Zwei „hef­ti­ge Bau­stel­len“

Ju­do-Bun­des­li­ga: JC Ett­lin­gen muss auf Weg ins Vier­tel­fi­na­le kämp­fen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Dass es nach dem Start­ver­zicht des TSV Abens­berg in der Ju­do-Bun­des­li­ga Süd span­nen­der zu­ge­hen wür­de als in den Jah­ren zu­vor, das war klar. Mit dem KSV Ess­lin­gen, JC Rüsselsheim und dem TSV Groß­ha­dern füh­ren nach dem drit­ten Kampf­tag drei Mann­schaf­ten mit je­weils vier Zäh­lern das Klas­se­ment an. Da­hin­ter fol­gen der JC Leip­zig und der JC Ett­lin­gen mit je drei Punk­ten – bei zwei noch aus­ste­hen­den Ver­glei­chen geht es im Ren­nen um die Plät­ze eins bis vier (und da­mit den Ein­zug in die Meis­ter­schafts-Play-off-Run­de) zu­min­dest für Alfredo Pa­ler­mo fast zu span­nend zu. „Dass Groß­ha­dern ge­gen Leip­zig ver­liert, da­mit hat nie­mand ge­rech­net. Das war nicht gut für uns. Und auch die Rüs­sels­hei­mer, die den Platz für Abens­berg ein­nah­men, sind über­ra­schend stark“, sagt der Ma­na­ger und Chef­trai­ner des JC Ett­lin­gen. Der JCE war nach ei­ner 4:11-Nie­der­la­ge in Ess­lin­gen auf Platz fünf zu­rück­ge­fal­len. „An un­se­rem Ziel än­dert das nichts “, be­tont Pa­ler­mo. „Wir wol­len ins Vier­tel­fi­na­le, al­so müs­sen wir min­des­tens Vier­ter wer­den – und wir wer­den min­des­tens Vier­ter.“Al­ler­dings er­war­ten den JC Ett­lin­gen auf dem an­vi­sier­ten Weg noch „zwei hef­ti­ge Bau­stel­len“(Pa­ler­mo). Vor al­lem der nächs­te Ver­gleich ge­gen den JC Rüsselsheim avan­ciert nun zu ei­nem ganz wich­ti­gen. „Wir müs­sen Pa­ro­li bie­ten, aber wir sind Zu­hau­se (Sams­tag, 27. Ju­ni, 18 Uhr, Alb­gau­hal­le; d. Red.), das ist ein Vor­teil. Im Rah­men des Ju­do-Ju­bi­lä­ums­jah­res in Ett­lin­gen ha­ben Kin­der bis zehn Jah­ren zu die­sem Kampf üb­ri­gens frei­en Ein­tritt“, so Pa­ler­mo. Und weil an die­sem vier­ten Kampf­tag Leip­zig in Ess­lin­gen ver­lie­ren wer­de, ist Pa­ler­mo über­zeugt, sei der JC Ett­lin­gen dann vor dem Auf­tritt am Sams­tag, 4. Ju­li (17 Uhr), in Groß­ha­dern wie­der in der Spur. Dass Ett­lin­gen durch die Nie­der­la­ge im Ba­den-Würt­tem­berg-Der­by in die Bre- douil­le ge­kom­men ist, hat­te mit dem Feh­len ei­ner Rei­he von Leis­tungs­trä­gern zu tun: Tom Görlitz, Hen­rik Schrei­ber – ver­letzt. Di­no Pfeif­fer, So­shin Kats­u­mi – we­gen Ver­bands­ver­pflich­tun­gen nicht da­bei. Ka­pi­tän Den­nis Huck (Ba­den-Ba­den) – aus pri­va­ten Grün­den ver­hin­dert. Das konn­te der JCE nicht kom­pen­sie­ren. „Ge­gen Rüsselsheim wer­den wir kei­ne Ka­der­pro­ble­me ha­ben“, macht Alfredo Pa­ler­mo deut­lich. Auch Halb­schwer­ge­wicht­ler Di­no