Stil­be­wusst

Die Män­ner­mo­de lo­tet neue Gren­zen aus

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Mode & Stil -

Mo­de kennt vie­le Re­geln, aber auch vie­le Frei­hei­ten: Mo­di­sche Men­schen gel­ten oft als be­son­ders ex­pe­ri­men­tier­freu­dig. Sie tra­gen, was ih­nen ge­fällt und was in ih­ren All­tag passt. Män­ner schlüp­fen der­zeit ger­ne in Ber­mu­da­shorts zum Sak­ko und in Snea­ker zur An­zugs­ho­se. Ge­ra­de in den Groß­städ­ten wer­den fes­te Nor­men und Dress­codes auch mal lo­cker ge­hand­habt. Und so geht es in den Kol­lek­tio­nen vor al­lem um die Kom­bi­na­ti­on und das Aus­lo­ten neu­er Gren­zen. „Die Art und Wei­se, sich zu klei­den, ori­en­tiert sich heu­te im­mer stär­ker an der ei­ge­nen Per­sön­lich­keit“, sagt Gerd Mül­lerThom­kins vom Deut­schen Mo­de-In­sti­tut in Köln. Ge­prägt wird das von un­fass­bar vie­len In­spi­ra­tio­nen aus dem In­ter­net. Die Trends der Lauf­ste­ge der gro­ßen Mo­de­städ­te sind nur noch ein paar Klicks ent­fernt. Män­ner ha­ben im­mer häu­fi­ger ge­naue Stil­vor­stel­lun­gen, be­rich­tet As­trid Wer­le, Maß­schnei­de­rin für Män­ner­mo­den aus Düsseldorf. „Die meis­ten Kun­den sind jung und sehr gut in­for­miert. Sie wol­len mit ih­rem Out­fit ih­ren per­sön­li­chen Stil un­ter­strei­chen.“Oft be­trifft dies De­tails wie das In­nen­fut­ter ei­nes Sak­kos. Das klas­si­sche Zweiknopfsak­ko sei nach wie vor ers­te Wahl, er­klärt Wer­le. Der Schnitt blei­be kör­pernah, auch bei den Ho­sen füh­re nichts am Slim-Fit vor­bei. „Man muss da stark un­ter­schei­den zwi­schen dem Main­stream und dem, was im­mer wie­der ge­pre­digt wird“, er­läu­tert der Mo­de­kri­ti­ker Bern­hard Roet­zel aus Berlin. „Man sieht zwar auf den Lauf­ste­gen ver­mehrt wie­der wei­te­re Ho­sen im Stil der 30er Jah­re, aber in der Main­stream-Mo­de hal­ten sich die schmal ge­schnit­te­nen Ho­sen seit ei­ni­gen Jah­ren hart­nä­ckig.“Ge­ra­de et­was kür­zer ge­schnit­te­ne oder hoch­ge­krem­pel­te Mo­del­le blei­ben ge­fragt. Zu­sam­men mit ei­nem Sak­ko ge­tra­gen er­gibt das ei­nen Prep­py-Look, der an den Stil ame­ri­ka­ni­scher Col­le­ge­stu­den­ten er­in­nert. „Die Klas­si­ker wer­den auf­ge­räumt“, sagt De­si­gne­rin Wer­le. Zum ei­nen sind die Schnit­te schlank. Zum an­de­ren blei­ben klas­si­sche Ac­ces­soires wie das Ein­steck­tuch an­ge­sagt. Bes­tes Bei­spiel für die Neu­in­ter­pre­ta­ti­on ei­nes Klas­si­kers ist das Come­back des Zwei­rei­hers, der nun ei­ne Al­ter­na­ti­ve zum Zweiknopfsak­ko dar­stellt. Je­doch ha­ben die neu­en Dop­pel­rei­her nicht mehr viel mit den wuch­ti­gen Schrän­ken aus der „Der Pa­te“- Tri­lo­gie ge­mein, son­dern sie wir­ken ju­gend­lich und sind fi­gur­be­tont. Be­son­ders be­liebt sei­en Mo­del­le in küh­len Blau­tö­nen, sagt Roet­zel.

Foto/Mo­dell: Edu­ard Dress­ler

Foto/Mo­dell: Bu­gat­ti

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