Be­schei­de­ne Zie­le for­mu­liert

Vom Ti­tel träu­men die „Lö­wen“nicht

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Klar, der Ab­schied von Welt­klas­se­Tor­hü­ter Ni­k­las Lan­din Ja­cob­sen schmerzt – ganz be­son­ders, weil er zum Kon­kur­ren­ten THW Kiel ging. Und auch der Ver­lust von Bjar­te Myr­hol, der zum dä­ni­schen Club Sk­jern Hånd­bol wech­sel­te, ist bit­ter. Sechs Jah­re lang war der nor­we­gi­sche Kreis­läu­fer ein wich­ti­ges Ele­ment bei den Rhein-Neckar Lö­wen. Wie nur we­ni­ge an­de­re Spie­ler stand der Hü­ne für die Ent­wick­lung der Ba­de­ner zu ei­nem Spit­zen­team der Bun­des­li­ga. Die­se Rol­le will man auch künf­tig spie­len, auch wenn man die Zie­le vor der Run­de et­was be­schei­de­ner for­mu­liert. „Wir wol­len in der Li­ga un­ter die ers­ten vier Teams, wie­der ins Fi­nal Four um den DHB-Po­kal und in der Cham­pi­ons Le­ague un­ter die letz­ten sechs Clubs“, sagt Chef­coach Ni­ko­laj Ja­cob­sen. Nach zwei Vi­ze­meis­ter­schaf­ten hin­ter­ein­an­der si­cher rea­lis­ti­sche Er­war­tun­gen. Schließ­lich ha­be man star­ke Kon­kur­renz, sagt Ja­cob­sen. Nicht nur der THW Kiel ist ein An­wär­ter auf den Ti­tel, auch die SG Flens­burg-Han­de­witt ist dank spek­ta­ku­lä­rer Neu­zu­gän­ge ein Kan­di­dat. Der SC Mag­de­burg hat sich er­staun­lich gut ent­wi­ckelt und ge­hört ne­ben den bei­den ge­nann­ten Ver­ei­nen und den „Lö­wen“zu den Top­ver­ei­nen der Li­ga. Der Rest? Schwer ein­zu­schät­zen, doch fast je­der Bun­des­li­gist ist an ei­nem gu­ten Tag in der La­ge, auch mal ei­nen Spit­zen­ver­ein zu schla­gen. Zu­mal durch den neu­en Mo­dus die Be­las­tung der Cham­pi­ons­Le­ague-Teil­neh­mer noch grö­ßer ge­wor­den ist. Das macht auch Ja­cob­sen Sor­gen, der des­halb meint: „Platz zwei in der Li­ga wür­de ich so­fort wie­der neh­men.“Sei­ne Trümp­fe hei­ßen un­ter an­de­rem Uwe Gens­hei­mer und Patrick Gro­etz­ki. Ei­ne Flü­gel­zan­ge, die in der Bun­des­li­ga an Qua­li­tät kaum zu über­bie­ten ist. Al­ler­dings geht Gens­hei­mer nicht ganz un­be­las­tet in die Run­de. Der Ver­trag der ba­di­schen „Tor­fa­brik“läuft noch bis Som­mer 2016 – in­ten­si­ve Ge­dan­ken um sei­ne sport­li­che Zu­kunft macht er sich si­cher jetzt schon. At­trak­ti­ve An­ge­bo­te für den „Lö­wen“-Ka­pi­tän gab es schon im­mer. Bis­her hat er sie ab­ge­lehnt, doch in­zwi­schen ist der Links­au­ßen 28 Jah­re alt und wenn er noch den ei­nen oder an­de­ren Ti­tel in sei­ner Kar­rie­re ge­win­nen will, muss er sich fra­gen, ob die „Lö­wen“da­für die bes­te Adres­se sind. Oder schaf­fen Alex­an­der Pe­ters­son, Kim Ek­dahl du Rietz, Ste­fan Kneer, An­dy Schmid und Co dies­mal Gro­ßes und schnap­pen sich den Ti­tel oder den Po­kal? Das wird auch da­von ab­hän­gen, ob die Neu­zu­gän­ge ein­schla­gen. Wie gut ist das neue Tor­hü­ter-Duo Mi­ka­el Ap­pel­green (vor­her MT Melsun­gen) und Dar­ko Sta­nic (al Ku­wait SC)? Wel­che Klas­se bringt das spa­ni­sche Kreis­läu­fer-Schwer­ge­wicht Ra­fa­el Bae­na (120 Ki­lo­gramm) mit, der vom spa­ni­schen Club BM Pu­en­te Ge­nil An­gel Xi­mé­nez nach Ba­den kam? Und wie schnell ist Na­tio­nal­spie­ler Hen­drik Pe­keler (TBV Lem­go) nach sei­ner Knie­ope­ra­ti­on wie­der fit? Nicht zu un­ter­schät­zen ist auch die Be­las­tung der „Lö­wen“in der Cham­pi­ons Le­ague, denn al­lei­ne in der Grup­pen­pha­se, die in der zwei­ten Sep­tem­ber­hälf­te be­ginnt, sind 14 Spie­le zu ab­sol­vie­ren. Die Geg­ner hei­ßen: FC Bar­ce­lo­na (Spa­ni­en), KS Vi­ve Kiel­ce (Po­len), Var­dar Skop­je (Ma­ze­do­ni­en), KiF Kol­ding-Køben­havn (Dä­ne­mark), MOL-Pick Sze­ged (Un­garn), IFK Kris­ti­an­stad (Schwe­den) und Mont­pel­lier HB (Frank­reich). Es gibt al­so gu­te Grün­de, die Er­war­tun­gen bei den „Lö­wen“nicht zu hoch zu schrau­ben. „Un­ser Ziel ist es, uns wie­der für die Cham­pi­ons Le­ague zu qua­li­fi­zie­ren“, sagt Ka­pi­tän Uwe Gens­hei­mer. Und: „Platz vier ist ein rea­lis­ti­sches Ziel, das hat aber über­haupt nichts mit Ka­pi­tu­la­ti­on zu tun.“Aber wenn’s ein biss­chen mehr wer­den soll­te, hät­ten sei­ne Team­kol­le­gen, Chef­coach Ni­ko­laj Ja­cob­sen und des­sen As­sis­tent Oli­ver Rog­gisch si­cher nichts da­ge­gen.

„Platz zwei wür­de ich so­fort wie­der neh­men“

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