„Um zehn Jah­re ge­al­tert“

Büh­ler­tals Last-Mi­nu­te-Klas­sen­er­halt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Ein ge­wis­ser Hang zur Dra­ma­tik lässt sich dem SV Büh­ler­tal nicht ab­spre­chen. Zur Win­ter­pau­se ab­ge­schla­ge­nes Schluss­licht in der Ver­bands­li­ga, star­te­te der Neu­ling im Früh­jahr ei­ne Auf­hol­jagd. Und die en­de­te erst in der „Nach­spiel­zeit“der Sai­son. Dank des Auf­stiegs des Bah­lin­ger SC in die Re­gio­nal­li­ga klapp­te es mit dem Klas­sen­er­halt. „Um zehn Jah­re ge­al­tert“fühlt sich Ver­eins­vor­sit­zen­der Norbert Wel­le an­ge­sichts die­ses Sai­son­ver­laufs. 24 Punk­te aus zwölf Par­ti­en lau­tet die Bi­lanz in die­sem Jahr. „Ei­ne Aus­beu­te, die reicht, um viel wei­ter oben mit­zu­spie­len“, sagt der Club­chef. Rich­tig, aber nur dann, wenn es ge­lingt, solch ein Ni­veau über die ge­sam­te Run­de zu hal­ten. Und dar­an ha­per­te es. Denn: In den ers­ten 18 Be­geg­nun­gen stan­den nur eben mal zehn Zäh­ler zu Bu­che. Da­bei hat­te al­les nach Plan be­gon­nen mit ei­nem Sieg und ei­nem Re­mis. „Der gu­te Auf­takt wur­de fast zum Ver­häng­nis“, meint Norbert Wel­le. Denn, nach dem sou­ve­rä­nen Meis­ter­ti­tel in der Lan­de­li­ga, in­klu­si­ve al­ler Lo­bes­hym­nen, fühl­te sich das Team schnell an­ge­kom­men in Süd­ba­dens höchs­ter Spiel­klas­se. „Ei­ne ge­wis­se Über­heb­lich­keit und Ar­ro­ganz schli­chen sich ein“, so Wel­le wei­ter. „Die War­nun­gen des Trai­ners gin­gen da­bei un­ter.“Was folg­te, war ei­ne Nie­der­la­gen­se­rie und der Sturz ans Ta­bel­len­en­de. Kei­ne ein­fa­che Zeit auch für die Ver­ant­wort­li­chen. Das Um­feld murr­te merk­lich, ins­be­son­de­re der Übungs­lei­ter ge­riet in die Kri­tik. Zu jung, zu un­er­fah­ren sei der im Som­mer aus der Kreis­klas­se A ge­kom­me­ne Micha­el San­to­ro. Aber der Vor­stand be­hielt die Ru­he und ver­län­ger­te früh­zei­tig San­to­ros Ver­trag. „Ein kla­res und wich­ti­ges Zei­chen“, be­tont Norbert Wel­le. Und auch die­ses Mal er­wies sich das Fest­hal­ten am Übungs­lei­ter als die rich­ti­ge Ent­schei­dung. Schon beim Auf­stieg in die Lan­des­li­ga vor vier Jah­ren war der SV Büh­ler­tal ähn­lich mi­sera­bel ge­star­tet – und fei­er­te dann am En­de eben­falls den Li­ga­ver­bleib. Zu­mal die Mann­schaft ih­ren Irr­tum selbst er­kann­te und beim Trai­ner Ab­bit­te leis­te­te. Ent­spre­chend mo­ti­viert ging es „zwi­schen den Jah­ren“in die Vor­be­rei­tung mit ei­ni­gen Ex­tra-Schich­ten im Kraft­raum. „Die Ro­bust­heit und die Ge­dan­ken­schnel­lig­keit, die der Trai­ner im­mer ein­ge­for­dert hat­te, die zeig­te das Team nach der Win­ter­pau­se“, lobt Norbert Wel­le. Des­halb gibt es auch we­nig Grund zu Ve­rän­de­run­gen. Vier ge­hen, vier kom­men. Ma­nu­el Vogt, Patrick Hil­lert, Ju­li­an Krauth und Ge­or­gi­os Ka­na­vos ver­las­sen den Club. Da­für lau­fen künf­tig die Brü­der Jo­nas und Da­vid Kno­bel­spies, Ro­n­an Gil­li­gan so­wie Ma­nu­el Kir­sch­ner auf dem Mit­tel­berg auf. Ge­ra­de Kir­sch­ner soll mit sei­ner Er­fah­rung Ka­pi­tän Sebastian Kel­ler hel­fen, die jun­ge Mann­schaft (Durch­schnitts­al­ter knapp 23 Jah­re) zu füh­ren. Denn auf ei­nes legt Norbert Wel­le in der kom­men­den Sai­son kei­nen Wert – auf Dra­ma­tik bis zum Schluss.

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