SC Frei­burgs vier­ter Ab­stieg

Trä­nen nach dem 1:2 in Han­no­ver

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Cars­ten Lap­pe/Te­re­sa Tropf

Nach dem vier­ten Bun­des­li­ga-Ab­stieg des SC Frei­burg war Trai­ner Chris­ti­an Streich zu­nächst noch kämp­fe­risch. We­nig spä­ter konn­te auch er sei­ne Trä­nen nicht mehr zu­rück­hal­ten. „Der Ver­ein ist ein klei­ner, aber ein gro­ßer in sei­nem We­sen. Wir wer­den das über­ste­hen und wie­der­kom­men“, kün­dig­te Streich nach dem 1:2 (0:1) beim Mit­kon­kur­ren­ten Han­no­ver 96 an. Der Tref­fer von Hi­ro­shi Kiyo­ta­ke (3. Mi­nu­te) und ein Ei­gen­tor von Pa­vel Kr­mas (84.) mach­ten den er­neu­ten Ab­stieg der Breis­gau­er nach 1997, 2002 und 2005 per­fekt. Das An­schluss­tor des ein­ge­wech­sel­ten Nils Pe­ter­sen in der Nach­spiel­zeit kam zu spät und war viel zu we­nig. „Der letz­te Tick hat heu­te ge­fehlt“, ana­ly­sier­te Streich: „Das war schon ein biss­chen das Spie­gel­bild ei­ner total gro­tes­ken Sai­son, die ich so noch nie er­lebt ha­be.“Schon da ging Streichs Blick ins Lee­re. Kurz dar­auf brach es dann auch aus dem 49-Jäh­ri­gen her­aus. „Die Fas­sungs­lo­sig­keit und die Trau­er kom­men nie in die­sem Mo­ment. Das wird ei­ne schlim­me, schlim­me Wo­che, weil du al­les durch­gehst“, stam­mel­te Streich. Und dann flos­sen die Trä­nen. Selbst 96-Trai­ner Micha­el Front­zeck hat­te Mit­leid mit sei­nem Kol­le­gen. „Es tut mir wirk­lich leid für Frei­burg, denn den Ab­stieg ha­ben sie nicht ver­dient“, be­fand der ehe­ma­li­ge Na­tio­nal­spie­ler, der zwi­schen 1997 und 1999 selbst in Frei­burg ge­spielt hat­te. Streich wird als Coach in Frei­burg auf je­den Fall wei­ter­ma­chen. „Ich ha­be hier ei­nen Ver­trag und dem Ver­ein viel zu ver­dan­ken. Fra­gen nach mei­ner Zu­kunft fin­de ich da­her sehr be­denk­lich“, mein­te Streich. In Han­no­ver steht da­ge­gen nach dem Klas­sen­ver­bleib ein ech­ter Neu­an­fang an. Der Ver­trag von Fün­fSpie­le-Coach Front­zeck en­det of­fi­zi­ell En­de Ju­ni. Ei­ne Wei­ter­be­schäf­ti­gung nach der laut Streich ge­glück­ten „Feu­er­wehr­ak­ti­on“ist aber zu­min­dest denk­bar. „Ich ha­be ge­wis­se Vor­stel­lun­gen, er hat auch Ide­en. Da wer­den wir uns schnell aus­tau­schen“, kün­dig­te Club­chef Mar­tin Kind im Hin­blick auf Front­zecks Zu­kunft an. Die Trai­ner­fra­ge soll zü­gig ge­klärt wer­den. Muss sie auch im Hin­blick auf die Ka­der­pla­nung, denn Sport­di­rek­tor Dirk Duf­ner steht nach der ver­korks­ten Sai­son vor dem Aus.

„Wir über­ste­hen das und kom­men wie­der“

Bit­te­rer Tag für Chris­ti­an Streich: Nach „total gro­tes­ker Sai­son“er­wisch­te es den SC noch. Foto: avs

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