Kin­der lie­ben all in­clu­si­ve

Ver­brau­cher­schüt­zer war­nen: Der Be­griff ist nicht ge­schützt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Reise & Urlaub -

Bei all in­clu­si­ve den­ken die meis­ten an freie Ge­trän­ke und kos­ten­lo­ses Essen. Doch der Be­griff ist nicht ge­schützt, wie Bea­te Wa­gner von der Ver­brau­cher­zen­tra­le NRW er­klärt. „Als Ur­lau­ber soll­te ich nach­fra­gen, was tat­säch­lich ein­ge­schlos­sen ist.“Auch Sibylle Zeuch vom Deut­schen Rei­se­ver­band (DRV) be­stä­tigt: „All in­clu­si­ve de­fi­niert je­der Veranstalter für sei­ne Pro­duk­te selbst.“Hier muss der Ur­lau­ber letzt­lich im Rei­se­ka­ta­log nach­schau­en, was für Leis­tun­gen ent­hal­ten sind. Das Kon­zept sei je nach Ziel­grup­pe an­ders, er­klärt Stefanie Schulze zur Wiesch, Mar­ke­ting-Che­fin bei TUI Deutsch­land. „All in­clu­si­ve für Fa­mi­li­en heißt zum Bei­spiel, dass die Kin­der im­mer Soft­drinks und Eis aus der Tru­he be­kom­men. Und die Kin­der­be­treu­ung im Ho­tel ist in­klu­diert.“Bei TUI ist der Ma­gic-Li­fe-Club „die Mut­ter des all in­clu­si­ve“, wie Schulze zur Wiesch sagt. Dort gibt es ein viel­fäl­ti­ges Sport­an­ge­bot in­klu­si­ve. Bei den All-in­clu­si­ve-Sport­an­ge­bo­ten von Tho­mas Cook ist oft al­les da­bei, was man auf dem Was­ser ma­chen kann: Ka­ta­ma­ran-Fahr­ten, Schnup­per­tau­chen, Was­ser­ski. Es gibt aber auch Ten­ni­so­der Golf-Schnup­per­kur­se. „Das ist et­was für Rei­sen­de, die ih­ren Ur­laub im We­sent­li­chen im Ho­tel ver­brin­gen und zwi­schen­durch ein we­nig Sport ma­chen möch­ten“, er­klärt Mar­kus Leut­ner, der sich bei Tho­mas Cook und Ne­cker­mann um die Pro­duk­te auf der Nah- und Mit­tel­stre­cke küm­mert. In Eu­ro­pa ist heu­te vor al­lem die Tür­kei als Des­ti­na­ti­on für All-in­clu­si­ve-Ur­laub be­kannt, der An­teil an ent­spre­chen­den Ho­tels ist sehr hoch. „In Ägyp­ten, in der Tür­kei und in der Do­mi­ni­ka­ni­schen Republik ist weit über 90 Pro­zent der An­ge­bo­te all in­clu­si­ve“, sagt Tho­masCook-Ex­per­te Leut­ner. Vie­le neue Ho­tel­an­la­gen wur­den näm­lich in Re­gio­nen ge­baut, die nicht in der Nä­he ei­nes Or­tes lie­gen. TUI nennt als Bei­spiel für ei­ne sol­che Si­tua­ti­on die Kap­ver­den. „Dort zum Bei­spiel kann ich nicht vor die Tür ge­hen und zwi­schen zehn Re­stau­rants aus­wäh­len“, sagt Mar­ke­ting-Che­fin Schulze zur Wiesch. Und für wen lohnt sich all in­clu­si­ve? Ver­brau­cher­schüt­ze­rin Wa­gner denkt vor al­lem an Ur­lau­ber, die – lo­gi­scher­wei­se – viel essen und trin­ken und von den Ein­rich­tun­gen der Ho­tels und Clubs re­gen Ge­brauch ma­chen. „Und für Fa­mi­li­en ist das Kon­zept im­mer re­le­vant, weil sie Bud­get­si­cher­heit ha­ben möch­ten und nicht je­des Mal mit den Kin­dern ver­han­deln wol­len“, er­gänzt Schulze zur Wiesch. Mitt­ler­wei­le gibt es das Kon­zept so­gar im Lu­xus­seg­ment. „Bei­spiels­wei­se sind dann auch Spe­zi­al­re­stau­rants im Pa­ket ent­hal­ten und nicht nur das Haupt­re­stau­rant“, be­rich­tet Mar­kus Leut­ner. „Oder der But­ler­ser­vice.“Was sich hin­ter all in­clu­si­ve ver­birgt, ist al­so ganz ver­schie­den – ge­nau­so wie der Ur­lau­ber, der sol­che An­ge­bo­te in An­spruch nimmt. Stefanie zur Schulze Wiesch sagt: „Es gibt kei­nen ty­pi­schen All-in­clu­si­ve­Ur­lau­ber.“

Im Ur­laub Neu­es aus­pro­bie­ren: Das ist dank der vie­len An­ge­bo­te, die bei all in­clu­si­ve ein­ge­schlos­sen sind, pro­blem­los mög­lich. In der Tür­kei und in Ägyp­ten ist die Aus­wahl an ent­spre­chen­den Ho­tels be­son­ders groß. Foto: TUI

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