Was­ser­schlacht in der Ka­la­ha­ri

Das Oka­van­go Delta ist ein Pa­ra­dies

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Reise & Urlaub -

Sen­gen­de Hit­ze, ein aus­ge­dörr­ter Bo­den, kaum Ve­ge­ta­ti­on – das sind die Er­war­tun­gen an ei­nen Ur­laub in Afri­ka. Um­so er­staun­li­cher ist, was sich am Oka­van­go Delta ab­spielt. Hun­der­te Tie­re ver­schie­dens­ter Ar­ten wan­dern wie in ei­nem Pil­ger­strom in das Feucht­ge­biet. Sie al­le ha­ben ein Ziel: den Durst an der pfan­nen­för­mi­gen Was­ser­stel­le stil­len. „Es ist ein er­staun­li­ches Na­tur­phä­no­men: Mit­ten in der Tro­cken­zeit er­reicht der Was­ser­pe­gel im Delta sei­nen Höchststand, und es ent­steht ei­ne See­flä­che von et­wa 15 000 Qua­drat­ki­lo­me­tern“, er­läu­tert Me­la­nie Haa­pe. Für Na­mi­bia und Bots­wa­na ist sie ei­ne wah­re Ex­per­tin, denn hier ist sie ge­bo­ren und auf­ge­wach­sen. Heu­te lebt sie in Deutsch­land und lei­tet mit ih­rem Ehe­mann Jo­han­nes, eben­falls ein ge­bür­ti­ger Afri­ka­ner, den Rei­se­ver­an­stal­ter Ta­ruk. Den klei­nen Rei­se­grup­pen, die auch schon mal aus nur zwei Per­so­nen be­ste­hen, kann sie das ein­zig­ar­ti­ge Na­tur­er­eig­nis genau er­klä­ren: „Das Oka­van­go Delta wird vom gleich­na­mi­gen Fluss ge­speist, der aus An­go­la her­ab­fließt. In der Re­gen­zeit ab De­zem­ber ist er über­flu­tet, doch die­ses Hoch­was­ser er­reicht Bots­wa­na erst Mo­na­te spä­ter im Som­mer.“Da­von sind die Tou­ris­ten und auch die Tie­re be­geis­tert. Es wirkt, als sei al­les, was in der Ka­la­ha­ri Bei­ne hat, zur Was­ser­stel­le ge­lau­fen. Ele­fan­ten, Büf­fel, Ze­bras und Gnus wa­ten durch das küh­le Nass, in dem wie­der­um Fluss­pfer­de und Nilk­ro­ko­di­le ei­nen Le­bens­raum ge­fun­den ha­ben. An an­de­rer Stel­le lau­ern un­ter­des­sen die Jä­ger, denn na­tür­lich zieht es auch Lö­wen, Leo­par­den und Hyä­nen hier­her. Ein Aus­flug in die­ses Tier­pa­ra­dies soll­te in­ten­siv und aus der Nä­he ge­nos­sen wer­den. Ei­ne Fahrt durch die Ka­nä­le des Del­tas ist ei­ne gu­te Mög­lich­keit. In ei­nem tra­di­tio­nel­len Ein­baum, ei­nem Mo­ko­ro, glei­ten die Ur­lau­ber da­bei zwi­schen Schilf und Pa­py­rus die schma­len Was­ser­we­ge ent­lang. Un­ter­wegs freu­en sie sich über den An­blick sel­te­ner Vo­gel-, Fisch- und Am­phi­bi­en­ar­ten. Wer in­di­vi­du­ell durch Afri­ka reist hat Vor­tei­le. Dank sei­nes In­si­der­wis­sens or­ga­ni­siert das Ehe­paar Haa­pe Tou­ren ab­seits der üb­li­chen Tou­ris­ten­pfa­de, um ei­nen mög­lichst au­then­ti­schen Ein­blick zu ge­währ­leis­ten. Die Lei­tung ist da­bei

Vor­tei­le für In­di­vi­du­al­rei­sen­de

kom­plett auf Deutsch, da­mit kei­ne In­for­ma­tio­nen ver­lo­ren ge­hen. Auf Ur­lau­ber war­tet un­ter an­de­rem ei­ne aben­teu­er­li­che Fahrt zu den Sand­dü­nen Sos­sus­v­lei im of­fe­nen Ge­län­de­wa­gen oder sie las­sen sich von den vie­len Fa­ta Mor­ga­nen auf der Eto­sha Salz­pfan­ne be­zau­bern. Für ein Ver­ständ­nis der Kul­tur ste­hen auch Be­su­che bei Na­mi­bi­schen Völ­kern auf dem Pro­gramm. Die He­re­ro-Frau­en prä­sen­tie­ren sich in bun­ten Trach­ten, doch noch span­nen­der ist ei­ne Be­geg­nung mit den Halb­no­ma­den im Kao­ko­veld. Die Him­ba le­ben sehr na­tur­ver­bun­den, be­de­cken sich mit Le­der und Fel­len und rei­ben ih­re Haut re­gel­mä­ßig mit selbst her­ge­stell­ten Pas­ten aus Ro­t­holz­pul­ver und But­ter ein. Trotz in­di­vi­du­el­lem Afri­ka-Er­leb­nis ge­hö­ren man­che Tou­ris­ten­at­trak­tio­nen den­noch da­zu, wie bei­spiels­wei­se das Welt­na­tur­wun­der Vic­to­ria Falls mit sei­nen un­ge­heu­ren Was­ser­mas­sen. Und weil häu­fig mit­ten in den Na­tio­nal­parks und Wild­re­ser­va­ten ge­näch­tigt wird, kann man dem Ge­sche­hen kaum nä­her sein.

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