Stäb­ler holt ers­te Me­dail­le

Auf­takt der Europaspiele in Ba­ku / Boll und Co sou­ve­rän

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Sid/avs

Die Tisch­ten­nis-Teams und die Vol­ley­bal­le­rin­nen sind er­folg­reich in die Europaspiele ge­star­tet, in den Ein­zel­dis­zi­pli­nen er­füll­ten sich zum Start noch nicht al­le deut­schen Hoff­nun­gen. Rin­ger Frank Stäb­ler si­cher­te in Aser­bai­dschans Haupt­stadt Ba­ku den­noch die ers­te Bron­ze-Me­dail­le. Das al­lers­te Gold der nicht un­um­strit­te­nen Spie­le, die bis zum 28. Ju­ni ge­hen, si­cher­te sich Moun­tain­bi­ke­rin Jo­lan­da Neff aus der Schweiz. Ins­ge­samt sind 20 Sport­ar­ten bei der Pre­mie­re die­ser Spie­le ver­tre­ten, 16 olym­pi­sche so­wie vier nicht olym­pi­sche. Rin­gen: Am En­de des ers­ten Ent­schei­dungs­ta­ges si­cher­te Er­folgs­ga­rant Stäb­ler doch noch das Pre­mie­ren-Edel­me­tall. Der Eu­ro­pa­meis­ter von 2012 setz­te sich in der Ge­wichts­klas­se bis 71 Ki­lo­gramm im Kampf um Bron­ze mit 3:1 Punk­ten ge­gen den Ge­or­gi­er Min­dia Tsu­lu­kid­ze durch. Stäb­ler hat­te in der Run­de der bes­ten Acht ge­gen Bal­int Kor­pa­si (Un­garn) ver­lo­ren, kämpf­te sich dann durch die Hoff­nungs­run­de. „Ich bin sprach­los“, sag­te er. „Das ist ein un­glaub­li­ches Ge­fühl mit der ers­ten Me­dail­le – nicht nur für die Rin­ger – son­dern für das gan­ze deut­sche Team bei Eu­ro­pa­spie­len jetzt Teil der gro­ßen Sport­ge­schich­te zu sein.“Tisch­ten­nis: Leicht und lo­cker ge­wan­nen bei­de deut­schen Teams ih­re ers­ten Par­ti­en. Timo Boll, Di­mi­trij Ovt­cha­rov und Patrick Baum setz­ten sich mit 3:0 ge­gen Spa­ni­en durch und tref­fen heu­te auf Schwe­den. Die Da­men be­zwan­gen Un­garn eben­falls klar mit 3:0. Im Vier­tel­fi­na­le war­tet nun Russ­land. Vol­ley­ball: Zum Tur­nier­start muss­ten die deut­schen Vol­ley­bal­le­rin­nen ge­gen Bul­ga­ri­en im vier­ten Satz gleich drei Match­bäl­le ab­weh­ren. Am En­de reich­te es für den Vi­ze-Eu­ro­pa­meis­ter nach har­tem Kampf aber noch zu ei­nem 3:2 (25:22, 24:26, 10:25, 28:26, 15:10)-Er­folg. Ihr nächs­tes Grup­pen­spiel be­strei­ten die Deut­schen Frau­en mor­gen ge­gen das Team aus Ser­bi­en. Ka­ra­te: In ih­ren Kämp­fen um den drit­ten Platz blie­ben Noah Bitsch und Ri­car­do Gieg­ler chan­cen­los. Der 25-jäh­ri­ge Bitsch un­ter­lag in der Ge­wichts­klas­se bis 75 Ki- lo­gramm dem Tür­ken Er­man El­temur mit 0:5. Der Ber­li­ner Gieg­ler muss­te sich ge­gen Niya­zi Aliyev aus Aser­bai­dschan in der 67 Ki­lo-Klas­se 1:3 ge­schla­gen ge­ben. IOC-Prä­si­dent Tho­mas Bach hat die Aus­tra­gung der ers­ten Europaspiele im to­ta­li­tär ge­führ­ten Aser­bai­dschan ver­tei­digt. „Wenn ein Mit­glied sei­ne Stim­me für ei­nen Aus­tra­gungs­ort ab­gibt, er­klärt es sich nicht gleich­zei­tig ein­ver­stan­den mit den Ge­set­zen im Land“, sag­te der Chef des In­ter­na­tio­na­len Olym­pi­schen Ko­mi­tees dem Nach­rich­ten­ma­ga­zin Der Spie­gel: „Es ist kein Vo­tum für ein po­li­ti­sches Sys­tem. Das IOC ist kei­ne Welt­re­gie­rung.“Die Europaspiele in Ba­ku wa­ren am Frei­tag er­öff­net wor­den. Ge­ne­rell ver­spricht sich Bach vom Ge­dan­ken des Sports­geis­tes auch ei­ne Initi­al­zün­dung für ein po­li­ti­sches Um­den­ken in Gast­ge­ber­län­dern. Al­ler­dings, so Bach, ha­be das IOC „die Ge­set­ze ei­nes sou­ve­rä­nen Staa­tes“zu ak­zep­tie­ren: „Wir kön­nen nicht än­dern, was Ge­ne­ra­tio­nen von Di­plo­ma­ten und ei­ne Se­rie von UN-Re­so­lu­tio­nen nicht ge­schafft ha­ben.“

Bach: Kein Vo­tum für ein po­li­ti­sches Sys­tem

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