Bu­si­ness-Stil light: Pfif­fi­ge Ide­en für Mo­de­be­wuss­te

So geht der Bu­si­ness-Stil light für mo­de­be­wuss­te Frau­en

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite -

Das Ko­s­tüm ist okay – aber auch et­was lang­wei­lig. Der klas­si­sche Ho­sen­an­zug mit wei­ßer Blu­se eben­falls. Vie­le Frau­en su­chen Al­ter­na­ti­ven zum kon­ven­tio­nel­len Dress­code im Bü­ro – und wol­len vor al­lem nicht ein­fach ei­ne Ko­pie der Män­ner­mo­de im Bu­si­ness zur Schau tra­gen. Als „schlech­te Mi­mi­kry“, die dem männ­li­chen Vor­bild hin­ter­her­hinkt, be­schreibt die Mo­de­theo­re­ti­ke­rin Bar­ba­ra Vin­ken von der Münch­ner Lud­wig-Ma­xi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät un­pas­sen­de Ko­pi­en. Das Pro­blem: Der stren­ge Dress­code schreibt ge­deck­te Far­ben vor, al­so Ma­ri­ne-blau, Schwarz, Grau oder Dun­kel­braun. Und un­auf­fäl­li­ge Schnit­te für klas­si­sche Ho­sen­an­zü­ge, Ko­s­tü­me, Etuiklei­der, Blu­sen. In der Fi­nanz­bran­che wird die­ser Klei­dungs­stil nach wie vor ein­ge­for­dert. Sie ist al­ler­dings ei­ne der letz­ten, in der sich der kon­ser­va­ti­ve „Bu­si­ness Chic“noch hält, sagt Stil­be­ra­te­rin Daniela Ker­ling. „Hin­ter die­sem Dress­code steht ein gro­ßes Fra­ge­zei­chen“, meint Con­stan­ze Wolff, die bis vor kur­zem Sty­ling-Che­fin bei der Mo­de-Platt­form Ki­sura war: „Wenn star­ke Frau­en in ei­ner Füh­rungs­po­si­ti­on sind, dann soll­te es ir­re­le­vant sein, ob sie Bla­zer tra­gen oder Strick-ja­cke.“Gera­de in der Krea­tiv-Sze­ne, wo in Start-ups auch neue Arbeitswelten ent­ste­hen, kann heu­te je­der und je­de in T-Shirt und Je­ans auf­tau­chen, sagt Wolff. „Wer Kom­pe­tenz hat, muss sie nicht erst durch ei­nen Bla­zer über­zie­hen“, fin­det Ker­ling. Vie­le Kar­rie­re­frau­en kön­nen heu­te mit ei­nem Mix aus kon­ven­tio­nel­lem Bu­si­ness-Stil und in­di­vi­du­el­len Ak­zen­ten spie­len. Bu­si­ness-Stil light ist an­ge­sagt. Ein Pen­cils­kirt aus nicht knit­ter­an­fäl­li­gem Stoff ist prak­tisch – und passt zur fei­nen Blu­se eben­so wie zum Shirt. Auch mo­di­sche Va­ri­an­ten der Klas­si­ker kön­nen den Co­de lo­ckern. Ein jung ge­schnit­te­ner Bla­zer ist vor­ne of­fen, leicht asym­me­trisch. Ein Etui­rock darf auch mal be­schich­tet sein – aber nur, „so­lan­ge es nicht nach Bil­lig­plas­tik aus­sieht“, warnt Wolff. Chi­no­ho­sen, die oben wei­ter sind, be­en­gen ei­nen an ei­nem lan­gen Ar­beits­tag we­ni­ger. Mo­de­be­wuss­te tra­gen zum Bei­spiel auch ei­ne le­der­ne Bi­ker­ja­cke zum Kleid, um Po­wer und Weib­lich­keit zu trans­por­tie­ren, er­zählt Wolff. „Das kann ich nur emp­feh­len.“Ei­ni­ge Grund­re­geln für den pro­fes­sio­nel­len Look hält Stil­be­ra­te­rin Ker­ling aber nach wie vor für un­ver­zicht­bar: zum Bei­spiel, dass der Rock ma­xi­mal ei­ne Hand­breit über dem Knie en­det. Mo­de­blog­ge­rin Co­rin­na Be­rendt hält sich an sol­che Kon­ven­tio­nen nicht im­mer. Auf ih­rer Sei­te „TATH – To­day at the Head­quar­ters“zeigt sie sich auch mal im schwar­zen Rock, der kür­zer ist. Sie trägt ihn dann al­ler­dings über blick-dich­ter Strumpf­ho­se und mit ge­schlos­se­nem Bla­zer aus star­kem Stoff. Frau­en soll­ten ih­rer Mei­nung nach ih­ren Kör­per nicht ver­ste­cken – son­dern so be­to­nen, dass sie sich am bes­ten zur Gel­tung brin­gen. Aber auch sie sagt: „Nicht zu kurz, nicht zu eng, nicht zu durch­sich­tig.“Far­ben sind da­bei durch­aus er­laubt. Al­ler­dings soll­te nur ein Ob­jekt auf­fäl­lig sein – der Rest soll­te sich zu­rück­neh­men. Beim Ein­kau­fen rät Co­rin­na Be­rendt, sich an dem Satz zu ori­en­tie­ren: „Das geht auch für die Ar­beit“– statt „Das ist nur für die Ar­beit“. Be­ruf und Pri­va­tes ver­schmel­zen im­mer mehr, be­ob­ach­tet auch Con­stan­ze Wolff. Was eben be­deu­tet: Auch im Job le­ben Frau­en den Zeit­geist aus. „Und die Leu­te wol­len es be­quem.“So sieht man im Be­rufs­le­ben im­mer häu­fi­ger, dass zum Rock oder zur ed­len Ho­se am Ar­beits­platz auch fla­che Schu­he ge­tra­gen wer­den – und zum Teil so­gar Snea­ker.

„Nicht zu kurz, nicht zu durch­sich­tig“

Für Mo­de­blog­ge­rin Co­rin­na Be­rendt sind Far­be und Mus­ter im Bü­ro kein Ta­bu. Fo­tos (2): tath.me

Hier bringt der au­ßer­ge­wöhn­li­che Hals­schmuck Charme in das sonst eher nüch­ter­ne Out­fit.

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