Schril­le Tö­ne aus At­hen

Grie­chi­sche Re­gie­rung wirft den Geld­ge­bern „Ter­ro­ris­mus“vor

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell -

Kurz vor dem Re­fe­ren­dum in Grie­chen­land hat Fi­nanz­mi­nis­ter Gi­an­nis Va­rou­fa­kis den Ton ge­gen­über den Geld­ge­bern ver­schärft. „Was sie mit Grie­chen­land ma­chen, hat ei­nen Na­men – Ter­ro­ris­mus“, sag­te Va­rou­fa­kis der spa­ni­schen Zei­tung „El Mun­do“. Deut­sche Po­li­ti­ker mit Aus­nah­me der Link­s­par­tei war­ben er­neut für ein Ja bei der Volks­ab­stim­mung über die Vor­schlä­ge der Gläu­bi­ger. In Um­fra­gen zeich­ne­ten sich in­des zwei gleich­gro­ße La­ger in Grie­chen­land ab. „War­um ha­ben sie uns ge­zwun­gen, die Ban­ken zu schlie­ßen? Um Angst un­ter den Leu­ten zu schü­ren“, sag­te Va­rou­fa­kis „El Mun­do“. Die­ses Phä­no­men hei­ße Ter­ro­ris­mus. Mit Blick auf die Volks­ab­stim­mung sag­te der Mi­nis­ter, die Geld­ge­ber woll­ten, dass das Ja ge­win­ne, „da­mit sie die Grie­chen wei­ter er­nied­ri­gen kön­nen“. Auch Mi­nis­ter­prä­si­dent Al­exis Tsi­pras warf den Eu­ro­part­nern vor, sei­ne Lands­leu­te zu „ter­ro­ri­sie­ren“. Am Frei­tag­abend hat­te er bei ei­ner Kund­ge­bung vor dem Par­la­ment er­neut für ein Nein zu den For­de­run­gen der Gläu­bi­ger ge­wor­ben. „Wir ent­schei­den am Sonn­tag nicht nur dar­über, in Eu­ro­pa zu blei­ben“, sag­te er vor rund 25 000 Men­schen. „Wir ent­schei­den über ein Le­ben in Eu­ro­pa in Wür­de.“ Nur we­ni­ge hun­dert Me­ter ent­fernt de­mons­trier­ten 22 000 Men­schen für ei­ne An­nah­me der Vor­schlä­ge. Sie fürch­ten an­dern­falls ei­nen Staats­bank­rott. Va­rou­fa­kis sag­te zu­dem der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Sonn­tags­zei­tung“, be­reits 2012 ha­be Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le „deut­lich ge­macht, dass er ei­nen Gr­ex­it be­vor­zu­gen wür­de“. Er, Va­rou­fa­kis, ge­he von ei­ner er­folg­rei­chen Fort­set­zung der Ver­hand­lun­gen und ei­ner „Ei­ni­gung“am Mon­tag aus, und zwar un­ab­hän­gig vom Aus­gang des Re­fe­ren­dums. Schäu­b­le sag­te der „Bild“-Zei­tung, für ihn kom­me ei­ne grie­chi­sche Staats­plei­te nicht über­ra­schend. Er schloss er­neut ein Aus­schei­den Grie­chen­lands aus der Eu­ro­zo­ne nicht aus. Wie es nach dem heu­ti­gen Re­fe­ren­dum wei­ter­geht, ist of­fen. Im Fall ei­nes Siegs für das Ja-La­ger könn­te die Re­gie­rung zu­rück­tre­ten. Ob es im Fall ei­ner Mehr­heit für ein Nein neue Ver­hand­lun­gen gibt, ist un­klar. Wäh­rend Tsi­pras im die­sem Fall hofft, ge­stärkt zu­rück in die Ver­hand­lun­gen mit den Geld­ge­bern zu ge­hen, warn­te EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­dent Je­an-Clau­de Juncker, ein Nein wer­de die „grie­chi­sche Po­si­ti­on deut­lich schwä­chen“.

Al­les of­fen beim heu­ti­gen Re­fe­ren­dum

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