Die Frei­zeit-Ex­per­ten

Der Stu­di­en­gang „Sport Ge­sund­heit Frei­zeit­bil­dung“an der PH Karls­ru­he ist heiß be­gehrt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region -

Ge­sund zu blei­ben – al­so kör­per­lich fit, geis­tig re­ge und so­zi­al ein­ge­bun­den zu sein – be­deu­tet auch, sei­ne freie Zeit sinn­voll zu ver­brin­gen. Un­se­re Stu­die­ren­den ler­nen, wie ge­sund­heits­för­der­li­che Kon­zep­te zur Frei­zeit­ge­stal­tung für ver­schie­de­ne Ziel­grup­pen zu ent­wi­ckeln sind“, er­läu­tert Stu­di­en­gangs­lei­ter Nor­bert Fess­ler die In­hal­te des Ba­che­lor-Stu­di­en­gan­ges „Sport Ge­sund­heit Frei­zeit­bil­dung“an der Päd­ago­gi­schen Hoch­schu­le (PH) Karls­ru­he. Da­für be­geis­ter­ten sich im ver­gan­ge­nen Jahr 900 Be­wer­ber – 80 ha­ben letzt­end­lich ei­nen Platz in dem be­gehr­ten Stu­di­en­gang be­kom­men, der au­ßer­halb der klas­si­schen Leh­rer­aus­bil­dung ver­or­tet ist und den es aus­schließ­lich in Karls­ru­he gibt. Der in­ter­dis­zi­pli­nä­re Ba­che­lor be­wegt sich zwi­schen Päd­ago­gik, So­zi­al- und Sport­wis­sen­schaft, Öko­no­mie, Öko­lo­gie und Me­di­zin. Ent­spre­chend groß ist das Spek­trum an Be­ru­fen, die man nach dem Stu­di­um an­pei­len kann. „Un­se­re Ab­sol­ven­ten kön­nen pro­fes­sio­nell in der Tou­ris­mus-, Well­ness-, Frei­zeit- und Kul­tur­in­dus­trie, bei Sport­ver­ei­nen, -ver­bän­den und -or­ga­ni­sa­tio­nen, Kran­ken­kas­sen und Be­trie­ben tä­tig wer­den“, zählt Fess­ler auf. Auch Fit­ness­zen­tren so­wie The­ra­pie- und Re­ha­bi­li­ta­ti­ons­ein­rich­tun­gen sei­en po­ten­zi­el­le Ar­beit­ge­ber. Pe­ter Po­pow, Kurs­spre­cher des Jahr­gangs 2013/14, hat­te durch die Wahl die­ses Stu­di­en­gangs die Mög­lich­keit, bei sei­nem Wunsch, be­ruf­lich in Rich­tung Me­di­zin oder Lehr­amt zu ge­hen, das „oder“zu strei­chen. „Ich bin froh, dass ich in die­sem Stu­di­en­gang ge­lan­det bin. Ich weiß al­ler­dings noch nicht so genau, was ich spä­ter da­mit an­fan­gen soll. Ei­ni­ge mei­ner Kom- mi­li­to­nen be­zeich­nen ‚Sport Ge­sund­heit Frei­zeit­bil­dung’ als ‚Selbst­fin­dungs­stu­di­en­gang’“, be­rich­tet der Stu­dent schmun­zelnd, der zu­vor in der Nä­he von Stutt­gart wohn­te. Das Züng­lein an der Waa­ge, sich für die­sen Stu­di­en­gang ein­zu­schrei­ben, sei ge­we­sen, dass ihn „die Stadt Karls­ru­he sehr ge­reizt hat“. Wer sind die­se paar Dut­zend Stu­die­ren­de, die ei­nen der be­gehr­ten Plät­ze be­kom­men ha­ben? Den Ab­sol­ven­ten­fo­tos nach zu ur­tei­len zu rund 80 Pro­zent Frau­en. Das be­stä­tigt auch Mir­jam Bosch, Kurs­spre­che­rin des Jahr­gangs 2012/13, die in die­sem Som­mer den Ba­che­l­orab­schluss er- lan­gen wird. „Wir sind ge­ne­rell sehr ver­schie­den, aber ei­nes ver­bin­det uns: Je­der hat ei­nen per­sön­li­chen Be­zug zu Sport, ob es nun Fuß­ball, Hand­ball, Fit­ness­stu­dio, Tur­nen oder Tan­zen ist“, meint die Stu­den­tin. „Den Stu­di­en­gang ha­be ich nur durch Zu­fall ent­deckt, als ich gera­de da­bei war, mich an der Karls­ru­her PH für das Grund­schul­lehr­amt zu be­wer­ben“, er­zählt die ehe­ma­li­ge Stutt­gar­te­rin. Kurz vor dem En­de ih­res Stu­di­ums ist sie nun zu­frie­den da­mit, dass es so ge­kom­men ist. Ob man es wie Mir­jam Bosch schafft, sich ge­gen die zahl­rei­chen Mit­be­wer­ber durch­zu­set­zen – dar­über ent­schei­det zu 50 Pro­zent die Abi­tur­no­te. Zu­sätz­lich ge­hen zu ei­nem Vier­tel die Sport­no­ten der Ober­stu­fe in die Be­wer­tung ein. Auch Leis­tun­gen wie vor­de­re Plat­zie­run­gen bei sport­li­chen Wett­kämp­fen oder Trai­ner­li­zen­zen brin­gen Punk­te. Die­se ma­chen das ver­blei­ben­de Vier­tel aus. Ab dem Win­ter­se­mes­ter 2015/16 wird der Ba­che­lor „Sport Ge­sund­heit Frei­zeit­bil­dung“, den es seit acht Jah­ren gibt, in fle­xi­ble­rer Form auch für In­ter­es­sen­ten mit Be­ruf oder Fa­mi­lie ge­öff­net. „Ei­ne Kom­bi­na­ti­on aus Selbst­lern­zeit und kom­pak­ten Prä­senz­pha­sen so­wie die Mög­lich­keit, Qua­li­fi­ka­tio­nen aus dem Be­ruf an­rech­nen zu las­sen und Se­mi­nar­ar­bei­ten mit der Be­rufs­tä­tig­keit zu ver­bin­den, sol­len den Stu­di­en­gang mit Be­ruf oder Fa­mi­lie ver­ein­bar ma­chen“sagt Nor­bert Fess­ler. Die Ent­wick­lung die­ses An­ge­bo­tes wird fi­nan­zi­ell durch das Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­ri­um im Rah­men des Pro­gramms „Auf­stieg durch Bil­dung: Of­fe­ne Hoch­schu­le“un­ter­stützt.

Wie hilft man an­de­ren Men­schen, kör­per­lich fit und geis­tig re­ge zu blei­ben? Das ver­mit­telt der Ba­che­lor-Stu­di­en­gang „Sport Ge­sund­heit Frei­zeit­bil­dung“an der Päd­ago­gi­schen Hoch­schu­le Karls­ru­he. Die Stu­die­ren­den sind über­wie­gend Frau­en. Ar­chiv-Fo­to: PH

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