Skur­ri­les und Gru­se­li­ges

Frank­fur­ter Na­tur­kun­de­mu­se­um zeigt „Sencken­bergs ver­bor­ge­ne Schät­ze“

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Freizeit & Ausflüge - Avs

Die Hun­de­schä­del-Samm­lung ei­nes Gift­mör­ders oder ein über 350 Jah­re al­ter ver­wach­se­ner Kopf ei­ner Gans – sol­che skur­ri­len Ex­po­na­te sind der­zeit in der Frank­fur­ter Aus­stel­lung „Sencken­bergs ver­bor­ge­ne Schät­ze“zu se­hen. Mit­ar­bei­ter des Na­tur­kun­de­mu­se­ums ha­ben da­für 30 Ra­ri­tä­ten aus ih­ren Samm­lun­gen in Frankfurt, Dres­den, Görlitz, Wei­mar und Mün­che­berg zu­sam­men­ge­stellt. Ei­ni­ge Stü­cke sei­en zu­vor noch nie öf­fent­lich ge­zeigt wor­den, teil­te das Mu­se­um mit. Der Frank­fur­ter Gift­mör­der Karl Hopf, der zwei sei­ner Ehe­frau­en um­brach­te und ho­he Le­bens­ver­si­che­run­gen kas­sier­te, hat­te sei­ne Samm­lung aus Hun­de­schä­deln 1908 an Sencken­berg über- ge­ben. 1914 wur­de der ge­lern­te Dro­gist ver­ur­teilt und hin­ge­rich­tet. Auf ei­nem Ta­blett sind 14 un­ter­schied­lich gro­ße Schä­del in der Aus­stel­lung zu se­hen. Viel äl­ter ist ein ab­norm ge­form­ter Gän­se­schä­del aus dem Jahr 1667, das äl­tes­te Stück der Frank­fur­ter Wir­bel­tierSamm­lung. Und vor 48 Mil­lio­nen Jah­ren er­eig­ne­te sich in der Gru­be Mes­sel ein Tier­dra­ma, das ver­stei­nert er­hal­ten ist: ei­ne Schlan­ge, in de­ren Ma­gen ei­ne Ei­dech­se zu er­ken­nen ist, die wie­der­um kurz vor­her ei­nen Kä­fer ge­fres­sen hat. Ins­ge­samt be­wahrt Sencken­berg in sei­nen wis­sen­schaft­li­chen Samm­lun­gen über 38 Mil­lio­nen Ob­jek­te auf – von prä­pa­rier­ten Tie­ren und Pflan­zen bis zu Gesteins­pro­ben.

Die Aus­stel­lung „Sencken­bergs ver­bor­ge­ne Schät­ze“im Frank­fur­ter Na­tur­kun­de­mu­se­um Sencken­berg­an­la­ge 25) ist noch bis zum 10. Ja­nu­ar 2016 zu se­hen. Öff­nungs­zei­ten: Mon­tag, Di­ens­tag, Don­ners­tag, Frei­tag 9 bis 17 Uhr, Mitt­woch 9 bis 20 Uhr, Sams­tag, Sonn­tag und an Fei­er­ta­gen 9 bis 18 Uhr. Die Wan­der­aus­stel­lung war zu­vor be­reits in Dres­den zu se­hen und wird nach Frankfurt in Görlitz ge­zeigt.

Ei­ne Samm­lung von Hun­de­schä­deln, die einst dem Gift­mör­der Karl Hopf ge­hör­ten (links) ist eben­so in der Aus­stel­lung zu se­hen wie ein aus­ge­stopf­ter Mönchs­gei­er, der im Jahr 1849 bei Görlitz ge­sich­tet und er­legt wur­de. Die Frank­fur­ter Aus­stel­lung „Sencken­bergs ver­bor­ge­ne Schät­ze“zeigt noch bis Ja­nu­ar 2016 skur­ri­le und zum Teil gru­se­li­ge Ex­po­na­te. Fo­tos: avs

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