Bi­an­chi ver­liert den Kampf

For­mel-1-Pi­lot ist nach neun Mo­na­ten im Ko­ma in Niz­za ge­stor­ben

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Ju­les Bi­an­chi ist tot – und der Schmerz der Fa­mi­lie ist „un­be­schreib­lich“. Rund neun Mo­na­te lag der Fran­zo­se im Ko­ma, zu­letzt war die Hoff­nung auf ein Wun­der im­mer mehr ge­schwun­den. In der Nacht auf Sams­tag er­lag der For­mel1-Fah­rer, der am 3. Au­gust 26 Jah­re alt ge­wor­den wä­re, schließ­lich den schwe­ren Kopf­ver­let­zun­gen, die er sich am 5. Ok­to­ber 2014 bei sei­nem schwe­ren Un­fall im ja­pa­ni­schen Su­zu­ka zu­ge­zo­gen hat­te. „Ju­les hat bis zum En­de ge­kämpft, wie er es im­mer ge­tan hat, aber heu­te hat die­ser Kampf ge­en­det“, heißt es in ei­ner Er­klä­rung der Fa­mi­lie Bi­an­chi: „Der Schmerz, den wir spü­ren, ist un­be­schreib­lich.“Die Fa­mi­lie be­dank­te sich beim me­di­zi­ni­schen Per­so­nal in Frank­reich und Ja­pan und „bei Kol­le­gen, Freun­den und Fans und je­dem, der sei­ne Zu­nei­gung zu ihm in den letz­ten Mo­na­ten zum Aus­druck ge­bracht hat. Das hat uns sehr ge­hol­fen in die­sen schwe­ren Zei­ten.“In den ers­ten Re­ak­tio­nen zeig­ten sich Bi­an­chis Renn­fah­rerkol­le­gen be­stürzt über den Ver­lust. „Mir feh­len die Wor­te...wir wer­den dich ver­mis­sen, mein al­ter Freund“, schrieb Lands­mann Je­an-Eric Ver­g­ne bei Twit­ter. „Ges­tern ha­ben wir ei­nen der bes­ten Men­schen und Fah­rer ver­lo­ren, die ich je­mals ge­trof­fen ha­be. Ich ver­mis­se dich so sehr, mein Freund“, er- gänz­te Ro­main Gros­jean. Der Aus­tra­li­er Da­ni­el Ric­ci­ar­do schrieb: „Ich wer­de dich und die gu­ten Zei­ten, die wir hat­ten, nie ver­ges­sen. Wer­de dich ver­mis­sen, Bru­der.“Der bri­ti­sche Ex-Welt­meis­ter Jen­son But­ton nann­te Bi­an­chi ei­nen „groß­ar­ti­gen Men­schen und ech­ten Kämp­fer“. Bi­an­chi ist der ers­te töd­lich ver­un­glück­te For­mel-1-Fah­rer seit mehr als 20 Jah­ren. Am 1. Mai 1994 war der bra­si­lia­ni­sche Su­per­star Ayr­ton Sen­na in Imo­la/Ita­li­en im Ren­nen ver­un­glückt, ei­nen Tag nach dem töd­li­chen Trai­nings­un­fall des Ös­ter­rei­chers Roland Rat­zen­ber­ger. Bi­an­chis Team Ma­rus­sia/Ma­nor F1, für das er vor et­was mehr als ei­nem Jahr mit dem neun­ten Platz beim Gro­ßen Preis von Mo­na­co die ers­ten Punk­te über­haupt ein­ge­fah­ren hat­te, zu sei­nem Tod: „Wir sind be­stürzt über den Ver­lust von Ju­les nach ei­nem so har­ten Kampf. Es war ein Pri­vi­leg, ihn als Fah­rer in un­se­rem Team zu ha­ben.“Bi­an­chi, der 34 Ren­nen in der For­mel 1 be­stritt und als Fer­ra­ri-Nach­wuchs­pi­lot auf dem Sprung zum Sau­ber-Team stand, war im ja­pa­ni­schen Su­zu­ka auf re­gen­nas­ser Pis­te von der Stre­cke ab­ge­kom­men und mit sei­nem Bo­li­den un­ter ein Ab­schlepp­fahr­zeug ge­rast. Im No­vem­ber war er aus der Kli­nik im ja­pa­ni­schen Yok­kai­chi auf die In­ten­siv­sta­ti­on in Niz­za ver­legt wor­den.

Tod nach neun­mo­na­ti­gem Ko­ma: Ju­les Bi­an­chi starb an sei­nen schwe­ren Kopf­ver­let­zun­gen. Fo­to: avs

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