Jür­gen Wie­de­mann: Der Mann für den KSC-Ra­sen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Jür­gen Wie­de­mann | Be­triebs­stel­len­lei­ter im Wild­park­sta­di­on In­grid Voll­mer

Ich ge­be al­les, da­mit der KSC ge­winnt.“Die­sen Satz sagt ei­ner, der im Wild­park­sta­di­on je­den Gras­halm und je­den Sitz­platz kennt. Jür­gen Wie­de­mann, Be­triebs­stel­len­lei­ter Wild­park­sta­di­on beim Schul- und Sport­amt Karls­ru­he, sorgt da­für, dass Platz und Sta­di­on für den An­pfiff (heu­te um 15.30 Uhr steigt das ers­te Heim­spiel ge­gen St. Pau­li) be­reit sind. Tie­fen­boh­ren, wäs­sern, mä­hen, dün­gen, strie­geln - Jür­gen Wied­mann ist ganz in sei­nem Ele­ment, wenn er an­fängt auf­zu­zäh­len, was er dem Grün im Wild­park al­les an­ge­dei­hen lässt. Da­bei ist der 51-Jäh­ri­ge von Hau­se aus gar kein Ra­sen­spe­zia­list und auch kein aus­ge­bil­de­ter Gre­en­kee­per. „Ich bin Mau­rer­meis­ter und ei­gent­lich durch Zu­fall zu die­sem Job ge­kom­men“, er­zählt der Dax­lan­der. 2005 hat er sich bei der Stadt be­wor­ben und ei­gent­lich da­mit ge­rech­net, Schul­haus­meis­ter zu wer­den. „Jetzt bin ich Be­triebs­stel­len­lei­ter Wild­park­sta­di­on“, schwärmt der ein­ge­fleisch­te KSC-Fan, „da krieg ich im­mer noch Gän­se­haut.“Die ver­geht aber schnell, wenn er an sein Ar­beits­pen­sum denkt. Denn Jür­gen Wie­de­mann ist im Grun­de „der Mann für al­le Fäl­le“. Müs­sen Sitz­scha­len er­neu­ert oder Zäu­ne re­pa­riert wer­den, klemmt die Tür an ei­ner der vier Sta­di­on-“Ge­fäng­nis­zel­len“, funk­tio­niert die Tech­nik nicht oder muss die Spiel­feld­um­ran­dung ge­rei­nigt wer­den - Wie­de­mann ist für al­les zu­stän­dig. „Ich ha­be hier zwei fes­te Mit­ar­bei­ter und für al­les an­de­re be­auf­tra­ge ich Fir­men, die mit den städ­ti­schen Äm­tern zu­sam­men­ar­bei­ten“, er­klärt der Va­ter drei­er Kin­der. Die sind im Üb­ri­gen al­le mit Leib und See­le KSCFans, ob­wohl sie nicht mehr in der Fä­cher­stadt le­ben. Genau wie der Pa­pa sind sie auch gro­ße Freun­de des Bou­le­spiels. „Je­der hat sei­ne ei­ge­nen Ku­geln“, sagt Wie­de­mann, der beim fran­zö­si­schen Ku­gel­sport Ent­span­nung fin­det. Die hat er nö­tig, denn Heim­spiel­wo­chen­en­den be­deu­ten für ihn auch Di­enst­wo­chen­en­den. Und selbst an frei­en Sams­ta­gen kommt es vor, dass er ins Sta­di­on fährt und kon­trol­liert, ob der Ra­sen auch rich­tig be­wäs­sert wird. „Un­vor­stell­bar, wenn mein Platz am Mon­tag ver­dorrt wä­re“, sin­niert er. „Das ist ja auch ei­ne Fra­ge der Eh­re.“Da­heim pfeift Jür­gen Wie­de­mann auf den Ra­sen:

„Der ist ver­dorrt bei der Hit­ze und auch sonst ist es mir egal, ob da Gän­se­blüm­chen drauf wach­sen“. Im hei­mi­schen Gar­ten spielt Gras die Ne­ben­rol­le. Dort hat er ei­ne ei­ge­ne Bou­le­bahn mit Flut­licht und Tri­bü­ne für zehn Per­so­nen an­ge­legt. „Da ha­ben mei­ne Freun­de und ich oft viel Freu­de“, lacht der ge­sel­li­ge Mann. „Wir spie­len nur so zum Spaß“, be­haup­tet er, fügt aber auf Nach­fra­ge dann doch an „Klar: je­der will auch ge­win­nen.“Im Wild­park­sta­di­on ist ihm das schon ge­lun­gen. Sein Spiel­feld wur­de von der Deut­schen Fuß­ball Li­ga in die­sem Jahr mit dem „Pitch oft the Ye­ar“als bes­ter Zweit­li­ga­ra­sen der Sai­son 2014/15 aus­ge­zeich­net. Wie­de­mann hat’s vor­ge­macht. Der KSC kann nach­le­gen.

Fo­to: ivo-press

Auf sei­nen prä­mier­ten Ra­sen im Karls­ru­her Wild­park­sta­di­on ist Jür­gen Wie­de­mann be­son­ders stolz. Als Be­triebs­stel­len­lei­ter hat er al­ler­dings noch vie­le an­de­re Auf­ga­ben.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.