„Karls­ru­he ist noch Brach­land“

Vol­ley­ball: Ron­co­ni hat gro­ße Plä­ne

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Die­go Ron­co­ni hat sich in sei­ner neu­en sport­li­chen Hei­mat be­reits bes­tens ein­ge­lebt. „Trai­nings­hal­le, Fit­ness­stu­dio, pro­fes­sio­nel­le Ver­wal­tung, hier gibt es ein­fach die op­ti­ma­len Vor­aus­set­zun­gen für den Vol­ley­ball­sport“, schwärmt der 50-jäh­ri­ge Trai­ner von sei­ner künf­ti­gen Wir­kungs­stät­te beim SSC Karls­ru­he. Mor­gen Abend lei­tet Ron­co­ni sei­ne ers­te Trai­nings­ein­heit mit der ers­ten Her­ren­mann­schaft und da­mit be­ginnt auch die vier­mo­na­ti­ge Vor­be­rei­tung auf die Dritt­li­ga-Sai­son. Ner­vös ist Ron­co­ni des­we­gen nicht, schließ­lich hat er ei­ne ein­ge­spiel­te Mann­schaft über­nom­men, die im ver­gan­ge­nen Jahr die Vi­ze­meis­ter­schaft in die­ser Li­ga fei­er­te und kom­plett und samt Dritt­li­ga-Spiel­recht vom TuS Dur­mers­heim zum SSC Karls­ru­he in die Wald­stadt wech­sel­te. Weil es in Dur­mers­heim nicht mehr die Ver­wal­tungs­struk­tu­ren für hoch­klas­si­gen Vol­ley­ball­sport gab, hat­te die Mann­schaft be­reits vor zwei Jah­ren beim SSC we­gen ei­nes Ver­eins­wech­sels an­ge­fragt und zur Ver­bes­se­rung ih­rer Ver­hand­lungs­po­si­ti­on so­gar den frei­wil­li­gen Ab­stieg von der Zwei­ten in die Drit­te Li­ga in Kauf ge­nom­men. „Dass die Mann­schaft in die­ser Zeit zu­sam­men­ge­blie­ben ist, sagt ei­ni­ges über den Cha­rak­ter der Spie­ler aus“, be­tont Ron­co­ni. Der un­be­ding­te Wil­le zum ge­mein­sa­men sport­li­chen Er­folg ha­be ihn bei der Aus­wahl sei­nes neu­en Ver­eins si­cher be­ein­flusst, so Ron­co­ni der zwi­schen 2006 und 2008 beim da­ma­li­gen Zweit­li­gis­ten TV Bühl die sport­li­che Ver­ant­wor­tung trug. Doch den Aus­schlag ga­ben letzt­end­lich das „gro­ße Ent­wick­lungs­po­ten­zi­al“beim größ­ten Karls­ru­her Sport­ver­ein und die Nä­he zu sei­nem Wohn­ort Bühl. In den ver­gan­ge­nen sechs Jah­ren pen­del­te Ron­co­ni re­gel­mä­ßig ins Würt­tem­ber­gi­sche und führ­te den TV Fell­bach von der Re­gio­nal­li­ga bis an die Zweit­li­ga-Spit­ze. „Doch die Fah­re­rei hat mich am En­de ein­fach zu viel Zeit und Geld ge­kos­tet“, sagt Ron­co­ni. Nach 20 Jah­ren haupt­amt­li­cher Trai­nings­ar­beit hat­te er sich 2008 ein zwei­tes be­ruf­li­ches Stand­bein als Un­ter­neh­mens­be­ra­ter ge­schaf­fen. Und wie bei sei­nen Kun­den hat der er­fah­re­ne Sport­stra­te­ge auch beim SSC ein lang­fris­ti­ges Ziel vor Au­gen. „Karls­ru­he ist in punc­to Her­ren-Vol­ley­ball noch ech­tes Brach­land“, be­tont Ron­co­ni, und bis­lang sei die Vol­ley­ball­sze­ne in der Stadt haupt­säch­lich durch die vie­len Stu­den­ten ge­prägt. Das will Ron­co­ni än­dern und ge­mein­sam mit Ab­tei­lungs­lei­ter Philipp Schätz­le ein Ju­gend­kon­zept zur För­de­rung des Nach­wuch­ses er­ar­bei­ten. Die Dritt­li­ga-Vol­ley­bal­ler wer­den das neue sport­li­che Aus­hän­ge­schild des SSC. „Bis­lang hat­ten wir uns haupt­säch­lich der För­de­rung des Brei­ten­sports ver­schrie­ben“, be­tont SSC-Ge­schäfts­füh­rer Ste­fan Rat­zel und erst im Früh­jahr hat­te der Mehr­spar­ten­ver­ein die Schall­mau­er von 7000 Mit­glie­dern durch­bro­chen. „Aber als zu­kunfts­ori­en­tier­ter Ver­ein müs­sen wir im­mer neue We­ge be­schrei­ten“, stellt Rat­zel klar, „und die Er­fol­ge der Leis­tungs­sport­ab­tei­lun­gen ha­ben am En­de po­si­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf den Ge­samt­ver­ein.“Ein Schnell­schuss war die Über­nah­me der Dur­mers­hei­mer Dritt­li­gaMann­schaft aber nicht, stellt Rat­zel klar, über ein Jahr wur­de das Für und Wi­der im Vor­stand in­ten­siv dis­ku­tiert und erst als die neue Ab­tei­lungs­lei­tung um Schätz­le ein trag­fä­hi­ges Kon­zept prä­sen­tier­te, war der Weg frei. Rund 20000 Eu­ro lässt sich der Ver­ein das Aben­teu­er Drit­te Li­ga kos­ten.

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