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Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen -

Selbst kühns­te Op­ti­mis­ten un­ter den Blur-Ver­eh­rern hat­ten dar­auf kaum noch ge­hofft: Ei­ne neue Plat­te der Brit­pop-Hel­den, in Har­mo­nie auf­ge­nom­men von al­len vier Band­mit­glie­dern der 90er Jah­re. Jetzt ist die­ses Al­bum da. Es heißt „The Ma­gic Whip“(Par­lo­pho­ne/War­ner) und ist zum Teil sehr er­freu­lich, zum Teil lei­der auch et­was be­müht. Das ers­te Stück „Lo­ne­so­me Street“klingt leb­haft und an­ste­ckend gut ge­launt (es wird ge­pfif­fen!), die Me­lo­die pen­delt zwi­schen Kinks, Syd Bar­rett und dem Gi­tar­ren­pop der 90er Jah­re. Wer ein schnö­des Auf­ko­chen al­ter Blur-Ide­en be­fürch­tet, wird schon beim nächs­ten Track be­lehrt: „New World To­wers“ist mit sei­ner me­lan­cho­li­schen Ge­s­angs­har­mo­nie und mo­der­nen Sound­ef­fek­ten mit­ten im Hier und Jetzt. Mit „Ong Ong“zol­len Blur den al­ber­nen Beat­les vom gel­ben U-Boot Tri­but, das mo­nu­men­ta­le „Mir­ror­ball“schließ­lich ver­brei­tet Spa­ghet­ti-Wes­tern-At­mo­sphä­re. So bie­tet je­der neue Song der­ma­ßen vie­le ver­steck­te An­rei­ze, dass man als Hö­rer et­li­che Durch­läu­fe brau­chen wird, um auch nur ei­nen Teil da­von zu ent­schlüs­seln. Doch ge­nau da­für wer­den heu­te noch 50-mi­nü­ti­ge Plat­ten ge­macht, die mehr sein wol­len als nur Au­dio-Häpp­chen.

Blur, The Ma­gic Whip

★★★✩✩

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