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Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen -

Ge­bo­ren wur­de sie als So­phie Do­ro­thea von Würt­tem­berg, un­ter dem Na­men Ma­ria Fjo­do­row­na (1759– 1828) ent­wi­ckel­te sie sich zur be­deu­ten­den Frau­en­gestalt des rus­si­schen Herr­scher­hau­ses Ro­ma­now. Knapp 17 Jah­re war „Dor­tel“alt, als sie mit dem Sohn Kat­ha­ri­nas der Gro­ße ver­mählt wur­de. In ih­rer Zu­nei­gung zu Paul I. zeig­te sie sich ver­blüf­fend be­stän­dig, ob­wohl ihr der Zar mit sei­ner Un­be­re­chen­bar­keit das Le­ben zu­neh­mend schwer mach­te. Was für ei­ne do­mi­nan­te Per­sön­lich­keit Ma­ria war, zeig­te sich nach der Er­mor­dung ih­res „Paul­chens“: Als Kai­se­rin-Mut­ter ge­lang es Ma­ria, ih­re „re­gie­ren­de“Schwie­ger- toch­ter Eli­sa­beth, ei­ne ge­bo­re­ne Prin­zes­sin von Ba­den, in die Ne­ben­rol­le zu drän­gen. Die pro­mo­vier­te His­to­ri­ke­rin Ma­ri­an­na Butenschön ver­webt das Schick­sal Ma­ri­as ge­schickt mit den po­li­ti­schen Er­eig­nis­sen ih­rer Zeit, zu de­nen Na­po­le­ons Russ­land­feld­zug eben­so ge­hört, wie der ge­gen das au­to­kra­ti­sche Za­ren­re­gime ge­rich­te­te De­ka­bris­ten­auf­stand. So ver­mit­telt die le­ben­dig ge­schrie­be­ne Bio­gra­fie auch ein Stück weit rus­si­sche und ge­samt­eu­ro­päi­sche Ge­schich­te.

Ma­ri­an­na Butenschön, Ma­ria, Kai­se­rin von Russ­land. Die Würt­tem­ber­ge­rin auf dem Za­ren­thron, Theiss, 432 Sei­ten, 24,95 Eu­ro

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