Pfeif­fer steht dann zur Ver­fü­gung. Zu­min­dest dann. Denn ob der 26jäh­ri­ge Büh­ler mit nach Groß­ha­dern rei- sen oder am ers­ten Ju­li-Wo­che­n­en­de in Gwang­ju bei der Som­mer-Uni­ver­sia­de, den Welt­sport­spie­len der Stu­den­ten, an­tre­ten wird, steht noch nicht fest. „Nach dem Aus­bruch der Mers-In­fek­ti­on in Süd­ko­rea ist zum jet­zi­gen Zeit­punkt un­klar, ob über­haupt deut­sche Ath­le­ten teil­neh­men“, er­klärt der JCE-Ma­na­ger. Selbst­ver­trau­en hat Di­no Pfeif­fer un­längst beim Eu­ro­pean Cup in Cel­je (Slo­we­ni­en) mit sei­nem Sieg in der Klas­se bis 100 Ki­lo­gramm ge­tankt. Pa­ler­mo: „Sein letz­ter in­ter­na­tio­na­ler Er­folg lag ei­ne Wei­le zu­rück. Das war wich­tig für Di­no – und hof­fent­lich der Durch­bruch für ihn, im Kampf um das Olym­pia-Ti­cket.“In Slo­we­ni­en setz­te sich der deut­sche Meis­ter von 2012 und 2013 im Fi­na­le vor­zei­tig ge­gen den Ita­lie­ner Di Gui­da durch. „Aber“, so Pa­ler­mo wei­ter, „er muss jetzt noch ein paar Schip­pen drauf­le­gen“. Ett­lin­gens Bun­des­li­ga-Ak­teur So­shin Kats­u­mi (FT Frei­burg) hat­te sich für den Eu­ro­pean Cup in Slo­we­ni­en zum ers­ten Mal seit Ok­to­ber letz­ten Jah­res wie­der auf die 73 Ki­lo her­un­ter­ge­ar­bei­tet. Nach sei­ner Vier­tel­fi­nal-Nie­der­la­ge ge­gen den Slo­wa­ken Za­go­rov kam Kats­u­mi in der Trost­run­de mit dem Fran­zo­sen Chaus­son über­haupt nicht zu­recht, ge­riet früh in ei­nen Arm­he­bel und muss­te auf­ge­ben. Da­mit war die­ser Form­test für den 27-jäh­ri­gen Ju­do­ka mit De­si­gner-Di­plom nach vier Kämp­fen be­en­det. „Kein schö­nes Er­geb­nis, aber ein not­wen­di­ger Schritt, um mei­ne al­te Wett­kampf­form wie­der zu er­lan­gen“, mein­te der ehe­ma­li­ge deut­sche Meis­ter (2010), der sich im ver­gan­ge­nen Herbst ei­ner Schul­terope­ra­ti­on un­ter­zog. „Im Trai­ning hat­te ich kei­ne Pro­ble­me mehr. In Cel­je wur­de ich aber wie­der dar­an er­in­nert, dass die Wett­kampf­be­las­tung doch ex­trem hoch ist und die Schul­ter hat auch dar­auf re­agiert“, so Kats­u­mi. „Ich muss mich ein­fach wie­der an die­se Art von Hoch­be­las­tung ge­wöh­nen und das mög­lichst bald. Da­zu will ich auch den Bun­des­li­ga-Kampf des JCE ge­gen Rüsselsheim nut­zen. Mei­ne nächs­te in­ter­na­tio­na­le Pro­be – hof­fent­lich die letz­te, be­vor es auf Punk­te­jagd für Olym­pia 2016 geht – wird wohl der Eu­ro­pa-Cup in Sin­del­fin­gen Mit­te Ju­li sein.“

Di­no Pfeif­fer ge­winnt Eu­ro­pean Cup in Cel­je

Gut fürs Selbst­be­wusst­sein: Der Sieg von JCEAk­teur Di­no Pfeif­fer (Bühl) in Slo­we­ni­en. Fo­to: GES

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