Le­se­stoff

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen -

Ei­ne Re­gis­seu­rin und Schrift­stel­le­rin schreibt über die Be­zie­hung ei­ner Schrift­stel­le­rin zu ei­ner Schrift­stel­le­rin. Kom­plex ist er schon, der neue Ro­man „Die­be und Vam­pi­re“von Do­ris Dör­rie, kei­nes­wegs aber kom­pli­ziert. Mit leich­ter Hand wer­den Le­bens­ent­wür­fe be­schrie­ben, das mit­un­ter ver­häng­nis­vol­le Ver­hält­nis zu Vor­bil­dern und das oft noch ver­häng­nis­vol­le­re zu Part­nern. Ali­ce Hof­mann heißt die Frau, die im Buch von ih­rem Le­ben er­zählt, be­gin­nend mit ei­nem Ur­laub in Me­xi­ko 1984 – an der Sei­te ei­nes weit äl­te­ren und ver­hei­ra­te­ten Haut­arz­tes. Gro­ße Selbst­zwei­fel pla­gen die jun­ge Frau. Da fügt es sich, dass ei­ne eta­blier­te USSchrift­stel­le­rin das sel­be Ho­tel be­wohnt. Ali­ce sucht in­stän­dig ih­re Nä­he, lan­ge tut sie dies ver­geb­lich – um dann Din­ge zu hö­ren wie: „Das Schrei­ben selbst ist na­tür­lich Fol­ter, das ist klar.“Am En­de des Bu­ches ist die Er­zäh­le­rin so alt wie die Meis­te­rin einst am Strand in Me­xi­ko. Do­ris Dör­rie hat­te als Re­gis­seu­rin mit ih­rem drit­ten Ki­no­film „Män­ner“ei­nen Welter­folg ge­lan­det. „Die­be und Vam­pi­re“, ist kein bril­lan­tes Buch, aber ein sehr un­ter­halt­sa­mes. Do­ris Dör­rie, Die­be und Vam­pi­re, Dio­ge­nes Ver­lag, 224 Sei­ten, 21,90 Eu­ro

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