„Wird hei­ßer Som­mer“

Fi­fa-Skan­dal: Jack War­ners un­durch­schau­ba­re Tak­tik

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Jack War­ner ver­folgt im Kor­rup­ti­ons­skan­dal beim Fuß­ball-Welt­ver­band Fi­fa wei­ter ei­ne un­durch­schau­ba­re Tak­tik. „Es wird ein lan­ger, hei­ßer Som­mer“, sag­te der zwie­lich­ti­ge Ex-Chef des Kon­ti­nen­tal­ver­ban­des Con­ca­caf (Nord­und Mit­tel­ame­ri­ka so­wie Ka­ri­bik) aus Tri­ni­dad und To­ba­go dem Nach­rich­ten­ma­ga­zin „Der Spie­gel“über sei­ne Ab­sich­ten zur Ver­öf­fent­li­chung bis­lang nicht be­kann­ter Do­ku­men­te zu fi­nan­zi­el­len Trans­ak­tio­nen der Spit­zen­funk­tio­nä­re des Welt­fuß­balls. War­ner be­strei­tet Be­ste­chungs­ver­su­che bei der Ver­ga­be der WM 2006 an Deutsch­land. „Ich ha­be mich nie be­ste­chen las­sen. Es hat mir nie je­mand Geld an­ge­bo­ten, auch nicht die Deut­schen“, sag­te der 72Jäh­ri­ge dem „Spie­gel“. Die US-Jus­tiz er­mit­telt ge­gen War­ner we­gen Kor­rup­ti­on, Ver­schwö­rung so­wie or­ga­ni­sier­ten Ver­bre­chens. Der ehe­ma­li­ge Fi­fa-Spit­zen­funk­tio­när hat al­le An­schul­di­gun­gen zu­rück­ge­wie­sen. Im Zu­ge des Fi­fa-Skan­dals wa­ren zu­letzt ei­ne Rei­he von WM-Ver­ga­ben der Ver­gan­gen­heit in­fra­ge ge­stellt wor­den. Vor al­lem in den Be­wer­bungs­ver­fah­ren um die Tur­nie­re 1998 und 2010 soll es an­geb­lich Mil­lio­nen-Be­ste­chungs­zah­lun­gen an Fi­fa-Funk­tio­nä­re ge­ge­ben ha­ben. We­gen der um­strit­te­nen Ent­schei­dun­gen für die WM 2018 in Russ­land und 2022 in Ka­tar er­mit­telt die Schwei­zer Jus­tiz. Ei­nen Ver­dacht ge­gen die deut­sche Be­wer­bung für 2006 hat­ten zu­letzt DFBPrä­si­dent Wolf­gang Niers­bach und der da­ma­li­ge Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Ot­to Schi­ly zu­rück­ge­wie­sen. War­ner gilt als Schlüs­sel­fi­gur in der Fi­fa-Af­fä­re. „Ich bin mir kei­ner Schuld be­wusst“, sag­te War­ner zu den Vor­wür­fen ge­gen ihn. „War es et­wa Kor­rup­ti­on, als Oba­ma mich zum Essen ein­ge­la­den hat? Oder Pu­tin? Man er­weist sich un­ter mäch­ti­gen Män­nern ge­gen­sei­tig ei­nen Ge­fal­len, das ist kei­ne Kor­rup­ti­on“, er­klär­te er. In den Er­mitt­lun­gen der US-Jus­tiz zum Fi­fa-Kor­rup­ti­ons­skan­dal ist der USS­port­ar­ti­kel­rie­se Ni­ke nun of­fen­bar kon­kre­ter ins Vi­sier der Fahn­der ge­ra­ten. Nach An­ga­ben des Wall Street Jour­nals soll die US-Bun­des­po­li­zei FBI mitt­ler­wei­le un­ter­su­chen, ob dem Kon­zern durch ei­ne be­reits be­kann­te Son­der­zah­lung von um­ge­rech­net mehr als 36 Mil­lio­nen Eu­ro im Zu­sam­men­hang mit sei­nem Aus­rüs­ter­Ver­trag für Bra­si­li­ens Na­tio­nal­mann­schaft ein Fehl­ver­hal­ten vor­zu­wer­fen sein könn­te. We­der die US-Staats­an­walt­schaft noch Ni­ke be­stä­tig­ten die WSJ-In­for­ma­tio­nen bis­lang. Die frag­li­che Zah­lung aus dem Jahr 1996 ist an­ders als der Na­me des US-Bran­chen­füh­rers be­reits in der En­de Mai ver­öf­fent­lich­ten An­kla­ge­schrift der US-Be­hör­den ge­gen ins­ge­samt 14 Be­schul­dig­te er­wähnt. avs/sid

US-Sport­ar­ti­kel-Rie­se Ni­ke im Vi­sier des FBI

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