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Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell - avs

Mehr als 200 000 Eu­ro für ei­ne Hand­ta­sche? Doch, das geht. Ei­ne fuch­sia­far­be­ne „Bir­kin Bag“, ein kro­ko­dil­le­der­nes Mo­dell aus dem Hau­se Her­mès, hat bei ei­ner Ver­stei­ge­rung in Hong­kong um­ge­rech­net et­wa 203 000 Eu­ro ge­bracht. Wer sich die teu­ers­te je­mals ver­stei­ger­te Hand­ta­sche ge­leis­tet hat? Der Te­le­fon­bie­ter, der den Zu­schlag er­hielt, will an­onym blei­ben. Ver­mut­lich han­del­te es sich aber um ei­ne Bie­te­rin. Un­ter Män­nern sind Hand­ta­schen-Fe­ti­schis­ten ja eher rar, wäh­rend vie­len Frau­en der Lu­xus am Hen­kel nicht nur lieb, son­dern auch recht teu­er ist. Die Bir­kin zu­mal – Her­mès fer­tigt das nach der Schau­spie­le­rin Ja­ne Bir­kin be­nann­te Sta­tus­sym­bol in Hand­ar­beit. Das fuch­sia­far­be­ne Mo­dell ist zu­dem mit Dia­man­ten und 1,8Ka­rat-Gold ver­se­hen. Trotz­dem: 203 000 Eu­ro für ei­ne Hand­ta­sche – „Man muss schon ei­ne Frau sein, um das auch nur an­satz­wei­se ver­ste­hen zu kön­nen“, sagt ein al­ter Freund. Mal ehr­lich, lie­ber Freund – spielt das Ge­schlecht ei­ne Rol­le, wenn es um Lei­den­schaf­ten geht? Die „Au­gus­ta Vic­to­ria“, ein Märk­lin-Blech­mo­dell­damp­fer, ist kürz­lich für 165 000 Eu­ro ver­stei­gert wor­den. Die Box­hand- schu­he, die Mu­ham­mad Ali und Son­ny Lis­ton bei ih­rem Du­ell am 25. Mai 1965 tru­gen, wech­sel­ten für 956 000 Dol­lar den Be­sit­zer. Und für das Ma­nu­skript des Hit-Songs „Ame­ri­can Pie“blät­ter­te der Meist­bie­ten­de 1,2 Mil­lio­nen Dol­lar hin. Ob man den Reiz die­ser Ob­jek­te auch nur an­satz­wei­se nach­voll­zie­hen kann, ist die ei­ne Sache. Die an­de­re: Den meis­ten Leu­ten fehlt schlicht das Klein­geld, um bei sol­chen Auk­tio­nen mit­zu­bie­ten. Wer über be­schränk­te fi­nan­zi­el­le Mög­lich­kei­ten ver­fügt, aber trotz­dem mal ein un­ge­wöhn­li­ches Stück er­wer­ben möch­te, soll­te ei­ne Rei­se nach Ka­li­for­ni­en in Er­wä­gung zie­hen: Dort ver­stei­gert das Auk­ti­ons­haus Ju­li­en’s am 27. Ju­ni die Über­res­te roya­ler Hoch­zeits­tor­ten. Das Prunk­stück von 1981 zier­te einst die Fest­ta­fel von Prinz Charles und Dia­na Spen­cer – das Auk­ti­ons­haus hofft, es für 2 000 Dol­lar an den Mann zu brin­gen. Et­was güns­ti­ger dürf­te der Früch­te­brot­ku­chen von Prinz Wil­li­am und Ka­te Midd­le­ton („bran­dy­durch­zo­gen“) aus dem Jahr 2011 sein. Was man al­ler­dings wis­sen soll­te: Zum Ver­zehr sind die­se Ob­jek­te auch nicht an­satz­wei­se ge­eig­net.

Ob­jek­te der Be­gier­de

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