Geld für Kun­den

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Reise & Urlaub -

Stor­niert ein Pas­sa­gier sein Flug­ti­cket, ist nicht das gan­ze Geld ver­lo­ren. Zu­min­dest gibt es Steu­ern und Ge­büh­ren zu­rück. Denn die­se Kos­ten fal­len der Air­line nur an, wenn der Kun­de auch wirk­lich fliegt. Der Flug­gast muss al­ler­dings die Hö­he der Ge­büh­ren ken­nen, um die­se von der Flug­ge­sell­schaft zu­rück­ver­lan­gen zu kön­nen. Das Land­ge­richt Berlin hat nun ein Ur­teil ge­fällt, das Flug­gäs­ten hilft: Dem­nach muss ei­ne Air­line die im Ti­cket­preis ent­hal­te­nen Flug­ha­fen­ge­büh­ren se­pa­rat aus­wei­sen (Az.: 16 O 175/14). Dar­auf macht die Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band (vzbv) auf­merk­sam. In dem ver­han­del­ten Fall hat­te Air Berlin die Flug­ha­fen­ge­bühr zwar in den Ge­samt­preis des Ti­ckets ein­ge­rech­net. Die Hö­he war aber nicht er­kenn­bar, weil das Ent­gelt in den Pos­ten „Flug­preis (net­to)“und „Steu­ern und Ge­büh­ren“ver­steckt war. Die Rich­ter ar­gu­men­tier­ten, dies ver­sto­ße ge­gen ei­ne gel­ten­de EUVer­ord­nung, nach der al­le Kos­ten je­weils ex­tra aus­zu­wei­sen sind. Das Ur­teil des Ber­li­ner Land­ge­richts ist noch nicht rechts­kräf­tig, Air Berlin kann noch Be­ru­fung ein­le­gen. Bei ei­ner Stor­nie­rung durch den Flug­gast ist es durch­aus mög­lich, dass die­ser so­gar nicht nur Steu­ern und Ge­büh­ren, son­dern gleich den ge­sam­ten Ti­cket­preis zu­rück­be­kommt. Das ent­schied ver­gan­ge­nes Jahr das Land­ge­richt Frankfurt am Main (Az.: 2-24 S 152/13). In der Re­gel wei­gern sich die Air­lines meist zu zah­len. Kun­den se­hen oft nicht ein­mal die Steu­ern und Ge­büh­ren wie­der.

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