu wol­len wir dann den ei­nen oder an­de­ren Ju­gend­spie­ler an das Team her­an­füh­ren“. Kon­stan­tes Ar­bei­ten und gu­ter Mann­schafts­zu­sam­men­halt sei­en schließ­lich die Trumpf­kar­ten des TV Sandwei­er in der höchs­ten ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Spiel­klas­se. „Es ist nicht ein­fach, er­folg­rei­che Leu­te mit un­se­rem ge­rin­gen Etat nach Sandwei­er zu ho­len“, weiß Hoch­stuhl, aber we­gen des in­tak­ten Um­felds, der gu­ten Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten und des fa­mi­liä­ren Flairs wür­den die bes­ten Ei­gen­ge­wäch­se den Ver­ein auch nicht ver­las­sen. Spie­ler wie Toptor­jä­ger Simon Born­häu­ßer oder Rechts­au­ßen Chris­ti­an Fritz hal­ten dem Ver­ein trotz lu­kra­ti­ver Of­fer­ten seit vie­len Jah­re die Treue. „An die­ser po­si­ti­ven Ent­wick­lung hat Ralf Abe­le ei­nen gro­ßen An­teil“, macht Ab­tei­lungs­lei­ter Fa­bi­an Hoch­stuhl deut­lich. Der lang­jäh­ri­ge Er­folgs­trai­ner ha­be schließ­lich „auch au­ßer­halb des Spiel­felds“je­de Men­ge Im­pul­se ge­setzt, fügt er hin­zu. Und ob­wohl die Ver­eins­füh­rung den Ver­trag mit Abe­le ger­ne noch ver­län­gert hät­te, sei der frei­wil­li­ge Rück­zug wahr­schein­lich die „rich­ti­ge Ent­schei­dung“ge­we­sen, meint Hoch­stuhl. „Wenn ei­ne Mann­schaft über vie­le Jah­re zu­sam­men­bleibt, kommt es un­wei­ger­lich zu ge­wis­sen Ab­nut­zungs­er­schei­nun­gen.“Ein neu­er Übungs­lei­ter kön­ne neue An­rei­ze set­zen und das ei­ne oder an­de­re Pro­zent mehr aus dem spie­len­den Per­so­nal her­aus­kit­zeln. Denn klar ist beim TV Sandwei­er: Der Nicht­ab­stieg bleibt auch nächs­te Run­de, der fünf­ten in Fol­ge in der Ober­li­ga Ba­den-Würt­tem­berg, das ein­zi­ge Ziel.

Ralf Lud­wig über­nimmt jetzt beim Ober­li­gis­ten

Im­pul­se ge­setzt: Ralf Abe­le war von 2009 bis 2011 und von 2012 bis zur ge­ra­de be­en­de­ten Sai­son Trai­ner des TV Sandwei­er. Da­nach hör­te der Handball-Coach auf, es war ein Ab­schied mit Emo­tio­nen. Foto: Col­let

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