In Nürnberg vom Win­de ver­weht

St­ein­ba­cher Speer­wer­fer Sascha Graf zieht trotz ver­pass­tem DM-Fi­na­le po­si­ti­ve Sai­son­bi­lanz

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Als die bes­ten acht Speer­wer­fer bei den deut­schen Leicht­ath­le­tik­Meis­ter­schaf­ten am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de in Nürnberg den Ti­tel un­ter sich aus­mach­ten, hat­te Sascha Graf sei­ne Sport­ta­sche be­reits ge­packt und war auf dem Weg in Rich­tung Um­klei­de­ka­bi­ne. Mit ei­ner Wei­te von 69,22 Me­tern ver­pass­te der 20-Jäh­ri­ge vom Sportring Yburg St­ein­bach den End­kampf und muss­te sich am En­de mit Rang zehn be­gnü­gen. Da­bei woll­te Graf sein Sport­ge­rät ja ei­gent­lich über 75 Me­ter weit wer­fen und sich da­mit un­ter den bes­ten fünf oder sechs Ak­teu­ren auf na­tio­na­ler Ebe­ne eta­blie­ren. Auch wenn das nicht ge­klappt hat, all­zu ent­täuscht war trotz des ver­pass­ten Fi­nal­ein­zugs we­der Graf noch sein Heim­trai­ner Her­mann Oser. zwei Wo­chen spä­ter ließ der St­ein­ba­cher beim in­ter­na­tio­na­len Wer­fer­mee­ting in Hal­le mit neu­er per­sön­li­cher Best­wei­te von 73,29 Me­ter den nächs­ten Kra­cher fol­gen. In­zwi­schen schleu­dert Graf den 800 Gramm schwe­ren Speer kon­stant über die 70 Me­ter – und noch in die­sem Jahr sol­le, so Her­mann Oser, auch noch die 75-Me­ter-Mar­ke fal­len. Bis zur na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Spit­ze feh­len dann aber im­mer noch gut zehn Me­ter, weiß der Coach, „Speer­wer­fen geht ja erst ab 80 Me­tern rich­tig los.“Sei­nen St­ein­ba­cher Schütz­ling wähnt der er­fah­re­ne Trai­ner aber auf dem rich­ti­gen Weg. „Ir­gend­wann wer­den die 80 Me­ter drin sein“, pro­gnos­ti­ziert Oser. Viel­leicht so­gar schon im nächs­ten Jahr, denn gera­de in ei­ner tech­nisch an­spruchs­vol­len Dis­zi­plin wie dem Speer­wer­fen sei­en im­mer wie­der „ex­tre­me Leis­tungs­stei­ge­run­gen“mög­lich, weiß er. Übers Knie bre­chen will Oser je­doch nichts, der „be­hut­sa­me Auf­bau“wird auch in na­her Zu­kunft das Ziel sein. „We­gen der kom­ple­xen Be­we­gungs­ab­läu­fe und der ex­tre­men Be­las­tung beim Ab­wurf ist Speer­wer­fen ei­ne sehr ver­let­zungs­an­fäl­li­ge Dis­zi­plin“, sagt Oser. Im­mer wie­der hät­ten auch gu­te Ath­le­ten, die jah­re­lang kon­stant über 80 Me­ter war­fen, mit plötz­li­chen Form­tiefs und sport­li­chen Kri­sen zu kämp­fen. Ein Fern­ziel von Sascha Graf ist die Ju­nio­ren-EM 2017, dann kann er laut Oser zei­gen, ob er auch für den Sprung aufs in­ter­na­tio­na­le Er­wach­se­nen­par­kett be­reit ist. Par­al­lel zum Leis­tungs­sport be­ginnt Graf am Win­ter­se­mes­ter sein Lehr­amts­stu­di­um (Ma­the­ma­tik und Sport) am Karls­ru­her KIT und Oser ist zu­ver­sicht­lich, dass es dann wei­ter mit bis zu zwölf Trai­nings­ein­hei­ten pro Wo­che klappt.

„Be­hut­sa­mer Auf­bau“steht im Vor­der­grund

2015 erst­mals über 70-Me­ter: Die Best­wei­te von Speer­wer­fer Sascha Graf (SR Yburg St­ein­bach) steht bei 73,29 Me­tern. Heu­te star­tet er bei der U-20-DM in Je­na. Fo­to: Wohl­mann­stet­ter

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