Hol­ger Speck: Feu­er und Flam­me fürs Di­ri­gie­ren

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Hol­ger Speck | Künst­le­ri­scher Lei­ter des Vo­ca­l­ensem­bles Ras­tatt Tho­mas Liebs­cher

Von der Büh­ne aufs Po­dest, vom Sta­tis­ten zur künst­le­ri­schen Ver­ant­wor­tung: So lie­ße sich der künst­le­ri­sche Weg von Hol­ger Speck zu­sam­men­fas­sen. Der Di­ri­gent des Vo­ca­l­ensem­bles Ras­tatt ist bei gro­ßen Fes­ti­vals ge­fragt und lenkt Chö­re so­wie Orches­ter in Mu­sik­tem­peln wie dem Fest­spiel­haus Ba­denBa­den. Be­gon­nen hat Specks Kar­rie­re, wie bei man­chen an­de­ren krea­ti­ven Men­schen aus Ba­den, im Frei­licht­thea­ter Ötig­heim. „Schon als Kind stand ich dort auf der Büh­ne. Durch klei­ne­re und grö­ße­re Rol­len wur­den ich mit dem Auf­tre­ten ver­traut“, er­zählt 49-Jäh­ri­ge – im­mer noch be­geis­tert von je­nen An­fän­gen. Bei­na­he wä­re er des­halb Schau­spie­ler ge­wor­den, doch ei­ne an­de­re Be­ga­bung setz­te sich durch. „Ich hat­te Kla­vier­un­ter­richt, spiel­te Kla­ri­net­te und be­such­te den Mu­sik­leis­tungs­kurs am Lud­wig-Wil­hel­mGym­na­si­um.“Und wie­der pro­fi­tier­ten die Volks­schau­spie­le von Hol­ger Speck. Auf der win­ter­li­chen „Klei­nen Büh­ne“ge­stal­te­te er ein mu­si­ka­li­sches Pro­gramm mit an­de­ren. Ge­bo­ren war ein jun­ger Chor. Bald nach der Grün­dung 1988 stie­gen An- sprü­che und Er­fol­ge. Aus der Keim­zel­le ent­wi­ckel­te das vom Land Ba­den-Würt­tem­berg ge­för­der­te Vo­ca­l­ensem­ble Ras­tatt. Di­ri­gent ge­blie­ben ist der Te­nor Hol­ger Speck, heu­te Pro­fes­sor für Ge­sang. Er lei­tet zu­dem auch das Vo­kal­ensem­ble der Mu­sik­hoch­schu­le Karls­ru­he. Nicht weit weg vom Schloss Got­te­saue wohnt Speck. Wenn er zu Hau­se ge­nü­gend über Par­ti­tu­ren ge­brü­tet hat, zieht es in ihn zum Lau­fen in den Wald oder zum Schwim­men ins Fä­cher­bad. Die kör­per­li­che Fit­ness ist dem Mann mit so­viel Feu­er für sein Pro­jek­te im­mer wich­ti­ger ge­wor­den. Auch kul­tu­rell ist er gern auf neu­en We­gen un­ter­wegs. „In ei­ner frem­den Stadt zieht’s mich im­mer ins Mu­se­um. Es ist so an­re­gend, Ge­mäl­de aus je­ner Epo­che zu se­hen, die gera­de mein mu­si­ka­li­sches The­ma ist“. Die Ver­bin­dung von Küns­ten macht der Di­ri­gent beim be­vor­ste­hen­den Heim­spiel zum Pro­gramm. Sein Vo­ca­l­ensem­ble und das Orches­ter Les Fa­vo­ri­tes sor­gen nächs­tes Wo­che­n­en­de für Wer­ke von Ros­si­ni oder Schu­bert. Spre­cher Karl Ru­dolf Men­ke re­zi­tiert reiz­vol­le und über­ra­schen­de Tex­te da­zu. Mu­si­ka­li­scher Part­ner bei den Kon­zer­ten am Sams­tag, 18. Ju­li, um 20 Uhr und am Sonn­tag 19. Ju­li, 11 Uhr, im Schloss Ras­tatt ist zu­dem Pia­nist Hart­mut Höll. Die Pro­ben mit dem 32-köp­fi­gen Kam­mer­chor hat Speck un­ters Dach des Fest­spiel­hau­ses ver­legt. Denn dort wirkt das En­sem­ble aus Ab­sol­ven­ten ba­den-würt­tem­ber­gi­scher Mu­sik­hoch­schu­len zwei­mal in der Oper „Die Hoch­zeit des Fi­ga­ro“mit. So­gar am Abend nach der „Un­ter­wegs-Ma­ti­nee“. „An­stren­gen­de Ta­ge wer­den das“, meint Hol­ger Speck. „Aber es ist wich­tig, sich viel Zeit zum neh­men. Ein gu­ter Klang funk­tio­niert nicht auf Knopf­druck. Er muss rei­fen“. Mit sol­chen Rei­fe­pro­zes­sen hat er gu­te Er­fah­run­gen ge­macht. Beim Vo­ca­l­ensem­ble wie bei der ei­ge­nen Kar­rie­re.

Fo­to: Ar­tis

Er grün­de­te in Ötig­heim ei­nen jun­gen Chor, aus dem sich das re­nom­mier­te Vo­ca­l­ensem­ble Ras­tatt ent­wi­ckel­te: Di­ri­gent Hol­ger Speck hat sich das Feu­er für die­sen Kam­mer­chor über Jahr­zehn­te be­wahrt.

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