Hin­ter­se­er ge­gen Hin­ter­se­er

Un­ter­ha­ching ge­gen In­gol­stadt oder das Du­ell der Schla­ger­star-Nef­fen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Ralph Ha­sen­hüttl könn­te heu­te zu Fuß in den Un­ter­ha­chin­ger Sport­park ge­hen. Noch im­mer wohnt der Trai­ner von Bun­des­li­ga-Auf­stei­ger FC In­gol­stadt in der Münch­ner Vo­r­ort­ge­mein­de. Doch nicht nur für den Ös­ter­rei­cher hat das Spiel bei sei­nem Ex-Club in der ers­ten DFB-Po­kal­run­de (16 Uhr) ei­nen ganz be­son­de­ren Reiz: Beim Du­ell der Schan­zer ge­gen Re­gio­nal­li­gist Spvgg Un­ter­ha­ching kommt es auch zum emo­tio­na­len Tref­fen der ös­ter­rei­chi­schen Brü­der Hin­ter­se­er, den Nef­fen von Schla­ger- und Ex-Skistar Han­si Hin­ter­se­er. Lu­kas (24) kickt seit 2014 für In­gol­stadt. Mit neun To­ren in 32 Spie­len hat­te der Stür­mer gro­ßen An­teil am Auf­stieg. Der vier Jah­re jün­ge­re Ni­co­las wech­sel­te in die­ser Sai­son vom FC Kitz­bü­hel nach Ha­ching und hofft dort auf den Durch­bruch in Deutsch­land. Die heu­ti­ge Par­tie könn­te ein ers­ter Schritt da­hin sein. „Ich hat­te schon im­mer von ei­nem di­rek­ten Du­ell mit mei­nem Bru­der ge­träumt. Dass es jetzt aber so schnell geht, hät­te ich nicht ge­dacht“, sag­te Ni­co­las bei DFB.de. Da­bei hat­te er die Aus­lo­sung gar nicht ver- folgt, „erst als ich am nächs­ten Mor­gen auf­ge­wacht bin, ha­be ich ge­se­hen, dass mir mein Va­ter „Brü­der­du­ell im DFB-Po­kal“ge­schrie­ben hat­te“. Auch Lu­kas er­fuhr erst über den „Fa­mi­li­enchat“vom Wie­der­se­hen und fin­det es „Wahn­sinn, dass ich di­rekt auf ihn tref­fe. Ich ha­be noch nie ge­gen ihn ge­spielt, au­ßer da­heim im Gar­ten“, sag­te er dem Do­nau­ku­rier. Er ha­be früh bes­ser mit dem Ball um­ge­hen kön­nen, füg­te Lu­kas mit ei­nem Schmun­zeln an, Ni­co­las sei eher der­je­ni­ge ge­we­sen, „der bei uns zu Hau­se die Lam­pen run­ter­ge­schos­sen hat. Da­für war Ni­co­las im­mer der bes­se­re Ski­fah­rer.“Das liegt den Hin­ter­seern im Blut. Opa Ernst, On­kel Han­si, On­kel Ernst jun. und Va­ter Gui­do wa­ren be­gna­de­te Ski­fah­rer. Doch Lu­kas und Ni­co­las ha­ben die Fuß­ball-Kar­rie­re ein­ge­schla­gen. Letz­te­rer auch, weil er für die Mu­sik „kein Ta­lent“ ha­be, wie Ni­co­las grin­send an­merk­te, „Schla­ger ist nichts für mich“. Da­für sind bei­de Hin­ter­se­er heiß auf To­re, bei­de spie­len im Sturm. Doch an­sons­ten tren­nen sie fuß­bal­le­risch noch Wel­ten. Lu­kas kam im­mer­hin schon sechs­mal für die Na­tio­nal­mann­schaft der Al­pen­re­pu­blik zum Ein­satz. Acht­mal hat Ha­sen­hüttl das ös­ter­rei­chi­sche Tri­kot ge­tra­gen. Als Trai­ner mach­te er von 2007 bis 2010 beim ExBun­des­li­gis­ten Un­ter­ha­ching die ers­ten Er­fah­run­gen; über Aa­len ging es für den 47-Jäh­ri­gen, der heu­te sei­nen Ge­burts­tag fei­ert, nach In­gol­stadt, wo er sich mit dem Auf­stieg ei­nen Traum er­füll­te. Ein Erst­run­den-Aus wie letz­tes Jahr ge­gen Ki­ckers Of­fen­bach will Ha­sen­hüttl mit al­ler Macht ver­hin­dern. „Das war nicht so pri­ckelnd. Der ein­zi­ge Un­ter­schied ist, dass wir jetzt Erst­li­gist sind und ein Aus­schei­den noch bla­ma­bler wä­re“, sag­te er dem ki­cker. Doch Ni­co­las wit­tert ge­gen Ha­sen­hüttl und Bru­der Lu­kas ei­ne Chan­ce. Er ha­be schon durch­bli­cken las­sen, mein­te Lu­kas, „dass er ge­gen In­gol­stadt be­son­ders ger­ne tref­fen wür­de. Dann muss ich halt zwei To­re schie­ßen ...“

Bis­her da­heim im Gar­ten und heu­te im DFB-Po­kal

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