Nun geht es um Al­les oder Nichts

Der Auf­stieg, die Re­le­ga­ti­on oder Platz vier?

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Pe­ter Tre­bing

Mar­kus Kauc­zin­ski re­det gar nicht erst um den hei­ßen Brei her­um, son­dern for­mu­liert das Ziel für die heu­ti­ge Par­tie ge­wohnt prag­ma­tisch: „Wir müs­sen sie­gen.“Und das wird sei­ner Mei­nung nach nicht ein­fach, auch wenn der heu­ti­ge Gast im Wild­park­sta­di­on zu­min­dest aus ta­bel­la­ri­scher Sicht ei­gent­lich ein ver­meint­lich leich­ter Geg­ner sein müss­te. Doch: „Für 1860 Mün­chen geht es ums Über­le­ben. Und für uns geht es um Al­les oder Nichts“, for­mu­liert der KSCChef­coach die Aus­gangs­la­gen der Kon­tra­hen­ten. Al­so tat­säch­lich ein End­spiel für bei­de Clubs? Ei­ne Fra­ge, die sich kor­rekt erst nach der Be­geg­nung be­ant­wor­ten lässt, denn für die Pro­fis von der Isar gibt es ge­nau­so drei Op­tio­nen wie für Or­lis­hau­sen und Co. Der ba­di­sche Zweit­li­gist will nach oben und könn­te dies di­rekt schaf­fen. Oder über den Um­weg Re­le­ga­ti­on. Läuft es schlecht, dann wä­re man Vier­ter und müss­te für ein wei­te­res Jahr in der Zweit­klas­sig­keit pla­nen. Die „Lö­wen“ha­ben ganz an­de­re Sor­gen. Ret­tung, die Re­le­ga­ti­on ge­gen den Drit­ten der Drit­ten Li­ga oder im schlimms­ten Fall der di­rek­ten Ab­stieg – noch ist al­les mög­lich. Ein gro­ßes The­ma war 1860 Mün­chen in der gest­ri­gen Pres­se­kon­fe­renz des KSC aber nicht. Weil man im Wild­park auf das ei­ge­ne Team, auf das ei­ge­ne Re­sul­tat fo­kus­siert ist. Oder, wie Prag­ma­ti­ker Kauc­zin­ski es aus­drückt: „Auch nach der Nie­der­la­ge ge­gen Darm­stadt ha­be ich gesagt: Al­les ist mög­lich. Und die­se Aus­sa­ge gilt im­mer noch.“Vor­aus­ge­setzt, die Mann­schaft setzt um, was der Coach ger­ne se­hen möch­te. Auf den Punkt kon­zen­triert zu sein und die Be­reit­schaft je­des Spie­lers, für die Mann­schaft zu kämp­fen – ei­gent­lich die üb­li­chen Vor­ga­ben je­des Trai­ners. Doch dies­mal al­ter­na­tiv­los, wenn man das Ziel Auf­stieg nach ei­ni­gen un­er­war­te­ten Rück­schlä­gen noch rea­li­sie­ren will. „Wir brau­chen ei­nen Sieg und dann las­sen wir uns mal über­ra­schen, was uns der am En­de nutzt“, sagt Mar­kus Kauc­zin­ski, der aber noch nicht so ganz ge­nau weiß, mit wel­cher For­ma­ti­on er die­ses pri­mä­re Ziel rea­li­sie­ren kann. Sa­scha Traut und Jan Mau­ers­ber­ger fal­len als per­so­nel­le Al­ter­na­ti­ven für die heu­ti­ge Par­tie aus. Do­mi­nic Peitz und Rein­hold Yabo sind ge­gen die Münch­ner Lö­wen ge­sperrt. Und Gaetan Krebs ist zwar in­zwi­schen wie­der auf dem Trai­nings­platz ak­tiv, doch noch lan­ge nicht hun­dert­pro­zen­tig fit. Das größ­te Fra­ge­zei­chen setzt Kauc­zin­ski aber hin­ter Hi­ro­ki Ya­ma­da. Den Ja­pa­ner pla­gen Pro­ble­me mit der Wa­de und dem Hüft­beu­ger. „Da wa­ge ich kei­ne Pro­gno­se, ob es reicht“, weckt Kauc­zin­ski nicht ein­mal va­ge Hoff­nun­gen. Er ver­fällt aber auch nicht in Pa­nik, soll­te Ya­ma­da nicht zur Ver­fü­gung ste­hen: „Falls Hi­ro­ki nicht spie­len kann, wer­den wir Lö­sun­gen fin­den.“Doch in­ten­siv aus­ein­an­der­set­zen wol­len sich der KSC-Coach und sein Trai­ner­stab da­mit erst, wenn Klar­heit in Sa­chen Ya­ma­da herrscht. Auch die Ver­set-

Heu­te, 15.30 Uhr: KSC – 1860 Mün­chen

zung von Rechts­ver­tei­di­ger En­ri­co Va­len­ti­ni auf ei­ne of­fen­si­ve­re Po­si­ti­on im Team wä­re denk­bar, doch Kauc­zin­ski selbst gibt zu be­den­ken: „In Braunschweig hat die Vie­rer­ket­te ei­nen Su­per­job ge­macht.“Was ver­mu­ten lässt, dass man beim KSC in der De­fen­si­ve eher nicht zu Ex­pe­ri­men­ten ten­diert. Schon gar nicht im even­tu­ell wich­tigs­ten Spiel der Sai­son. „Wir wa­ren ei­gent­lich schon weg vom Fens­ter“, sagt Mar­kus Kauc­zin­ski, schon des­halb „gibt es von un­se­rer Sei­te auch kei­ne gro­ßen An­sa­gen vor dem Spiel.“Schließ­lich hat­te man nach den Nie­der­la­gen in Aue und ge­gen Darm­stadt be­reits das Ge­fühl, es sei al­les ge­lau­fen. Des­halb sei es über­ra­gend, dass man trotz­dem am letz­ten Spiel­tag noch mit da­bei ist. Und zwar mit wirk­lich al­len Chan­cen. Vor­aus­ge­setzt, man macht sei­ne Haus­auf­ga­ben und holt drei Punk­te ge­gen 1860 Mün­chen. Dann ist zu­min­dest Platz drei ge­si­chert – falls Meis­ter FC In­gol­stadt nicht in Kai­sers­lau­tern kom­plett un­ter die Rä­der kommt und die mit dem KSC punkt­glei­chen Pfäl­zer (sie­he Ta­bel­le auf Sei­te 14) ih­ren Rück­stand in der Tor­dif­fe­renz aus­glei­chen kön­nen. Mo­men­tan ha­ben die Wild­park-Pro­fis in die­ser Be­zie­hung die Na­se mit vier Tref­fern vor­ne. Kauc­zin­ski for­mu­liert sei­ne Er­war­tun­gen an das heu­ti­ge Fi­na­le ge­wohnt deut­lich: „Wir se­hen es als ein­ma­li­ge Chan­ce, et­was rich­tig Gei­les zu ma­chen.“

Hoff­nungs­trä­ger – Rou­wen Hen­nings ist heu­te ge­for­dert, wenn der KSC sei­ne Chan­ce auf den Auf­stieg nut­zen will. Schon 17 Tref­fer hat er in die­ser Sai­son er­zielt, mehr als je­der an­de­re Zweit­li­ga-Pro­fi. Foto: GES

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