Sport­kom­men­tar

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Pe­ter Tre­bing

Aus im Halb­fi­na­le des DFB-Po­kals, Aus im Halb­fi­na­le der Cham­pi­ons Le­ague, über­ra­schen­de Plei­ten in der Bun­des­li­ga – die Schluss­pha­se der Sai­son ver­läuft für den FC Bay­ern al­les an­de­re als po­si­tiv. Das freut in ers­ter Li­nie die Nei­der. Und lockt die lan­ge Zeit stum­men Kri­ti­ker aus der Ver­sen­kung her­vor. Zu alt sei ein Groß­teil der Bay­ern-Pro­fis. Und au­ßer­dem sei die Mann­schaft satt nach vie­len Ti­teln. Dy­na­mik, ab­so­lu­te Fit­ness, Ag­gres­si­vi­tät – dies al­les feh­le dem ak­tu­el­len Team des Re­kord­meis­ters. Sa­gen zu­min­dest die, die sich kom­pe­tent ge­nug füh­len, dies zu be­ur­tei­len. Wahr­schein­lich ha­ben sie an­ge­sichts des Bil­des, das die Mann­schaft von Coach Pep Guar­dio­la der­zeit ab­gibt, so­gar recht – wenn man die­se Beur­tei­lun­gen als Mo­ment­auf­nah­me de­kla­riert. Denn lan­ge Zeit hat­te die Mann­schaft ein ganz an­de­res Ge­sicht. Als man mit Rob­ben, Ri­be­ry, Ala­ba und dem spät ver­pflich­te­ten Xa­bi Alon­so über­ra­gen­de Füh­rungs­spie­ler nicht nur im Ka­der, son­dern auch auf dem Platz prä­sent hat­te. Als Ma­rio Göt­ze, Tho­mas Mül­ler und auch Ro­bert Le­wan­dow­ski flei­ßig und re­gel­mä­ßig tra­fen. Da murr­ten die (ver­mut­lich) glei­chen Kri­ti­ker über die gäh­nen­de Lan­ge­wei- le, die das Star­ensem­ble von der Isar an­geb­lich mit sei­ner Do­mi­nanz ver­ur­sa­chen wür­de. Doch was ist denn nun die Wahr­heit? Vor al­lem: Wie be­ur­teilt man ei­gent­lich beim Ver­ein selbst die Si­tua­ti­on? Kei­ne Fra­ge: Nicht nur der FC Barcelona hat den mü­de wir­ken­den Münch­ner Ki­ckern zu­letzt Gren­zen auf­ge­zeigt. Auf die al­ten Hel­den des Teams war nicht mehr im­mer Ver­lass. Wo­bei man den Be­griff „alt“durch­aus wört­lich neh­men kann. Xa­bi Alon­so, Bas­ti­an Schwein­stei­ger, Philipp Lahm, Dan­te, Franck Ri­be­ry und Ar­jen Rob­ben – sie al­le ha­ben be­reits ein rei­fes Fuß­bal­lal­ter er­reicht. Klar, ein Groß­teil da­von kann noch lan­ge auf höchs­tem Ni­veau mit­mi­schen. Doch der Club weiß, dass die Uhr tickt. Neue Ty­pen sind ge­sucht. Ty­pen, die nicht nur sport­lich über­ra­gend sein müs­sen. Die nächs­te, die neue Bay­ern-Ge­ne­ra­ti­on wird ge­sucht. Die zu fin­den, ist nicht nur ei­ne Fra­ge des Gel­des. Lahm, Mül­ler, Bad­stu­ber, Ala­ba oder Schwein­stei­ger et­wa hat man selbst aus­ge­bil­det. Nun schar­ren Ta­len­te wie Gau­di­no, Kurt, Kim­mich, Weih­rauch, Höjb­jerg oder Scholl mit den Hu­fen. Zu alt? Zu satt? Nein, der FC Bay­ern hat vor­ge­sorgt. Sor­gen macht vi­el­leicht die Ge­gen­wart – die Zu­kunft eher nicht.

Bay­erns Zu­kunft hat schon vie­le Na­men

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